Ankunft von Kaiserin Elisabeth in Miramare
Die Ankunft von Kaiserin Elisabeth in Miramare ist ein Gemälde von Cesare Dell’Acqua (1821–1905) und Teil eines aus sieben Ölgemälden bestehenden Zyklus, der zur Ausstattung des Schlosses Miramar[Anm. 1] von Kaiser Maximilian von Mexiko 1864 beauftragt wurde.
Hintergrund
Das Schloss Miramar wurde von Kaiser Maximilian – er war zunächst noch Erzherzog – für sich und seine Frau Charlotte errichtet. Der Bau begann 1856 und wurde 1860 abgeschlossen. Die Arbeiten an der Innenausstattung zogen sich allerdings bis 1870 hin. Um dem neuen Schloss mehr historischen Hintergrund und Glanz zu verleihen, beauftragte Maximilian den Historiker Pietro Kandler (1804–1872) mit einer Studie, welche historischen Ereignisse sich an dem Ort und in der Umgebung des Schlosses zugetragen hatten. Dies war die Grundlage für einen Gemäldezyklus, mit dem der „Historische Saal“, einer der Repräsentationsräume im Obergeschoss des Schlosses, ausgestattet werden sollte.[1] Alle sechs Wand- und das Deckengemälde stammen von Cesare Dell’Acqua. Die Gemälde entstanden zwischen 1857 und 1867 und sind[2]:
- Die Bewohner von Grignano[Anm. 2] erblicken das vorbeifahrende Schiff der Argonauten, Öl auf Leinwand, 126×151 cm, 1867
- Kaiserin Livia in Grignano, Öl auf Leinwand, 126×183 cm, 1858
- Kaiser Leopold I. (1640–1705) besucht das Franziskanerkloster Grignano, Öl auf Leinwand, 126×123 cm, 1857
- Deckengemälde Maximilian gründet Schloss Miramar (Apotheose Maximilians), Öl auf Leinwand, 305×232 cm, 1867
- Ankunft von Kaiserin Elisabeth in Miramare, Öl auf Leinwand, 125×184 cm, 1865
- Erzherzog Maximilian empfängt die mexikanische Delegation, die ihm die Krone Mexikos anbietet, Öl auf Leinwand, 125×182 cm, 1864
- Abreise von Maximilian und Charlotte nach Mexiko, Öl auf Leinwand, 129×155 cm, 1866
Bildinhalt
Das zugrunde liegende Geschehen ereignete sich am 18. Mai 1861. Kaiserin Elisabeth von Österreich befand sich auf dem Rückweg von einem Aufenthalt in Madeira und setzte – nach einigen Tagen Aufenthalt in Miramare – die Weiterreise nach Wien mit der Eisenbahn fort. Für die Fahrt von Madeira nach Miramar war ihr von Königin Victoria deren Yacht Victoria & Albert zur Verfügung gestellt worden. Kaiser Franz Joseph I. und sein jüngerer Bruder, Erzherzog Maximilian, waren der Kaiserin bis Piran entgegengefahren, so dass der Kaiser, die Kaiserin und der Erzherzog gemeinsam in Miramar eintrafen.[3]
Elisabeth bildet zusammen mit Erzherzogin Charlotte die zentrale Figurengruppe des Gemäldes. Elisabeth steht links und kontrastiert in ihrem dunklen blau-grünen Reisekleid gegen die sie umgebenden Figuren, die überwiegend hell gekleidet sind, so auch Charlotte (rechts), die ihr gegenüber in einem rosa Kleid mit weißem Überwurf erscheint. Die beiden Ehemänner, Kaiser Franz Joseph I. (links) und Erzherzog Maximilian (rechts), stehen noch in der Barkasse, mit der sie von der Victoria & Albert zur Anlegestelle gefahren sind. Hinter ihnen präsentieren die englischen Matrosen ihre Ruder. Die übrigen Personen sind Hofpersonal.
Literatur
- Andreina Contessa und Alice Cavinato: Miramare. Das Schloss und sein Park. Kunsthistorisch-botanischer Museumsführer. Silvana, Cinicello u. a. 2023. ISBN 978-883665719-3
Anmerkungen
- ↑ Das Schloss trug in der Zeit, als es zu Österreich gehörte, die Bezeichnung „Miramar“. Nachdem es durch den Ausgang des Ersten Weltkriegs an Italien gefallen war, trug es die Bezeichnung „Miramare“.
- ↑ Grignano war das Dorf, bei dem Maximilian das Schloss Miramar bauen ließ. Grignano ist heute ein Stadtteil von Triest.