Anita Daniel
Anita Daniel, auch Anita Joachim-Daniel, (geboren 21. Juni 1892[1], auch 1893[2], auch 13. November 1902 in Iași, Königreich Rumänien; gestorben 17. Juni 1978[3] in New York City) war eine rumänische Schriftstellerin, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland über die Schweiz in die Vereinigten Staaten floh.
Leben
Anita Daniel war die Tochter einer großbürgerlichen rumänischen Familie und wuchs zweisprachig Französisch und Deutsch in Paris auf. Ihr Halbbruder Leon Daniel (1901–1974) gründete nach seiner Emigration in New York mit Celia Kutschuk und Alfred Eisenstaedt die Fotoagentur PIX. Sie heiratete 1921 in Baden den Physiker Hans Joachim (1891–)[4], die Ehe wurde 1925 geschieden. Sie ging nach Berlin und schrieb ab 1925 Artikel für die Zeitschriften Die Dame und Uhu. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 floh sie in die Schweiz, wo sie Mitarbeiterin der Basler National-Zeitung wurde. 1934 begleitete sie den Fotojournalisten Willem van de Poll auf einer Reise durch Island.
Sie emigrierte 1941 in die USA. Daniel schrieb dort Beiträge für das New York Times Magazine, für This Week, Vogue, The Christian Science Monitor, The American Mercury und über dreißig Jahre lang für die deutschsprachige jüdische Zeitung Aufbau. Beim Birkhäuser Verlag in der Schweiz veröffentlichte sie unter ihrem Vornamen Anita eine Serie von unterhaltsamen Reisebüchern.
Schriften (Auswahl)
- Anita Joachim-Daniel: Ein bißchen Glück, ein bißchen Wärme, ein bißchen Lachen. Basel: Birkhäuser, 1942
- Anita: Ich reise nach New York. Illustrationen J. M. Moll. Basel: Birkhäuser, 1950
- Anita: I Am Going to Switzerland. New York: Howard-McCann, 1952
- Anita: I Am Going to Italy. New York: Howard-McCann, 1955
- Anita Daniel: The Story of Albert Schweitzer. New York: Random House, 1957
- Anita: Ich reise nach Paris. Basel: Birkhäuser, 1959
- Anita: Komm mit nach Paris - Ein amüsanter Führer. München: Goldmann
- Anita: Ferien in USA: Kleine Hinweise für die grosse Reise. Basel: Birkhäuser, 1962
- Anita: Sehnsucht nach der Ferne. Basel: Birkhäuser, 1965
- Anita: Ich reise nach London. Basel: Birkhäuser, 1967
- Anita: Komm mit nach London - Ein amüsanter Führer. München: Goldmann, 1971
- Anita: Ich reise nach Mexico. Basel: Birkhäuser, 1968
- Anita: Gedanken über dies und jenes. Basel: Birkhäuser, 1971
- Anita: Bon voyage! : Gedanken über Sinn und Unsinn des Reisens. Basel: Birkhäuser, 1972
- Anita: Die Kunst zu tafeln. Bern: Benteli, 1978
- Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern: Feuilletons über die Mode, die Kunst und das Leben: Texte aus »Die Dame«, »Uhu«, »Aufbau« und Büchern. Hrsg. Katja Behling, Thomas B. Schumann. Hürth: Edition Memoria, 2021
Literatur
- Anna Stüssi: Joachim-Daniel, Anita. In: Deutsches Literatur-Lexikon. Bd. 8: Hohberg–Kober. Francke, Bern 1981, ISBN 3-7720-1537-9, Sp. 581 f.
- Julia Vaje: Joachim-Daniel, Anita, in: Kosch Lit. 20. Jh., Band 23, Sp. 419f.
- Katja Behling: Nachwort, in: Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern..., 2021, S. 241–260
- Erna Wendriner: Frauen, die wir täglich lesen. In: Das Leben, Leipzig, 9. Jg., Nr. 5 vom November 1931, S. 20–26
Weblinks
- Literatur von und über Anita Daniel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Phoebe Kornfeld: Anita Daniel Joachim (Jassy, Iaşi, Rumänien, 21. Juni 1892 – 17. Juni 1978, New York, NY), bei axelspringer-syndication, 03/2025
- Anita and Leon Daniel Family Collection, Center for Jewish History
Einzelnachweise
- ↑ Laut Phoebe Kornfeld (2025) im Jahr 1892, was auch zu dem Nachruf in der NYT passt. Laut Katja Behling/Thomas B. Schumann (2002) ist das Geburtsjahr durchaus unklar
- ↑ 1893 bei Daniel, Anita, University of Michigan
- ↑ Anita Daniel, Nachruf in: The New York Times, 19. Juni 1978. Laut NYT gestorben im Alter von 85 Jahren, das Geburtsjahr wäre demnach 1892/93
- ↑ Die Mitglieder der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in den ersten 100 Jahren ihres Bestehens, bei DPG, PDF