Andrzej Lipski (Bischof)

Andrzej Lipski (* 1572 in Ruski Rzeplin; † 1631 in Krakau, Polen-Litauen) war Großkronkanzler und Königlicher Sekretär sowie von 1617 bis 1622 Bischof von Luzk, von 1622 bis 1631 Bischof von Włocławek und von 1630 bis 1631 Bischof von Krakau, Jurist und Historiker. Zeitweise war er Kanzler der polnischen Königin Constanze Habsburg. Das Geschlecht der Lipski war Teil der Wappengemeinschaft Grabie.

Leben

Andrzej Lipski kam in einer protestatnisch-reformierten Familie zur Welt. Er studierte zunächst in Polen, später die Rechte in Straßburg und Heidelberg. Kurz nach seinem Studium wechselte er in den 1590er Jahren zum katholischen Glauben. Nach seiner Rückkehr nach Polen-Litauen wurde er zunächst 1596 am Hofe des Königs Sigismund III. Wasa Schreiber in der Hofkanzlei sowie Gerichtsassessor der königlichen Gerichte. 1601 stieg er zum Königlicher Sekretär auf und vertrat den polnischen König auf dem Reichstag zu Regensburg. Danach begab er sich nach Rom, wo er 1605 den Doktor beider Rechte erwarb. In Rom begann er auch, seine historischen Schriften zu schreiben. Nach seiner erneuten Rückkehr nach Polen-Litauen erwarb er als Domherr Pfründe in Krakau, Gnesen und Płock. Später wurde er Bischof von Luzk, Włocławek und Krakau sowie fast zeitgleich Unterkronkanzler ab 1618 und Großkronkanzler ab 1620. Als Bischof vertrieb er die Böhmischen Brüder aus Chocz. Ihre Besitztümer übergab er dem neugegründeten Franziskanerkloster. Er förderte die Gegenreformation und unterstützte die Jesuiten bei ihren Rechtsstreitigkeiten mit der Krakauer Akademie. Er schrieb mehrere historische Werke über die Regierungszeit von König Sigismund III. Wasa. An der Wawel-Kathedrale ließ er die Lipski-Kapelle bauen, in der er beigesetzt wurde.

Siehe auch

Literatur

  • Marceli Kosman: Między tronem a ołtarzem. Poznań 2000, ISBN 83-7272-017-7 (polnisch).
  • Krzysztof Rafał Prokop: Sylwetki biskupów łuckich. Biały Dunajec: Ostróg : "Wołanie z Wołynia", 2001. ISBN 83-911918-7-7 (polnisch).
  • Piotr Nitecki: Biskupi Kościoła w Polsce w latach 965–1999. Słownik biograficzny, wyd. II, popr. i uzupeł., Warszawa 2000, k. 51. ISBN 83-211-1311-7 (polnisch).
  • Bibliografia Literatury Polskiej – Nowy Korbut, t. 2 Piśmiennictwo Staropolskie, Państwowy Instytut Wydawniczy, Warszawa 1964, s. 453–454 (polnisch).
VorgängerAmtNachfolger
Henryk FirlejBischof von Luzk
1617–1622
Stanisław Łubieński
Paweł WołuckiBischof von Włocławek
1622–1631
Maciej Łubieński
Marcin SzyszkowskiBischof von Krakau
1630–1631
Johann Albert Wasa