Anduni – Fremde Heimat

Film
Titel Anduni – Fremde Heimat
Produktionsland Deutschland, Luxemburg
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Elsani Film
Paul Thiltges Distributions
Westdeutscher Rundfunk
Stab
Regie Samira Radsi
Drehbuch Karin Kaçi
Produktion Anita Elsani
Musik
Kamera Matthias Fleischer
Schnitt Thierry Faber
Besetzung

Anduni – Fremde Heimat ist ein deutsch-luxemburgischer Drama-Komödie von Samira Radsi.

Handlung

Die Studentin Belinda, Tochter einer armenischen Familie in Köln, versucht, ihrem engen kulturellen Umfeld zu entkommen. Während sie mit ihrem deutschen Freund Manuel eine gemeinsame Zukunft aufbauen will, stirbt ihr trunksüchtiger Vater Haigan. Der Tod reißt alte Wunden auf und bringt die verstreute Verwandtschaft zusammen. Für Belinda bedeutet das nicht nur organisatorische Aufgaben – etwa die Beantragung der Rente für ihre Mutter Margrit, die kaum Deutsch spricht –, sondern auch die Konfrontation mit den Erwartungen ihrer Familie. Ihre resolute Tante Arsine drängt sie, in deren Schneiderei zu arbeiten und für die Mutter zu sorgen, während gleichzeitig Versuche laufen, sie innerhalb der armenischen Gemeinschaft zu verkuppeln.

Diese Enge belastet die Beziehung zu Manuel, den Belinda nie ihren Eltern vorgestellt hat. Als er einen Studienplatz in Halle erhält, weigert sie sich, eine Fernbeziehung zu führen.

Unterstützung findet Belinda bei ihrem Onkel Levon. Gemeinsam mit ihm und Tante Arsine reist sie nach Armenien. Die Hauptstadt Eriwan wirkt für sie fremd, doch in den Bergen des Landes erfährt sie erstmals eine Verbindung zur Heimat ihrer Eltern. Als Manuel eine Hose bei der Schneiderin Arsine abholt, erfährt er, dass Belinda nach Armenien gefahren ist, um einen Mann zu heiraten.

Produktion

Der Film wurde zwischen dem 29. März und 30. April 2010 in Köln und Armenien gedreht. Er wurde von der Film- und Medienstiftung NRW, dem Deutschen Filmförderfonds und durch die audiovisual investment certificates (CIAV) des Film Fund Luxembourg gefördert.

Veröffentlichung

Die Uraufführung fand am 20. Januar 2011 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis statt. Der deutsche Kinostart fand am 1. Dezember 2011 statt.

Auszeichnungen

Auf dem Filmfestival Max Ophüls 2011 erhielt der Film den Förderpreis der DEFA-Stiftung. Bei den Jupiter-Awards 2012 wurde Irina Potapenko in der Kategorie Beste deutsche Darstellerin und Florian Lukas in der Kategorie Bester deutscher Darsteller nominiert.

Kritik

Das Film-Portal Film+ schreibt in seiner ausführlichen Filmkritik, die Regisseurin presse ihre „ambitionierte Multikulti-Produktion“ in das Format einer Vorabend-Serie. Die Rezensenten bemängeln das Fehlen tieferer Einblicke in die armenische Kultur, vermutlich weil an der Produktion außer Kaçi keine Leute, die aus Armenien stammen, beteiligt gewesen seien. Dem Film fehle offenkundig Regional-Kompetenz. Seinen „engen Horizont“ bevölkerten nach Soap-Manier viele Figuren in ständig wechselnden Konstellationen und Konflikten. „Routiniert gespielt und ansprechend inszeniert, doch insgesamt nur solides TV-Handwerk für die Leinwand. Eine verpasste Gelegenheit: Das kleine stolze Armenien hat Besseres verdient“.[2]

Paul Collmar von Kino-Zeit zieht folgendes Fazit: „Als [...] Beitrag zu einem sich gerade herausschälenden „Kino der Migration“ in Deutschland liefert Anduni – Fremde Heimat einen mit Abstrichen überzeugenden Beitrag, dessen Balance zwischen Komik und Ernsthaftigkeit für einen neuen Ton innerhalb der kinematographischen Debatte sorgt“.[3]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Anduni – Fremde Heimat. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2011 (PDF; Prüf­nummer: 129 841 K).
  2. Anduni – Fremde Heimat Film+, abgerufen am 25. September 2025
  3. Anduni – Fremde Heimat (2011), Kino-Zeit, abgerufen am 25. September 2025