Angela Taylor

Schottland  Angela Taylor

Geburtsdatum 21. März 1987
Geburtsort Paisley, Schottland, Vereinigtes Königreich
Größe 168 cm
Gewicht 65 kg

Position Stürmer
Schusshand Links

Karrierestationen

2003–2005 Paisley Cherokees
2005–2009 New Hampshire Wildcats
2009–2010 Lee Valley Lions
Slough Phantoms
2010–2011 SC Reinach
2011–2018 ZSC Lions Frauen
2021–2025 Streatham Storm

Angela „Angie“ Taylor (* 21. März 1987 in Paisley, Schottland) ist eine ehemalige britische Eishockeyspielerin und derzeitige -trainerin, die seit 2025 Cheftrainerin der ZSC Lions Frauen aus der Women’s League ist. Sie spielte als Stürmerin, war über ein Jahrzehnt eine der führenden Spielerinnen der britischen Nationalmannschaft und hält die Rekorde für erzielte Tore und Scorerpunkte des Nationalteams.

Karriere

Taylor begann ihre Karriere 2003 bei den Paisley Cherokees, für die sie bis 2005 unter anderem in den männlichen Nachwuchsmannschaften des schottischen Spielbetriebs spielte. Parallel zum Eishockey spielte sie zunächst auch Basketball.[1] Anschließend begann Taylor ihre Hochschulkarriere an der University of New Hampshire und spielte von 2005 bis 2009 für die Frauenmannschaft der New Hampshire Wildcats im NCAA-System. In 140 Einsätzen erzielte sie 59 Punkte und gewann mit dem Team viermal den Titel der Hockey East.[2] Ihr Studium in Psychologie schloss sie mit einem Bachelor-Abschluss ab. Für die Saison 2009/10 wechselte sie zurück nach Großbritannien und spielte in der English National Ice Hockey League (Div. II) für die Lee Valley Lions, als erste nicht-Torhüterin überhaupt in einer britischen Männerliga. In 14 Spielen erzielte sie 17 Punkte und erzielte damit als erste Frau ein Tor in einer britischen Männerliga – inklusive eines Hattricks. Parallel spielte sie für die Frauenmannschaft Slough Phantoms, gewann mit ihr die Meisterschaft der Women’s Premier Ice Hockey League und gleichzeitig die britische Meisterschaft.[3]

2010 wechselte Taylor ins Ausland und unterschrieb einen Vertrag beim Schweizer Verein SC Reinach, womit sie die erste britische Frau wurde, die außerhalb des Vereinigten Königreichs (semi-)professionell Eishockey spielte.[3] Nach einem Jahr wechselte sie zu den ZSC Lions Frauen, bei denen sie die folgenden sieben Saisons verbrachte und eine prägende Figur im Schweizer Fraueneishockey wurde. Mit den ZSC Lions gewann sie in den folgenden Jahren insgesamt fünf Schweizer Meistertitel und gehörte in mehreren Spielzeiten zu den erfolgreichsten Spielerinnen bezüglich Tore, Vorlagen und Scorerpunkte.

Im April 2018 gab Taylor ihren Rücktritt vom aktiven Spielbetrieb bekannt[4][5] und arbeitete anschließend als Trainerin im Nachwuchsbereich (u. a. bei den Haringey Hounds, London Capitals). Bei den U18-Weltmeisterschaften der Division IIA in den Jahren 2022 und 2023 betreute sie das britische U18-Frauen-Nationalteam als Cheftrainerin.[6]

2021 kehrte sie in England aufs Eis zurück und spielte bis 2025 für die Streatham Storm in der WNIHL Elite.

Seit 2025 ist sie Cheftrainerin der ZSC Lions Frauen, nachdem der Verein eine Neuorganisation seiner Frauen-Abteilung angekündigt hatte.[7]

International

Angela Taylor vertrat das Vereinigte Königreich zwischen 2003 und 2018 bei insgesamt zehn Frauen-Weltmeisterschaften der Division II und III. Zudem nahm sie mit dem Nationalteam an zwei Qualifikationsturnieren für Olympische Winterspiele teil. Insgesamt bestritt sie 54 Länderspiele in den sie 70 Scorerpunkte, davon 39 Tore, erzielte und damit britische Rekordhalterin in beiden Kategorien ist.[5] 2008 übernahm sie das Kapitänsamt des Nationalteams und realisierte mit diesem den Aufstieg in die Division II bei der Weltmeisterschaft der Division III. Zudem wurde sie als beste Stürmerin des Turniers ausgezeichnet. Bei der Weltmeisterschaft der Division IIA im Jahr 2017 war sie Topscorerin und beste Vorlagengeberin.

Erfolge und Auszeichnungen

International

Karrierestatistik

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
2003/04 Paisley Cherokees Schott. U19-Liga 12 1 4 5 2
2004/05 Paisley Cherokees Schott. U19-Liga 13 4 14 18 6
2005/06 New Hampshire Wildcats NCAA 34 3 9 12 12
2006/07 New Hampshire Wildcats NCAA 33 7 7 14 18
2007/08 New Hampshire Wildcats NCAA 38 1 5 6 16
2008/09 New Hampshire Wildcats NCAA 35 5 22 27 26
2009/10 Lee Valley Lions ENL Div. II 14 8 9 17 10
2009/10 Slough Phantoms WPIHL 12 28 24 52 20
2010/11 SC Reinach LKA 19 25 19 44 28 4 5 4 9 8
2011/12 ZSC Lions Frauen LKA 14 15 14 29 10 6 7 10 17 6
2012/13 ZSC Lions Frauen LKA 18 18 30 48 22 8 0 11 11 16
2013/14 ZSC Lions Frauen LKA 19 20 43 63 26 6 2 6 8 8
2014/15 ZSC Lions SWHL A 18 15 22 37 44 8 2 14 16 16
2015/16 ZSC Lions SWHL A 9 4 9 13 12 6 2 3 5 4
2016/17 ZSC Lions SWHL A 17 16 16 32 10 5 2 2 4 8
2017/18 ZSC Lions SWHL A 3 0 1 1 6 5 5 4 9 4
2021/22 Streatham Storm WNIHL Elite 11 8 8 16 8 2 1 2 3 4
2022/23 Streatham Storm WNIHL Elite 17 16 13 29 12
2023/24 Streatham Storm WNIHL Elite 14 5 6 11 18
2024/25 Streatham Storm WNIHL Elite 10 6 4 10 12
LKA/SWHL-A gesamt 117 113 154 267 158 48 25 54 79 70

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)

International

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/−
2003 Vereinigtes Königreich WM Div. II 5 4 1 5 12 +1
2004 Vereinigtes Königreich WM Div. II 5 2 1 3 30 −1
2005 Vereinigtes Königreich WM Div. III 5 4 6 10 2 +6
2008 Vereinigtes Königreich WM Div. III 5 6 2 8 6 +9
2008 Vereinigtes Königreich Olympia-Qual. 3 2 4 6 0 +3
2009 Vereinigtes Königreich WM Div. II 5 6 0 6 6 +3
2011 Vereinigtes Königreich WM Div. II 1 1 0 1 0 0
2012 Vereinigtes Königreich WM Div. IB 5 2 1 3 10 −1
2013 Vereinigtes Königreich WM Div. IB 5 3 2 5 16 −2
2016 Vereinigtes Königreich Olympia-Qual. 3 2 3 5 2 −1
2017 Vereinigtes Königreich WM Div. IIA 5 3 9 12 2 +8
2018 Vereinigtes Königreich WM Div. IIA 5 4 2 6 4 +4

Einzelnachweise

  1. Ollie Williams: GB's Olympic ice hockey dream. In: news.bbc.co.uk. 2. September 2008, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
  2. Paul Behan: Ice Hockey: Angela storms into the record books. In: dailyrecord.co.uk. 4. März 2009, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b Paul Behan: Ice Hockey Queen Angela to play in Swiss league. In: dailyrecord.co.uk. 24. August 2010, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
  4. Daniel Monnin: ZSC's Angela Taylor and Katrin Nabholz retire from hockey. In: swisshockeynews.ch. 9. April 2018, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  5. a b TAYLOR ANNOUNCES RETIREMENT (Memento vom 29. Mai 2022 im Internet Archive), 6. April 2018
  6. Great Britain legend to take charge of Women’s U18 National team. In: ukhockeyfan.co.uk. 15. März 2022, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
  7. Stabsübergabe bei den Lions Frauen. In: zsclions.ch. 29. April 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.