Annabelle Mandeng

Annabelle Mandeng (* 2. April 1971 in Göttingen, Niedersachsen) ist eine deutsche Schauspielerin, Moderatorin, Synchronsprecherin und Malerin.

Leben und Karriere

Annabelle Mandeng wurde als Tochter einer deutschen Studienrätin und eines in Karlsruhe studierenden Kameruners geboren.[1] 1973 trennten sich die Eltern und Mandeng wuchs mit ihrem älteren Bruder bei der Mutter in Bad Zwischenahn auf. Diese nahm 1980 eine Tätigkeit für den Deutschen Entwicklungsdienst in Togo auf und zog mit den Kindern in das westafrikanische Land. Drei Jahre später siedelte die Familie nach Pakistan über, wo Mandeng in Lahore den US-amerikanischen Highschool-Abschluss machte und anschließend in Deutschland das Abitur.[1] Dank ihrer Auslandsaufenthalte spricht Annabelle Mandeng neben ihrer Muttersprache Deutsch fließend und akzentfrei Englisch und Französisch.

Als Schülerin trat sie 1990 in der Sat.1-Sendung Fort Boyard – Ein Spiel für Abenteurer als Kandidatin auf.

Ihre TV-Karriere begann Mandeng bei Hamburg1 als Moderatorin u. a. der Livegameshow Zoom-City und wechselte 1995 als Wetterfee für alle Regionalprogramme zu RTL[2][3]. Seit 1999 moderierte sie Fit for Fun TV bei VOX. Im Herbst 2000 startete sie die Plauderrunde „Wir vier“ beim ZDF mit Susanne Fröhlich und Sibylle Nicolai.[4] 2006 nahm sie zusammen mit dem Eiskunstläufer Matthias Bleyer an der ProSieben-Show Stars auf Eis teil. Bis 2010 präsentierte sie das 3sat-Magazin vivo. Von 2016 bis 2019 moderierte Mandeng die Wettbewerbsfilme der Berlinale, die Verleihung des Goldenen Ehrenbären, der Berlinale Kamera und der European Shooting Stars. 2020 war sie die Stimme der Berlinale. National und international wird Annabelle Mandeng aufgrund ihrer Sprachkenntnisse als Moderatorin eingesetzt, z. B. für die IFA Global Presse Conference und die European Aviation Awards. Für die deutsche Bundesregierung hat sie das 6. Zukunftsforum geleitet.

Als Schauspielerin spielte sie am Theater sowie neben Otto Sander und Robert Stadlober in dem Kinofilm Donau, Dunaj, Dana und im Tatort Dschungelbrüder jeweils die weibliche Hauptrolle und in der Sat.1-Serie Bis in die Spitzen die durchgehende Rolle „Heidi“.

2016 spielte sie die Rolle der „Kassandra“ in Wanja und Sonja und Mascha und Spike von Christopher Durang[5] und die Rolle des „Bassa Selim“ in der Inszenierung der Entführung aus dem Serail von Rodrigo Garcia an der Deutschen Oper in Berlin, die 2017 und 2020 wieder aufgenommen wurde.

2020 war Mandeng in der Rolle der „Eva“ in Burhan Qurbanis Spielfilm Berlin Alexanderplatz neben u. a. Joachim Król, Jella Haase und Albrecht Schuch zu sehen, der am 26. Februar 2020 im Berlinale-Wettbewerb Weltpremiere feierte.

Am 18. Januar 2025 moderierte sie den Festakt zur feierlichen Eröffnung des Festjahres 2025 der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz im Opernhaus Chemnitz.[6] Am 20. März 2025 moderierte sie zudem die Verleihung des Medienpreises der Deutschen AIDS-Stiftung.[7]

Bildende Kunst

Auch als Malerin tritt sie immer öfter in Erscheinung. Als Jugendliche hatte sie angefangen, ihre Kunst gezielt umzusetzen. Das Experimentieren mit Malen, Skulpturen aus Holz und Ton kam hinzu. Kunst zu studieren kam für ihre Familie jedoch nicht in Frage. Sie entschied sich für einen Beruf, in dem sie sich ausdrücken konnte und wurde Schauspielerin und Moderatorin. Ihr Bedürfnis sich haptisch auszudrücken und Bleibendes zu schaffen, blieb dennoch und so malte sie weiter und stellte Anfang des 2000er Jahre ihre vornehmlich gegenständlichen Ölbilder aus. Durch ihren Bekanntheitsgrad berichtete die Presse und sie wurde dazu in zu Talkshows eingeladen. Seit knapp zwei Jahren widmete sie sich nun der Umsetzung ihrer Hope Reihe. Es entstehen Harmonien und Disharmonien, die schließlich zu einem Bild verschmelzen. Sie malt, um zu kommunizieren, um Themen gegenständlich zu machen, die jeden von uns in der heutigen Zeit betrifft.[8]

Sie wurde in Berlin von der Galerie Z22 eingeladen und konnte an Gruppenausstellungen teilnehmen.

Veröffentlichungen

  • Umwege sind auch Wege: Vom Schwarzsein und anderen Abenteuern, Eden Books, Berlin 2021, ISBN 978-3-95910-315-2

Filmografie (Auswahl)

Ausstellungen

Commons: Annabelle Mandeng – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b „Über die Lust am Machen“ – Annabelle Mandeng, Chapeau, 2017
  2. Immer auf dem Sprung, abendblatt.de vom 20. März 1999
  3. Annabelle Mandeng ist eine Sportskanone Fit for Fun mit Annabelle, mopo.de vom 12. Februar 1999
  4. Das Frauen-Quartett. In: Der Spiegel. Nr. 13, 2000, S. 129 (online27. März 2000).
  5. Wirrungen um „Wanja und Sonja und Mascha und Spike“ in Osnabrücker Zeitung vom 23. März 2016; abgerufen am 12. Juli 2018
  6. Festakt zur Eröffnung. In: theater-chemnitz.de. Abgerufen am 18. Januar 2025.
  7. Preisträgerinnen und Preisträger: 2023/24. In: medienpreis-hiv.de. Abgerufen am 29. Juni 2025.
  8. MANDENG & MANDENG. In: galerie-z22.com. Abgerufen am 29. Juni 2025.