Anonymous Animals
| Film | |
| Titel | Anonymous Animals |
|---|---|
| Originaltitel | Les animaux anonymes |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2020 |
| Länge | 64 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Baptiste Rouveure |
| Drehbuch | Baptiste Rouveure |
| Produktion |
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| Musik | Damien Maurel |
| Kamera |
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| Schnitt | Baptiste Rouveure |
| Besetzung | |
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Anonymous Animals ist ein französischer Horror-/Fantasyfilm von Baptiste Rouveure aus dem Jahr 2020.
Handlung
In einer fiktiven Welt sind die Rollen anders verteilt. Anthropomorphe Tiere halten Menschen als Haus- und Nutztiere. Der Film zeigt das Schicksal von zwei Menschengruppen. Ein Mensch wird wie ein Hund gehalten und für eine Art Hundekampf trainiert. Am Ende unterliegt er einem anderen Menschen, der ihn widerwillig tötet. Der Sieger flieht aus seinem Zwinger und wird von einem Hirsch auf der Flucht erschossen.
Eine weitere Gruppe von Menschen wird gejagt, zusammengetrieben und in einen Stall gebracht. Einer nach dem anderen mit einem Elektroschocker betäubt und zur Schlachtkuh getrieben. Einer Frau gelingt die Flucht. Als sie ihrem Bauern entkommt trifft sie auf den Schlachter, der sie scheinbar retten will und dann hinterrücks mit einem Bolzenschuss tötet.
Der Film kommt ohne Dialoge und Erklärungen aus.
Hintergrund
Der Film hinterfragt durch die umgekehrte Rollenverteilung den Platz von Tieren in unserer Gesellschaft. Regisseur Baptiste Rouveure wuchs auf dem Land und sehr naturnah auf. Als Kind entwickelte er eine wiederkehrende Zwangsvorstellung von einem Pferd, das einen Mann angreift, um ihn zu fressen. Zugleich bekam er täglich Ausbeutung und Jagd mit. So wuchs in ihm die Idee, einen Film über die Spezies Mensch zu machen, die von anderen Spezies gehalten und wie Nutzvieh behandelt wird.[2][3]
Rezeption
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als experimentellen Horrorfilm. „Die Kritik an der Bestialität der Menschheit, die mit dieser das Mensch-Tier-Verhältnis umkehrenden und gerade dadurch entlarvenden Motivik einhergeht, bleibt zwar sehr schlicht und vage, dennoch gelingt inszenatorisch ein in seiner Radikalität bemerkenswertes Schauerstück.“[4]
Auf Filmchecker schrieb Marcel Demuth: „Erschütternd, schockierend und traurig. [Der Film] ist ein Weckruf und gleichzeitig Schlag in die Magengrube. Der experimentelle Film mit dem doppeldeutigen Titel bringt Menschen in gleiche Situationen, in die tagtäglich Tiere unfreiwillig hineingeraten und so ihrem Schicksal schutzlos ausgeliefert sind. (…) [D]as filmische Ergebnis ist kontrovers und regt zum Denken an. Somit hat Rouveure wohl das erreicht, was er erreichen wollte. Für ein Langfilmdebüt beachtlich! (…) Anders als der thematisch ähnliche THE FARM hält ANONYMOUS ANIMALS von zu extremen Gewaltmomenten Abstand. Dennoch wirkt Gezeigtes hart und verstörend.“[3]
Emily Naser-Hall, Assistenzprofessorin an der Western Carolina University, versteht den Film neben seiner klaren Botschaft für Tierrechte auch als Beitrag zum Postkolonialismus.[5]
Auszeichnungen
Der Film wurde auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt. Beim FANtastic Horror Film Festival in San Diego 2020 wurde er als Gewinnerfilm („Best of the Fest“) ausgezeichnet. Ebenso gewann er den Festivalpreis des Derby Film Festival sowie den Jury Award des Cinemafantastique International Genre Film Fest und des Maracay International Film & Video Festival. Beim Rock Horror Film Festival 2021 wurde er als Best Sinister Feature ausgezeichnet.[6]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Anonymous Animals. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).
- ↑ Anonymous Animals - 2020. In: Düsseldorfer Filmkunstkinos. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
- ↑ a b Marcel Demuth: Filmkritik: „Anonymous Animals“ (2020). In: Filmchecker. 16. Juli 2020, abgerufen am 23. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ Anonymous Animals. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 23. Oktober 2025.
- ↑ 'Anonymous Animals' and the Making of a Monster | Certified Forgotten. 26. Januar 2022, abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Anonymous Animals (2020) - Auszeichnungen - IMDb. Abgerufen am 23. Oktober 2025 (deutsch).