Angriff auf Fanning Island

Angriff auf Fanning Island
Teil von: Erster Weltkrieg (Seekrieg und Erster Weltkrieg außerhalb Europas)

Der bei dem Angriff zerstörte Dynamoraum der Fanning-Kabelstation
Datum 7. September 1914
Ort Fanning Island, Pazifik
Ausgang deutscher Sieg
Folgen Kabelrelais- und Funkstation für kurze Zeit unbrauchbar
Konfliktparteien

Vereinigtes Konigreich 1801 Vereinigtes Königreich

Deutsches Reich Deutsches Reich

Befehlshaber

Vereinigtes Konigreich 1801 Superintendent A. Smith[1]

Deutsches Reich Maximilian von Spee

Truppenstärke

unbekannt

1 Kleiner Kreuzer,
1 Hilfsschiff

Verluste

Kommunikationsstation zerstört
Sachschaden: 2.000 Pfund

keine

Der Angriff auf Fanning Island war eine Militäraktion während des Ersten Weltkriegs, bei der die Deutschen erfolgreich die Kabelrelaisstation auf Fanning Island (heute Teil von Kiribati) angriffen. Vizeadmiral Maximilian von Spee entsandte am 7. September 1914 den Kleinen Kreuzer Nürnberg und das Hilfsschiff Titania, um die Station anzugreifen,[2] während das unter seinem Kommando stehende Ostasiengeschwader auf dem Weg nach Südamerika den Pazifik überquerte.

Hintergrund

Die Insel Fanning war 1888 von Großbritannien annektiert worden. Das britische Telekommunikationsunternehmen Cable & Wireless errichtete auf der Insel eine Relaisstation für sein Unterseekabel im Zentralpazifik. Die Station war Teil der „All Red Line“, die Australien, Neuseeland und Kanada mit dem Mutterland verband.[3]

Die Nachricht vom Krieg erreichte Vizeadmiral Maximilian von Spee vom deutschen Ostasiengeschwader während seines Aufenthalts in Ponape vom 17. Juli bis zum 6. August. Er konzentrierte sein Geschwader zunächst bei der nahegelegenen Marianeninsel Pagan und ging anschließend mit den Panzerkreuzern Scharnhorst, seinem Flaggschiff, und Gneisenau der Scharnhorst-Klasse, dem Kleinen Kreuzer Nürnberg der Königsberg-Klasse, dem Hilfsschiff Titania und mehreren Kohlefrachtern in den Pazifik. Spee beabsichtigte, mit seinen Schiffen nach Südamerika zu laufen, wo britische Handelsschiffe leicht anzugreifen waren.[4] Während der Pazifiküberquerung am 6. September entsandte Spee Nürnberg und Titania, um die britische Kabelrelaisstation auf Fanning zu erkunden und die dortige Funkstation zu zerstören.[2]

Der Angriff

Am frühen Morgen des 7. September 1914 näherte sich der deutsche Kreuzer unter französischer Flagge Fanning. Die Garnison bemerkte die französische Flagge und hisste ihrerseits die britische Flagge am Flaggenmast. Als die Mitarbeiter den Betrug bemerkten, waren bereits deutsche Seeleute auf der Insel gelandet. Kurz vor ihrer Verhaftung gelang es den Funkern noch, eine Nachricht nach Suva, der Hauptstadt Fidschis zu senden: „Es ist die Nürnberg; sie feuern.“[5]

Die Deutschen beschädigten daraufhin die Kabelstation schwer und machten sie funktionsunfähig. Sie kappten weiterhin die Unterseekabel der Insel und zerstörten Ersatzteile und Instrumente. Der Antriebsmotor wurde mit Handfeuerwaffen und Sprengstoff vollständig zerstört.[6] Dokumente sowie ein Waffen- und Munitionslager wurden beschlagnahmt. Auch der Flaggenmast wurde gefällt. Die Inselbesatzung hob die Professionalität und Höflichkeit der deutschen Streitkräfte hervor. Der Sachschaden belief sich auf 150.000 US-Dollar.[7]

Die Kommunikation wurde innerhalb von zwei Wochen wiederhergestellt.[3]

Literatur

  • Paul G. Halpern: A Naval History of World War I. US Naval Institute Press. Annapolis. 1995. ISBN 1-55750-352-4.
  • Holger Herwig: Luxury Fleet: The Imperial German Navy 1888–1918. Humanity Books. Amherst, NY. 1980. ISBN 978-1-57392-286-9.
  • J.A.C. Gray: Amerika Samoa: A History of American Samoa and its United States Naval Administration. United States Naval Institute. Annapolis, Maryland. 1960. OCLC 606510006.

Einzelnachweise

  1. J.B. Taltavall: Telegraph and Telephone Age. 21. Auflage. Band 32. New York, New York 1. November 1914, How the Fanning Island Cable Station Was Captured and Destroyed by the Germans, S. 586 (englisch).
  2. a b Paul G. Halpern: A Naval History of World War I. US Naval Institute Press. Annapolis, MD. 1995. ISBN 1-55750-352-4. S. 88.
  3. a b Fanning Island History. Archiviert vom Original am 30. August 2014; abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  4. Holger Herwig: Luxury Fleet: The Imperial German Navy 1888–1918. Humanity Books. Amherst, NY. 1980. ISBN 978-1-57392-286-9. S. 155–156.
  5. Sydney Morning Herald. 22. Oktober 1914, abgerufen am 26. August 2014 (englisch, Australischer Zeitungsartikel).
  6. Cable War. Archiviert vom Original am 3. September 2014; abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  7. J.B. Taltavall: How the Fanning Island Cable Station Was Captured and Destroyed by the Germans. In: Telegraph and Telephone Age. Band 32 (21 Ausgabe.). New York. 1914. S. 587.