Anka Feldhusen
Anka Feldhusen (* 1966 in Elmshorn) ist eine deutsche Diplomatin. Sie ist seit 2023 Direktorin für Zivile Krisenprävention und Stabilisierung im Auswärtigen Amt.[1] Vorher war sie von Juli 2019 bis Juli 2023 Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Kiew, Ukraine.[2]
Leben
Anka Feldhusen legte ihr Abitur 1985 an der Kieler Gelehrtenschule ab und studierte anschließend Politikwissenschaften, Slawistik und Anglistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (1985–1987) und am Institut d’études politiques de Paris (1987–1990), wo sie ihr Diplom erhielt.
Nach erfolgreich absolviertem Auswahlwettbewerb des Auswärtigen Amts nahm sie an der Attachéausbildung für den höheren Auswärtigen Dienst in der Aus- und Fortbildungsstätte des Auswärtigen Amtes in Bonn-Ippendorf (1993–1994) teil.
Von 1994 bis 1997 war sie Presse- und Protokollreferentin der Botschaft in Kiew (Ukraine). Ein Masterstudium im Fachbereich „Internationale Beziehungen“ absolvierte sie von 1997 bis 1998 an The Fletcher School of Law and Diplomacy in Medford (USA).
Von 1998 bis 2001 war sie Protokollreferentin des Auswärtigen Amtes in Bonn und Berlin. Während dieser Zeit leitete sie im Jahr 2000 für zwei Monate das Büro des Auswärtigen Amtes in Prizren in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Anschließend war sie Referentin im EU-Koordinierungsstab am Auswärtigen Amt Berlin (2001–2002), ständige Vertreterin des Leiters der Botschaft Havanna (Kuba; 2002–2005) und Leiterin der Fortbildung des Auswärtigen Amtes Berlin (2005–2009). Nach einem neunmonatigen Sprachkurs wurde sie ständige Vertreterin des Leiters der Botschaft in Kiew (2010–2015), sie spricht seitdem fließend Ukrainisch.[3] Anschließend wurde sie Referatsleiterin Ostafrika des Auswärtigen Amtes Berlin (2015–2016) und Referatsleiterin der Abteilung Grundsatzfragen der Außenpolitik des Bundespräsidialamtes Berlin (2016–2019).
Im Juli 2019 übernahm sie zum dritten Mal einen Posten an der deutschen Vertretung in Kiew, nun als Botschafterin.[4] Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Evakuierung der dortigen Botschaft im Februar 2022 wurde Feldhusen zunächst in Urlaub geschickt und ihre Mission durch den kurzfristig aus Griechenland abberufenen Botschafter Ernst Reichel von Zamość (Polen) heraus vertreten.[5] Später koordinierte sie von Rzeszów und Zamość aus Hilfslieferungen für die Ukraine. Im Mai 2022 kehrte sie in die Botschaft in Kiew zurück.[6][7] Nach einigen Monaten Spekulationen wurde Feldhusen am 17. Juli 2023 im Amt der Botschafterin von Martin Jäger abgelöst.[8][9] Seither ist Feldhusen im Auswärtigen Amt Beauftragte für Zivile Krisenprävention und Stabilisierung.[10][11]
Weblinks
- Lebenslauf. In: Deutsche Botschaft Kiew. Auswärtiges Amt, archiviert vom am 27. März 2022; abgerufen am 8. November 2024.
Einzelnachweise
- ↑ Berlin Peace Dialogue 2023. Abgerufen am 8. November 2024 (deutsch).
- ↑ Meldung im Bundesanzeiger: BAnz AT 22.10.2019 S2
- ↑ Zeit des Erwachens. In: Süddeutsche Zeitung, 18./19. Februar 2023, S. 13.
- ↑ Volodymyr Zelenskyy accepted credentials from ambassadors of a number of foreign states — Official website of the President of Ukraine. In: Official website of the President of Ukraine. 24. Juli 2019 (gov.ua [abgerufen am 22. November 2025]).
- ↑ Daniel Brössler: Ukraine-Krieg: Rätselraten um deutsche Botschafterin. 7. März 2022, abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Tennyson Dearing: Former German Ambassador Anka Feldhusen on Managing Friendship in Ukraine. In: kyivpost.com. Archiviert vom am 21. August 2025; abgerufen am 22. November 2025 (ukrain).
- ↑ „Es ist ungewöhnlich leer und ruhig“ welt.de, 12. Juni 2022.
- ↑ Anka Feldhusen wird ihre Amtszeit als deutsche Botschafterin in der Ukraine im Juli beenden. In: ukrinform.de. 9. Mai 2023, abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Deutschland hat neuen Botschafter in der Ukraine. In: n-tv.de. 20. Juli 2023, abgerufen am 20. Juli 2023.
- ↑ Delegationsbesuch nach Brüssel und Berlin. In: kas.d. 24. Mai 2024, abgerufen am 22. November 2025 (deutsch).
- ↑ Berlin Peace Dialogue 2024. In: Beirat Zivile Krisenprävention und Friedensförderung. beirat-zivile-krisenpraevention.org, abgerufen am 22. November 2025 (deutsch).
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Ernst Reichel | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kiew 2019–2023 | Martin Jäger |