Andrew Cash

Andrew Cash (* 22. Januar 1962 in Toronto) ist ein kanadischer Musiker und Politiker. Als Punk-Rock-Musiker hat er zwölf Alben produziert und einen Juno Award gewonnen. Außerdem war er von 2011 bis 2015 Abgeordneter des Unterhauses für den Wahlkreis Davenport als Mitglied der Neuen Demokratischen Partei.

Leben

Cash wurde 1962 in Toronto geboren. Er ist Katholik und kam durch die Befreiungstheologie zur Politik.[1] Ab 1980 war er Gründungsmitglied der Punk-Rock-Band L'Étranger neben Charlie Angus und Peter Duffin.[2] Die Band wurde nach dem Roman L'Étranger von Albert Camus benannt.[3] Sie wurde vor allem mit ihrer Anti-Apartheid Single One People bekannt.[4] Cash war der Sänger und Gitarrist der Gruppe.

Nachdem sich die Band 1986 aufgelöst hatte, wurde Cash Solomusiker. Zwischen 1988 und 2007 veröffentlichte er vier Alben; Time and Place (1988) und Boomtown (1989) belegten beide Platz 57 der kanadischen Charts.[5][6] Das Musikvideo zu Cashs Single Boomtown gewann 1990 den Juno Award für das beste Musikvideo.[7] 1995 gründete er die Band Ursula, die jedoch erfolglos blieb und sich nach einem Album auflöste.[8]

Anschließend gründete Cash zusammen mit seinem Bruder Peter die Band The Cash Brothers. Zwischen 1999 und 2006 veröffentlichten sie fünf Alben und tourten durch die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und die Niederlande.[9] Im Jahr 2000 veröffentlichte er mit Hawksley Workman und Jason Collett ein gemeinsames Album mit dem Titel Chrome Reflection.[10] Cash hat auch als Produzent von Musik für Fernsehsendungen und als Schriftsteller für das Now Magazine gearbeitet.[11] 2021 wurde Cash Präsident der Canadian Independent Music Association, der nationalen Vereinigung unabhängiger Musiker.[12]

Politik

Bei der Kanadischen Unterhauswahl 2011 war Cash der Kandidat der Neuen Demokratischen Partei im Wahlkreis Davenport.[8] Bei der Wahl erhielt Cash 21.096 Stimmen (53,74 %) und besiegte den amtierenden Liberalen Abgeordneten Mario Silva.[13] Auch Cashs ehemaliger Bandkollege Charlie Angus wurde in seinem Wahlkreis TimminsJames Bay wiedergewählt, wo er seit 2004 Abgeordneter war.[14][8] Während seiner Amtszeit schlug er ein Gesetz vor, das Selbstständigen und Teilzeitbeschäftigten einen besseren wirtschaftlichen Schutz bieten sollte.[15] Der Vorschlag scheiterte im Unterhaus. Bei der Kanadischen Unterhauswahl 2015 unterlag Cash Julie Dzerowicz von der Liberalen Partei.[16] Bei der Kanadischen Unterhauswahl 2019 war er erneut Kandidat der Neuen Demokratischen Partei für den Wahlkreis Davenport, verlor jedoch ein zweites Mal gegen Dzerowicz.[17]

Diskografie

Soloalben

Jahr Titel Chart
KAN
1988 Time and Place 57[18]
1989 Boomtown 57[19]
1993 Hi
2007 Murder

Kollaboalben

Jahr Titel
1982 Innocent Hands
(im Rahmen L'Étranger)
1983 Running Out of Funtown
(im Rahmen L'Étranger)
1986 Sticks and Stones
(im Rahmen L'Étranger)
1995 Happy to Be Outraged
(im Rahmen Ursula)
1999 Raceway
(mit Peter Cash als der Cash Brothers)
2000 Chrome Reflection
(mit Hawksley Workman und Jason Collett)
2000 Phonebooth Tornado
(mit Peter Cash als der Cash Brothers)
2001 How Was Tomorrow
(mit Peter Cash als der Cash Brothers)
2003 A Brand New Night
(mit Peter Cash als der Cash Brothers)
2006 Skydiggers/Cash Brothers
(mit Peter Cash und Skydiggers)
Commons: Andrew Cash – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Paul Orlowski: When Punks Turn into Politicians. In: The Tyee. 10. Dezember 2009, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  2. Jason Schneider: Rockin' the House Charlie Angus, Andrew Cash & A New Dawn for the NDP. In: Exclaim! 28. Mai 2011, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  3. Guy Dixon: Punks in the House of Commons. In: The Globe and Mail. 9. Mai 2011, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  4. Tom Hawthorn: Outsiders' bent on doing things their way. In: The Globe and Mail. Toronto 21. August 1986 (kanadisches Englisch).
  5. RPM 100 Albums — July 16 1988. 16. Juli 1988, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  6. RPM 100 Albums — August 14-19 1989. 19. August 1989, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  7. Andrew Cash. In: junoawards.ca. Juno Awards, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  8. a b c Paul Orlowski: When Punks Turn into Politicians. In: The Tyee. 10. Dezember 2009, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  9. Larry LeBlanc: Cash Brothers' Eyes on 'Tomorrow'. In: Billboard. 28. April 2001 (englisch, [1]).
  10. Chrome Reflection. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  11. Peter Kuitenbrouwer: Historic win for Andrew Cash bittersweet. In: National Post. 2. Mai 2011, archiviert vom Original; abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  12. Andrew Cash, Former MP and JUNO Award Winning Artist, to Head Canadian Independent Music Association. In: cinamusic.ca. 30. März 2021, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  13. Nicole Baute: NDP’s Cash ousts Silva in key win for NDP. In: Toronto Star. 3. Mai 2011, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  14. Guy Dixon: Punks in the House of Commons. In: The Globe and Mail. 9. Mai 2011, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  15. Bill C-542. Parlament von Kanada, 2013, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  16. Adam Miller: Julie Dzerowicz wins close election in Davenport riding for the Liberals. In: Global News. 20. Oktober 2015, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  17. Maham Abedi: NDP’s Andrew Cash fails to win back Toronto’s Davenport riding. In: Global News. 21. Oktober 2019, abgerufen am 9. Oktober 2025 (kanadisches Englisch).
  18. RPM 100 Albums — July 16 1988. 16. Juli 1988, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  19. RPM 100 Albums — August 14-19 1989. 19. August 1989, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).