Anton Blaschtowitschka
Anton Blaschtowitschka, auch Antonín Blaschtowitschka (* 11. Dezember 1874 in Neuhaus, Bezirk Neuhaus, Österreich-Ungarn; † 1945) war ein tschechoslowakisch-deutscher Jurist. Während der deutschen Besatzung der Tschechoslowakei war er Senatspräsident des Oberlandesgerichts im Protektorat Böhmen und Mähren.
Leben
Anton Blaschtowitschka studierte an der Deutschen Universität Prag, promovierte zum Doktor der Rechte (JUDr.) und arbeitete in der Ersten Tschechoslowakischen Republik als oberster Justizrat in Prag. Später war er Senatspräsident des Oberlandesgerichts in Leitmeritz, blieb jedoch dienstlich weiterhin in Prag tätig.
Politisch war er zunächst Mitglied der Sudetendeutschen Partei (SdP). Nach der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren beantragte er am 6. Juni 1939 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.165.019).[1]
Am 1. Februar 1940 wurde er offiziell zum Senatspräsidenten des Oberlandesgerichts in Leitmeritz ernannt. In dieser Zeit erhielt er – gemeinsam mit seinem Sohn – die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938. Am 7. Juni 1940 wurde ihm ein persönlicher Dank durch Adolf Hitler übermittelt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 starb Blaschtowitschka vermutlich infolge von Unterernährung.
Familie
Sein 1906 geborener Sohn Kurt Blaschtowitschka war ebenfalls Jurist und als Staatsanwalt im Protektorat Böhmen und Mähren tätig. Nach dem Kriegsende wurde er von den sowjetischen Besatzern wegen seiner Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Literatur
- Stanislav Biman, Sabina Dušková, Zdeněk Radvanovský: Kdo byl kdo v Říšské župě Sudety 1938–1945: biografická příručka. Albis International, Ústí nad Labem 2003, ISBN 80-86067-81-5.
- Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen – Überlebende kommen zu Wort. 1951/1999, ostdeutsches-forum.net (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/2731145