Anschlag in Manchester 2025

Beim Anschlag in Manchester am 2. Oktober 2025 auf eine Synagoge in Manchester im Vereinigten Königreich starben drei Menschen, darunter der mutmaßliche Attentäter. Etliche weitere wurden verletzt. Die Polizei teilte mit, sie gehe bei dem mutmaßlichen Attentäter Jihad Al-Shamie von einem antisemitischen Motiv aus. Sie wertet den Anschlag als terroristisch.

Hergang

Am Morgen des jüdischen Feiertags Jom Kippur ereignete sich der Anschlag auf die Synagoge der jüdische Gemeinde Heaton Park in Higher Crumpsall, einem Vorort von Manchester. Der mutmaßliche Attentäter Jihad Al-Shamie fuhr gegen 10.30 Uhr in eine Menschenmenge vor der Synagoge. Die jüdischen Gläubigen Adrian Daulby und Melvin Cravitz wurden dabei schwer verletzt und verstarben.[1] Wie sich später herausstellte, starb einer der beiden möglicherweise durch einen Schuss der Polizei.[2] Anschließend stach der mutmaßliche Attentäter auf einen Wachmann ein. Der mutmaßliche Attentäter wurde von der Polizei erschossen.

Reaktionen

Premierminister Keir Starmer kehrte nach der Tat vorzeitig vom Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Kopenhagen in das Vereinigte Königreich zurück.[3]

Am Tag nach dem Anschlag lud der israelische Diaspora-Minister Amichai Chikli als Reaktion den rechtsradikalen britischen Aktivisten Stephen Yaxley Lennon („Tommy Robinson“) nach Israel ein. Er nannte ihn einen „mutigen Führer an vorderster Front im Kampf gegen den radikalen Islam“ und „wahren Freund Israels“. Das Board of Deputies of British Jews und der Jewish Leadership Council kritisierten die Einladung.[4]

Ermittlungen

Die Polizei nahm drei Personen am gleichen Tag fest und wertet den Vorfall als Terroranschlag.[1] Bei den Festgenommenen bestehe der Verdacht der Begehung, Vorbereitung und Anstiftung zu terroristischen Handlungen. Jihad Al-Shamie war ein 35-jährigen britischer Staatsbürger mit syrischen Wurzeln.[5] Man geht davon aus, dass er von einer „extrem islamistischen Ideologie“ beeinflusst wurde. Die Polizei teilte zudem mit, dass er zum Zeitpunkt der Tat auf Kaution auf freiem Fuß gewesen sei. Zuvor war er wegen Vorwürfen von Vergewaltigung festgenommen worden. Er war als Kind ins Land eingereist und 2006 Staatsbürger geworden.[6]

Einzelnachweise

  1. a b Manchester synagogue attack live: One of victims killed and one of those injured were hit by police gunfire. Abgerufen am 3. Oktober 2025 (britisches Englisch).
  2. Debatte über Antisemitismus nach Synagogen-Anschlag in Manchester. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  3. Zwei Tote bei Angriff vor Synagoge in Manchester bei ntv vom 2. Oktober 2025
  4. Judy Maltz: 'A Thug': British Jewry Denounces Invite Extended by Israel to High-profile, Far-right Agitator Tommy Robinson. In: Haaretz, 5. Oktober 2025; Mathilda Heller: Chikli invites Tommy Robinson to Israel, sparking UK Jewish outrage Jerusalem Post, 5. Oktober 2025; Israelischer Minister lädt britischen Rechtsextremen Tommy Robinson ein Die Welt, 4. Oktober 2025; Diaspora minister spars with main UK Jewish groups over his praise and invite for far-right activist Times of Israel, 5. Oktober 2025; Freddy Clayton: [Israeli minister invites English far-right leader, sparking outrage among U.K.'s Jewish community] NBC News, 5. Oktober 2025; Eva Maria Braungart: Israelischer Minister lädt britischen Rechtsextremen Tommy Robinson ein Berliner Zeitung, 4. Oktober 2025; David Hughes: Jewish leaders criticise Israeli government over Tommy Robinson invitation The Independent, 5. Oktober 2025.
  5. deutschlandfunk.de: Anschlag vor Synagoge in Manchester - Ein Opfer womöglich durch Polizeischüsse getötet. 3. Oktober 2025, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  6. "Mutmaßlicher Synagogen-Attentäter von Manchester war auf Kaution frei" 4. Oktober 2025