Anneliese Loose-Hartke
Anneliese Loose-Hartke (geborene Hartke, am 30. Dezember 1921 in Bremen; gestorben am 14. Februar 2007 ebenda) war eine Bremer Bürgerin, die sich für die Geschichte und den Erhalt des Bremer Schnoorviertels engagierte.
Leben
Anneliese Hartke wurde am 30. Dezember 1921 in Bremen geboren. Sie war die Tochter des Bäckermeisters Christian Hartke, der seine Bäckerei im Hartke-Haus im Schnoor hatte und besuchte die Domschule und danach das Lyzeum-Janson. Sie plante, technische Zeichnerin zu werden, lernte jedoch 1943 einen kriegsverletzten Leutnant aus Dresden kennen. Wolfgang Loose hatte nach dem Abitur eine Banklehre absolviert und befand sich auf Erholungsurlaub in Bremen. Nach Krieg und Kriegsgefangenschaft zurück bewarb er sich bei der Bremer Bank, bekam jedoch keine Anstellung, aber Anneliese Hartke und er heirateten. Anneliese Hartke hatte bereits in ihrer Jugend und auch während des Zweiten Weltkriegs in der elterlichen Bäckerei mitgearbeitet und gemeinsam mit ihrem Mann übernahm sie diese nun. Das Paar bekam einen Sohn.[1]
Schnoor
Das Ehepaar Loose-Hartke sammelte ab 1959 Materialien über den Schnoor, ein Bremer Stadtviertel in der Altstadt von Bremen, welches den Krieg unversehrt überstanden hatte. Mit diesem Material gründeten sie das Schnoor-Archiv, das die baugeschichtliche Entwicklung des Schnoors dokumentierte. Es hatte seinen Sitz zunächst im Haus Schnoor 21, später im Hartke-Haus. Dem folgte der Ausbau eines Schifferhauses, das Anneliese Loose-Hartke 1972 von ihrer Tante geerbt hatte, zu einem Museum. Dieses war dreißig Jahre lang für Besucher geöffnet.[1]
Weiteres Engagement
Neben ihrer Arbeit in der Bäckerei und dem Museum und Archiv war Anneliese Loose-Hartke auch kirchlich, sportlich und sozial engagiert. Dabei waren ihr alte, vereinsamte Menschen wichtig und sie versuchte diesen zu helfen und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Bald entwickelte sie die Idee, mit ihrem Mann eine Stiftung zu gründen, die sich das Wohlergehen alter Menschen als Aufgabe setzte.[1]
Das Ehepaar zog, als die Gesundheit von Anneliese Loose-Hartke schlechter wurde, in das Landhaus Horn. Das Schifferhaus wurde 2002 verkauft, Pläne es weiter als Museum zu betreiben, ließen sich nicht realisieren. Das Haus wurde zwangsversteigert.[1]
Anneliese Loose Hartke starb am 14. Februar 2007.
Ehrungen
Das Bundesverdienstkreuz wurde Anneliese Loose-Hartke 2001 durch den Bundespräsidenten Johannes Rau verliehen. In der Laudatio wird dazu gesagt:[1]
„1972 übernahm das Ehepaar Loose als Familienerbe das "Schifferhaus". Seitdem betreibt Anneliese Loose-Hartke in Eigenregie ehrenamtlich das kleine, private Heimatmuseum im Schnoor-Viertel. Damit wird vielen Besuchern dieses schönen Stadtteils die Möglichkeit geboten, ein Stück Alt Bremen kennen zu lernen. Dafür ergreift die 79jährige Frau immer noch selbst die Initiative und begleitet die Gäste in „echt Bremer Führung“ durch das kleine Haus. Drei volle Gästebücher mit Eintragungen von Besuchern aus aller Welt dokumentieren die nachhaltigen Eindrücke, die die Rundgänge hinterlassen haben. Zudem vermittelt die Bremerin gern Schülerinnen und Schülern ein Stück Heimatgeschichte. Zusätzlich zu diesem persönlichen Engagement für das „Schifferhaus“. unterstützt Anneliese Loose-Hartke intensiv und ehrenamtlich das Schnoor-Archiv mit seinen vielen Bremensien.“
Ihr zu Ehren wurde am Landhaus Horn 2011 eine Magnolie gepflanzt und im Bürgerpark wurde der Aussichtsplatz nach ihr benannt. Im Jahr 2007 wurde eine nach Anneliese Loose-Hartke benannte Stiftung gegründet. Sie zeichnet jedes Jahr Menschen, Initiativen und Organisationen aus, die in ihrem Sinne arbeiten. Diese werden mit einem Festakt im Bremer Rathaus geehrt.
In Bremen wurde ein FrauenOrt nach Anneliese Loose-Hartke benannt.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Bremer Frauengeschichte - Biografien:Kunath, Hanna. In: bremerfrauengeschichte.de. Abgerufen am 4. Dezember 2025.