Andrzej Dera
Andrzej Mikołaj Dera (* 10. September 1961 in Ostrów Wielkopolski) ist ein polnischer Jurist und Politiker (PC, ZChN, AWS, PiS, SP). Er war von 2005 bis 2015 Abgeordneter des Sejm in der V., VI. und VII. Wahlperiode. Von 2015 bis 2025 war er Staatssekretär in der Kanzlei des Präsidenten der Republik Polen.
Leben und Beruf
Dera schloss 1987 das Studium der Rechtswissenschaften an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen ab. Bis 1998 war er in der kommunalen Selbstverwaltung angestellt. Später arbeitete er in einer privaten Kapitalgesellschaft. Seit 2023 ist er Vorsitzender der Fundacja „Pomoc Polakom na Wschodzie“ im. Jana Olszewskiego.[1]
Politik
Dera war 1990/91 im Komitet Obywatelski „Solidarność” aktiv. Von 1991 bis 1993 gehörte er dem Porozumienie Centrum an. 1996 trat er der Zjednoczenie Chrześcijańsko-Narodowe (ZChN) bei. Bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 wurde er für die ZChN auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność (AWS) in den Rat des großpolnischen Powiats Ostrowski gewählt. 1999 wurde er Mitglied der inzwischen in eine Partei umgewandelten AWS und im selben Jahr auch Starost des Powiats Ostrowski (bis 2002). 2001 beteiligte er sich an der Gründung der Prawo i Sprawiedliwość (PiS), für die er bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 auf der Liste „Porozumienie Centroprawicy Nasze Miasto-Nasz Powiat-Nasza Gmina“ erneut in den Rat des Powiats gewählt wurde.[2]
Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er mit 7.520 Stimmen über die Liste der PiS für den Wahlkreis 36 Kalisz in den Sejm gewählt.[3] Vom 10. Juli 2007 bis zum 4. November 2007 war er Mitglied des Rates für den Öffentlichen Dienst. Bei den Parlamentswahlen 2007 errang er mit 13.190 Stimmen erneut ein Abgeordnetenmandat für die PiS.[4] Er war stellvertretender Vorsitzender des Sejm-Ausschusses für Gesetzgebung und Mitglied des Ausschusses für Verfassungsverantwortung. Von 2006 bis 2011 war er Mitglied des Krajowa Rada Sądownictwa. Nach dem Tod von Zbigniew Wassermann beim Flugunfall von Smolensk wurde er im Mai 2010 dessen Nachfolger als Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Glücksspielaffäre. Bei dieser Affäre soll die Wirtschaft durch unzulässige Lobbyarbeit versucht haben die Einführung einer Glücksspielssteuer zu verhindern. Bei der Parlamentswahlen 2011 wurde er zum dritten Mal in den Sejm gewählt.[5] Er verließ jedoch im November 2011 die PiS-Fraktion aus Protest gegen den Ausschluss von Zbigniew Ziobro und wurde daraufhin selbst aus der Partei ausgeschlossen. Im März 2012 gründete er gemeinsam mit Ziobro und weiteren PiS-Dissidenten die Solidarna Polska (SP), deren Generalsekretär er bis 2013 war. Bei der Europawahl 2014 kandidierte er für die SP, die jedoch mit 4,0 % der Stimmen an der Sperrklausel scheiterte, zum Europaparlament.[6]
Bei den Selbstverwaltungswahlen 2014 kandidierte er mit seinem eigenen Wahlkomitee für das Amt des Bürgermeisters von Ostrów Wielkopolski, belegte mit 15,3 % der Stimmen aber nur den dritten Platz.[7] Bei der Parlamentswahlen 2015 trat er nicht erneut an und schied aus dem Sejm aus. Im November 2015 berief ihn Präsident Andrzej Duda zum Staatssekretär in der Präsidentenkanzlei.[8] Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Karol Nawrocki schied er aus dem Amt aus.[9]
Ehrungen
- 2023 Großkomtur des Ordens für Verdienste um Litauen[10]
- 2025 Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta[9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ „Podziękowania dla Jana Dziedziczaka“ auf pol.org.pl, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ „Andrzej Dera Sekretarzem Stanu w Kancelarii Prezydenta RP“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ a b „Uroczystość wręczenia odznaczeń państwowych oraz aktów odwołania“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Verleihnachricht auf lrp.lt, abgerufen am 30. September 2025.