Anna Arnold Hedgeman
Anna Arnold Hedgeman (* 5. Juli 1899 in Marshalltown, Iowa; † 17. Januar 1990 in New York) war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin, Pädagogin und Politikerin.[1][2] Im Jahr 1954 wurde sie als erste afroamerikanische Frau Mitglied eines Bürgermeisterkabinetts in New York City.[2]
Leben
Hedgeman wuchs in Anoka, Minnesota, auf und schloss 1922 als erste afroamerikanische Frau an der Hamline University ab.[3] Nach einer ersten Lehrtätigkeit am Rust College in Mississippi übernahm sie Leitungsfunktionen in YWCA-Zentren in Ohio, New Jersey, Pennsylvania und New York.[3] Im Jahr 1933 heiratete sie den Sänger Merritt Hedgeman.[3] In den 1940er-Jahren wurde sie Geschäftsführerin des National Council for a Permanent Fair Employment Practices Commission und arbeitete später als Assistentin von Oscar R. Ewing, dem Leiter der Federal Security Agency.[2] Von 1954 bis 1958 diente sie als Assistentin des New Yorker Bürgermeisters Robert F. Wagner.[2] 1960 kandidierte sie als Demokratin erfolglos für den Kongress; 1965 scheiterte sie auf einem Reformticket als Kandidatin für das Amt der Präsidentin des New Yorker Stadtrats.[2]
Wirken
Im Jahr 1963 war Hedgeman als einzige Frau Mitglied des Organisationskomitees des March on Washington for Jobs and Freedom.[3] Sie setzte sich für die Bündelung zweier zunächst separat geplanter Demonstrationen – einen Jobs-Marsch und einen Bürgerrechtsmarsch –, um größere Wirkung zu erzielen.[3] Als sie feststellte, dass auf dem Rednerprogramm keine Frau vorgesehen war, schrieb sie einen Brief an die „Big Six“ und forderte eine weibliche Vertreterin auf der Bühne.[4] Auf Drängen von Hedgeman und Verbündeten wie Dorothy Height und Pauli Murray wurde Myrlie Evers in das Programm aufgenommen.[4] Am Tag selbst wurden Frauen im Rahmen eines kurzen Tribute to Negro Women Fighters for Freedom vorgestellt, und Daisy Bates sprach nur kurz.[5]
Dennoch blieb der Auftritt von Frauen marginal, was innerhalb der Bewegung Debatten über Sexismus verstärkte.[4] Bei der Mobilisierung für den Marsch koordinierte sie – gestützt auf kirchliche und gewerkschaftliche Netzwerke – Gruppen von Hunderten bis Tausenden Teilnehmenden.[4] Zugleich arbeitete Hedgeman als Mitarbeiterin der Commission on Religion and Race des National Council of Churches daran, Kirchen gegen rassistische Ungerechtigkeit zu mobilisieren, bevor sie Ende 1967 in den Ruhestand ging.[2]
Sie gehörte 1966 zu den Mitbegründerinnen der National Organization for Women (NOW).[3] Sie veröffentlichte die Memoiren The Trumpet Sounds und The Gift of Chaos.[3] In Minnesota wird ihre Rolle als einzige Frau im Organisationskomitee bis heute besonders hervorgehoben.[6] Ihr Beitrag gilt als zentral dafür, die Leistungen afroamerikanischer Frauen in der Bürgerrechtsbewegung sichtbar zu machen.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Lindiwe Vilakazi: Remembering Anna Arnold Hedgeman. In: The Washington Informer. 12. Februar 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f Joan Cook: Anna Hedgeman Is Dead at 90; Aide to Mayor Wagner in 1950's. In: The New York Times. 26. Januar 1990, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f g Curt Brown: Civil rights pioneer Anna Arnold Hedgeman left Anoka, Hamline to make her mark. In: Star Tribune. 17. April 2021, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e N'dea Yancey-Bragg; Christine Fernando: Sexism almost sidelined Black women at 1963 March on Washington. How they fought back. In: USA TODAY. 23. August 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Olivia B. Waxman: Her Fight for Civil Rights Was Recognized During the March on Washington’s Tribute to Women—But She Wasn’t Actually There. In: TIME. 17. September 2019, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Remembering civil rights activist Anna Arnold Hedgeman of Anoka. In: MPR News. 31. August 2020, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).