Anja Stukenbrock

Anja Stukenbrock (* 1969) ist eine deutsche Germanistin, Linguistin und Hochschullehrerin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Leben und Wirken

Stukenbrock studierte ab 1989 Germanistik und Anglistik an der Universität Heidelberg, wo sie 1996 nach einem Auslandssemester an der University of Edinburgh ihr Staatsexamen ablegte. Ab 1997 war sie als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache, Sprach- und Literaturwissenschaft am Internationalen Studienzentrum der Universität Heidelberg tätig. Unterbrochen wurde diese Tätigkeit von einer Gastdozentur für Deutsch als Fremdsprache am Institut Teknologi Mara in Schah Alam, Malaysia, im Sommer 1998. 2004 wurde Stukenbrock von der Universität Heidelberg summa cum laude mit der Schrift Sprachnationalismus: Sprachreflexion als Medium kollektiver Identitätsstiftung in Deutschland (1617–1945) zur Dr. phil. promoviert. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Seminar der Universität Freiburg im Breisgau. 2008 wurde sie Junior Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Von der Universität Freiburg wurde sie 2012 habilitiert und erhielt die Venia legendi für das Fach Deutsche Sprachwissenschaft.

Ab 2012 hatte Stukenbrock die ordentliche Professur für Germanistische Linguistik an die Universität Duisburg-Essen inne.[1] Einen Ruf der Universität Würzburg im folgenden Jahr lehnte sie ab, folgte aber 2014 einem Ruf der Universität Jena auf die Professur für Germanistische Sprachwissenschaft. 2016 wechselte Stukenbrock auf den Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft an die Universität Lausanne. Dort war sie von 2020 bis 2021 zudem Institutsdirektorin des Germanistischen Seminars. 2020 folgte sie einem Ruf ihrer Alma Mater und hat somit seit Juni 2021 den Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft unter Berücksichtigung der Sprachgeschichte an der Universität Heidelberg inne. Sie ist Mitglied unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft.

Forschung

Stukenbrocks Forschungsschwerpunkte liegen vor allem in der interaktionalen Linguistik. Für ihre Forschung bedient sie sich unter anderem der multimodalen Konversationsanalyse, dem mobilen Eye-Tracking und der Deixis. Dabei widmet sie sich interdisziplinär auch der linguistischen Trauma- und Psychotherapieforschung. Sie forscht zudem zur historischen Pragmatik und zu den Zusammenhängen von Sprache, Raum, Nation und Identität, insbesondere zur Sprachreflexionsgeschichte. Sie war unter anderem an den von der DFG geförderten Forschungsprojekten Interaktionale Grammatik: Appositionen und appositionsähnliche Konstruktionen im gesprochenen Deutsch zwischen interaktionaler Praktik und syntaktischem Muster und Heimat „am Phantasma“: Deiktische Imaginationen verlorener und erhoffter Lebenswelten zwangsemigrierter deutschsprachiger Juden beteiligt.[2]

Publikationen (Auswahl)

  • Sprachnationalismus : Sprachreflexion als Medium kollektiver Identitätsstiftung in Deutschland (1617–1945). De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 978-3-11-018278-1 (Dissertation).
  • Deixis in der face-to-face-Interaktion. De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-030744-3.

Einzelnachweise

  1. Prof. Dr. Anja Stukenbrock ist neu an der Uni, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  2. Professorin Dr. Anja Stukenbrock auf gepris.dfg.de, abgerufen am 5. Oktober 2025.