Andreas Goldstein

Andreas Goldstein (geboren 1964 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Regisseur, Autor und Filmproduzent.

Leben und Arbeit

Andreas Goldstein ist eines von sieben Kindern Klaus Gysis und ein Halbbruder von Gregor Gysi.[1][2][3] Zum Zeitpunkt seiner Geburt waren die Eltern bereits seit elf Jahren liiert.[4] Goldsteins Mutter behielt den Nachnamen ihres vorherigen Mannes stets bei. Sie war zunächst Redakteurin und Parteisekretärin beim Verlag Volk und Wissen, wo sie Klaus Gysi kennenlernte. Später unterrichtete sie, an der Fachschule für Außenwirtschaft Josef Orlopp (1988 integriert in die HfÖ), Marxismus-Leninismus. Die Trennung des Paares erfolgte 1973, als Klaus Gysi Botschafter der DDR in Rom wurde. Zu diesem Zeitpunkt unterhielt Gysi bereits eine neue Beziehung zu einer anderen Frau.[5]

Goldstein erwarb das Abitur und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Nach der deutschen Wiedervereinigung studierte er ab 1991 Kultur- und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. 1999 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin, produzierte erste filmische Arbeiten als Regieassistent und als Mitarbeiter von Peter Voigt sowie als freier Produzent für Next Film. Gemeinsam mit Susanne Binninger gründete er im Jahr 2008 die Oktoberfilm GbR.

1999 drehte er den Dokumentarfilm „Die Erklärung des ersten Kapitel Luce“, 2006 den Kurzspielfilm „Detektive“. 2018 kam sein Spielfilm „Adam und Evelyn“ und 2019 sein Dokumentarfilm „Der Funktionär“, der seinen Vater Klaus Gysi thematisiert, in die Kinos.

Er produzierte mehrere Filme für das ZDF und 3sat. Neben seiner Tätigkeit als Produzent und Regisseur ist er Autor filmtheoretischer und filmkritischer Texte.

Auszeichnungen

Der Dokumentarfilm Reine Männersache wurde 2012 für den Grimme-Preis nominiert, sein Film Der Funktionär für den 56. Grimmepreis 2020.[6] Weitere Filme erhielten Nominierungen für den Goldenen Löwen für den Besten Kurzfilm, Best Short Film – Special Mention, U.I.P. Award for Best European Short Film.

Einzelnachweise

  1. Vita. Andreas Goldstein. In: oktoberfilm.de. Abgerufen am 7. Oktober 2025 (eigener Lebenslauf).
  2. Stefan Ripplinger: Filmgeschichte: »Eine Montage, die ihre Waffen zeigt«. In: jungewelt.de. 7. März 2020, abgerufen am 7. Oktober 2025: „Gespräch mit Andreas Goldstein. Über den vor fünf Jahren gestorbenen Dokumentarfilmer Peter Voigt und Bertolt Brechts Einfluss“
  3. Silvia Hallensleben: Flaschenpost aus der DDR. Kino-Tipp. In: juedische-allgemeine.de. 11. April 2019, abgerufen am 7. Oktober 2025: „Der Regisseur Andreas Goldstein setzt sich in »Der Funktionär« mit seinem prominenten Vater Klaus Gysi auseinander“
  4. Andreas Goldstein: Der Funktionär - Dokumentarfilm. Abgerufen am 21. Oktober 2025.
  5. Im Gespräch: Regisseur Andreas Goldstein. Der Sohn des Funktionärs. In: deutschlandfunkkultur.de. 8. April 2019, abgerufen am 21. Oktober 2025.
  6. Grimme-Institut: Website „Grimme Preis“ abgerufen am 23. November 2025