Anthrachinon-1-sulfonsäure

Strukturformel
Allgemeines
Name Anthrachinon-1-sulfonsäure
Andere Namen
  • 9,10-Dihydro-9,10-dioxo-1-anthracensulfonsäure
  • Anthrachinon-1-sulfonat
  • α-Anthrachinonsulfonsäure
Summenformel C14H8O5S
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 82-49-5
EG-Nummer 201-427-7
ECHA-InfoCard 100.001.298
PubChem 6713
ChemSpider 6457
Wikidata Q27272506
Eigenschaften
Molare Masse 288,28 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

210–218 °C[1][2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Anthrachinon-1-sulfonsäure ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Anthrachinonderivate.

Gewinnung und Darstellung

Anthrachinon-1-sulfonsäure kann aus seinem Kaliumsalz über das in Wasser fast unlösliche Bariumsalz durch Zersetzung des letzteren mit Schwefelsäure gewonnen werden.[1]

Es kann auch durch Sulfonierung von Anthrachinon bei relativ milden Bedingungen in Gegenwart von Quecksilber (0,5 %) mit 20%iger Schwefelsäure dargestellt werden. Zur Vermeidung der Disulfonierung wird die Reaktion nur bis zu einem Umsatz von etwa 50 % bei einer Temperatur von 120 °C durchgeführt. Die Anthrachinon-1-sulfonsäure wird als Kaliumsalz gefällt (Diamantsalz) und dann entsprechend dem obigen Verfahren gewonnen.[4]

Eigenschaften

Anthrachinon-1-sulfonsäure ist ein zitronengelbe kleine Kristalle (aus Benzol oder Chlorbenzol auskristallisiert). Mit Thionylchlorid gekocht reagiert die Verbindung sehr leicht zum entsprechenden Chlorid.[1] Es bleibt jedoch von Bedeutung zur Herstellung von Farbstoffen über sein Chlorid oder Methylaminderivat.[5]

Verwendung

Anthrachinon-1-sulfonsäure wurde hauptsächlich zur Herstellung von 1-Aminoanthrachinon verwendet. Die Herstellung von 1-Aminoanthrachinon über die Sulfonsäure ist wegen des Einsatzes von Quecksilber jedoch stark zurückgegangen. An ihre Stelle tritt die Nitrierung von Anthrachinon und anschließende Reduzierung des 1-Nitroanthrachinons sowie die Druckammonolyse.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Hans Meyer, Karl Schlegl: Über Anhydride aromatischer Sulfosäuren. In: Monatshefte für Chemie und verwandte Teile anderer Wissenschaften. Band 34, Nr. 4, 1913, S. 561–577, doi:10.1007/BF01517770.
  2. Ralph L. Shriner: The Systematic Identification of Organic Compounds. Wiley, 2004, ISBN 978-0-471-21503-5, S. 697 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. a b Heinz-Gerhard Franck, Jürgen W. Stadelhofer: Industrielle Aromatenchemie. Springer Berlin Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-662-07875-4, S. 364 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Kirk-Othmer Concise Encyclopedia of Chemical Technology, 2 Volume Set. Wiley, ISBN 978-0-470-04748-4, S. 846 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).