Anton Himstedt

Anton Himstedt (* 12. Februar 1952 in Wiesbaden) ist ein deutscher Bildhauer.

Leben

Himstedt wuchs in seiner Geburtsstadt Wiesbaden und von 1957 bis 1960 in Thessaloniki auf, wo sein Vater eine deutsche Schule leitete. Er studierte 1971 zunächst Ägyptologie und Ethnologie an der Universität zu Köln. Darauf folgte von 1973 bis 1977 ein Grafikdesign-Studium an der Fachhochschule Mainz, das er mit Diplom abschloss. Anschließend studierte Himstedt von 1977 bis 1981 Bildende Kunst an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und absolvierte das Staatsexamen.[1] Er erhielt u. a. ein Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium (1984), ein Philipp-Morris-Stipendium (1989) und ein Stipendium des Künstlerhauses Schloss Balmoral (1997).

Ab 1983 hielt sich Himstedt regelmäßig in Sellia auf. Von 1984 bis 1990 unterhielt er ein Atelier in Duisburg. 1989 war er als Gastprofessor an der TH Bandung tätig, wo er sich mit Gamelan-Musik und javanesischer Choreographie befasste. 1994 hatte er einen Arbeitsaufenthalt in Paris. Er lebt als freischaffender Künstler in Geisenheim.[1]

Werk

Als Plastiker begann Himstedt mit kleineren Arbeiten aus Wachs oder Gips. Ab Anfang der 1980er Jahre schuf er ungegenständliche, häufig mehrteilige, dünnwandige, meistens als Bronzeguss ausgeführte Werke mit gebogener rauer Oberfläche und unregelmäßiger Kontur. Werktitel wie Volsinii (1981) referenzieren auf archäologische Relikte. Während Himstedts Duisburger Zeit kamen geschwärzter Eisenguss als Material hinzu sowie zugeschnittene Bronze-, Eisen- und Kupferbleche, die er zu mehrteiligen Boden- oder Wandinstallationen verarbeitete. Im Kontrast zu seinen Werken mit unregelmäßiger Kontur verfolgt Himstedt seit 1985 einen weiteren stilistischen Entwurf, bei dem geometrisch wirkende Formen kaum merklich von der Rechtwinkligkeit abweichen und so eine organische Konkretion erreichen.[1] Er setzt unter anderem gewalzte Elemente, gegossene Formen, gebogenen Draht und Textilien ein. Seit ca. 2005 kombiniert er mitunter seine Skulpturen temporär mit Musik und Tanz zu Performances.[2]

Zu Himstedts Gesamtwerk gehören neben Plastiken auch Arbeiten auf Papier, hauptsächlich in Aquarell und Öl, die er selbst als Zeichnungen bezeichnet.[1]

Ausstellungen

Neben zahlreichen Gruppenausstellungen – u. a. in der Kunsthalle Bielefeld und der Kunsthalle Winterthur (1978–1988), bei der Kunstmesse in Köln (1989), im Kunstpalast Vilnius, im Kunstmuseum Minsk, der Manege Leningrad und dem Ukrainisches Museum Kiew (1990), der Kunsthalle Bremen (1995) und der Pfalzgalerie Kaiserslautern (1995 und 2000) – hatte er auch mehrere Einzelausstellungen, darunter im Wilhelm Lehmbruck Museum (1986), der Kunsthalle Winterthur (1990)[3], Form als Öffnung in der Pfalzgalerie Kaiserslautern (1994) und im Staatlichen Museum Schwerin (1996) und FOND. Performance im Quadrat Bottrop, dem Westfälischen Landesmuseum Münster, der Zeche Zollverein Essen und dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl (2006) sowie im Quadrat Bottrop (2021).

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b c d Heinz Höfchen: Himstedt, Anton. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 73, De Gruyter, Berlin 2011, ISBN 978-3-11-023178-6, S. 265.
  2. Joseph Egan und Anton Himstedt. Common Ground. In: quadrat.bottrop.de. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
  3. Wakonnig, Rudolf: Anton Himstedt, Skulpturen. Kunsthalle Winterthur, 22.1-4.3.1990. Mainz, 1990.