Antje Dorn

Antje Dorn (* 1964 in Aachen) ist eine deutsche bildende Künstlerin mit einem Schwerpunkt im Bereich der Malerei und Zeichnung. Ihre Werke sind oft seriell angelegt und bedienen sich auch der Medien Fotografie, Objekt und Künstlerbuch.

Leben und Werk

Antje Dorn studierte von 1984 bis 1989 an der Folkwang Universität der Künste in Essen und von 1989 bis 1994 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf[1] als Meisterschülerin von A. R. Penck. 1992 zog sie nach Berlin,[2] wo sie auch heute noch lebt und arbeitet.

Schwerpunkt ihres künstlerischen Werkes ist die Auseinandersetzung mit profanen Objekten des modernen Alltags,[3] die sie in den Fokus nimmt und mit Bedeutung auflädt. Etwa indem sie einen Ketchupklecks in starker Vergrößerung fotografiert[4] oder Menschen malt, die sich unterwegs mit ihrem Smartphone beschäftigen.[5] Antje Dorn zeigt menschliche Bewegungen im Stadtraum und setzt sich ironisch mit der Konsum- und Warenwelt auseinander.[6] Sie arbeitet häufig seriell, mit einem Schwerpunkt in der Malerei und Zeichnung, aber auch in den Medien Fotografie, Objekt und Künstlerbuch.[7]

Antje Dorn ist Mitbegründerin der Gruppe Stadt im Regal in Berlin, die seit 1996 gemeinsam Ausstellungen realisiert. Zur ersten Ausstellung Parkhaus – Stadt im Regal im Parkhaus Behrenstraße in Berlin erschien 1997 ein Katalog in Form eines patentgefalteten Plans mit Textheft. Die gezeigten Arbeiten setzten sich mit Fragen von Öffentlichkeit und Stadtraum auseinander. Die Architektur des Parkhauses wurde als „ein in mehreren Etagen gestapelter öffentlicher Raum“ wahrgenommen und zum Stadtmodell weiterentwickelt.[8] Antje Dorn zeigte dort die Arbeit Fuzzycamp – Zeltsondermodelle.[9]

Ihre Werke sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, unter anderem im Museum Folkwang Essen, im Museum Ludwig Köln, im Kupferstichkabinett Berlin, in der Berlinischen Galerie und im Fotomuseum Winterthur.[10][4]

Stipendien (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 1997: Quit, Museumsakademie, Berlin
  • 1999: 0,0 Total, Museum Folkwang, Essen[12]
  • 2004: Imbisse, Galerie Barbara Wien, Berlin
  • 2011: Antje Dorn – Stuff, Museum Folkwang, Essen[12][6]
  • 2013: Milkyway, Galerie m, Bochum[13]
  • 2017: Passagen, Galerie m, Bochum[5]
  • 2018: Traffic, Galerie m, Bochum

Gruppenausstellungen

Publikationen (Auswahl)

  • Cookie Park: Die Welt in Stücken. Ein Nachschlagewerk. The world in pieces – a reference book. Wiens Verlag, Berlin 1996, ISBN 978-3-980-38392-9.
  • Goldrausch Künstlerinnenprojekt: Ölölöl. Frauennetzwerk Berlin e. V., Berlin 1996. (Künstlerbuch, limitierte Auflage)
  • Quality Street. Wiens Verlag, Berlin 1996, ISBN 978-3-980-38394-3.
  • Quit. Wiens Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3-980-38395-0.
  • Reiner Speck und Gerhard Theewen (Hrsg.): Antje Dorn. Shuddup (= édition séparée). Salon Verlag, Köln 1999, ISBN 978-3-932-18927-2.
  • 0,0 Total. Fotobuch. Salon Verlag, Köln 1999, ISBN 978-3-8-97-70008-6.
  • Museum Folkwang (Hrsg.): Stuff (= Edition Folkwang/Steidl). Steidl Verlag, Göttingen 2011, ISBN 978-3-86930-275-1.
  • Antje Dorn: Passage. In: Ausgezeichnet. Gefördert. Stipendiatinnen und Stipendiaten der Hans und Charlotte Krull Stiftung 2016 – 2018. Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin 2018, ISBN 978-3-00-060121-7.

Literatur (Auswahl)

  • Florian Ebner: Gerds Tascheninhalt und die restlichen Dinge. In: Reaktionen. Fotografische Sammlung im Museum Folkwang, Essen 1999.
  • Andreas Schalhorn: Wittgenstein in New York – Zu Stadt und Architektur in der neueren Zeichnung und Druckgrafik. In: Staatliche Museen zu Berlin – Kupferstichkabinett (Hrsg.): Wittgenstein in New York. DuMont, Köln 2005, ISBN 978-3832176754.
  • Thomas Seelig: Wege zur Selbstverständlichkeit. In: Fotomuseum Winterthur (Hrsg.): Wege zur Selbstverständlichkeit. Winterthur 2007.
  • Knut Maron, Britta Peters: Imbisse. In: Griffelkunst-Vereinigung (Hrsg.): Wahl 334. Hamburg 2009.
  • Andreas Schalhorn: Subjektive Brechungen der Pop Art in Deutschland und Europa. In: Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Pop on Paper. Von Warhol bis Lichtenstein. Kerber Verlag, Bielefeld und Berlin 2020, ISBN 978-3-7356-0683-9.
  • Annelie Lütgens: Großstadtpersonal. In: Thomas Köhler, Annelie Lütgens (Hrsg.): Gezeichnete Stadt – Arbeiten auf Papier 1945 bis heute. Wienand Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-86832-564-5.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Stipendium: Antje Dorn. In: krull-stiftung.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  2. Künstler: Antje Dorn. In: steidl.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  3. Antje Dorn. In: galerie-sturm.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  4. a b Antje Dorn: Ohne Titel. In: fotomuseum.ch. Abgerufen am 19. November 2025.
  5. a b Jürgen Boebers-Süßmann: Malerei gewährt einen farbenfrohen Blick auf den Alltag. In: waz.de. 20. September 2017, abgerufen am 19. November 2025.
  6. a b Antje Dorn: Stuff. In: museum-folkwang.de. Abgerufen am 27. Oktober 2025.
  7. Antje Dorn. In: griffelkunst.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  8. Ausstellungen: Parkhaus. In: stadtimregal.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  9. Antje Dorn: Fuzzycamp. In: antjedorn.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  10. Antje Dorn. In: zone-e.info. Abgerufen am 19. November 2025.
  11. Stipendiaten: Antje Dorn. In: dperrier.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  12. a b Martina Schürmann: Dialog mit Sirupklecksen. In: waz.de. 11. März 2011, abgerufen am 19. November 2025.
  13. Jürgen Boebers-Süßmann: Blick in einen bunten Himmel. In: waz.de. 8. März 2013, abgerufen am 19. November 2025.
  14. 25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben. In: fotomuseum.ch. Abgerufen am 27. Oktober 2025.