Andrea Ferrucci

Andrea Ferrucci, auch Andrea di Piero Ferrucci oder Andrea da Fiesole genannt, (* 1465 in Fiesole; † kurz nach dem 25. Oktober 1526 in Florenz) war ein italienischer Bildhauer.

Leben

Andrea Ferrucci wurde 1465 als Sohn des Künstlers Piero Ferrucci in Fiesole geboren. Es wird angenommen, dass er Schüler seines Vetters Francesco di Simone und des Michele Maini war. Er arbeitete hauptsächlich in der Toskana, hatte jedoch auch Tätigkeiten in Imola, Neapel, Rom und möglicherweise in Ungarn.

Eine der frühesten Arbeiten von Andrea war eine Kapelle in der Innocenti-Kirche in Imola, die von Giorgio Vasari erwähnt wird. Es gibt jedoch Zweifel an dieser Zuordnung, und einige Experten vermuten eine Verwechslung mit der „Tribuna di Giulio II.“ In Neapel kam er 1487 an und heiratete Zeffira, die Tochter eines dort ansässigen Künstlers. Ferrucci soll im Castello di San Martino gearbeitet haben, aber es sind keine gesicherten Werke aus dieser Zeit bekannt. 20 Jahre später gestaltete er einen Marmoraltar für die Brancaccikapelle in Neapel, der 1757 verbrannt ist.

Andreas Aufenthalt in Rom ist nur durch Vasari bekannt. Die meisten seiner Werke stammen von seiner Heimat und Umgebung. Von 1497 bis 1499 arbeitete er mit Jacopo d’Andrea di Marco an einem Wandbrunnen für die Taufkapelle der Kathedrale von Pistoia, dessen Figurenschmuck seinem eigenen Stil entspricht. Ab 1508 war er für die Florentiner Domopera tätig und wurde 1512 zum Capomaestro der am Dom arbeitenden Bildhauer ernannt. Im selben Jahr erhielt er Aufträge von Michelangelo, unter anderem die Leitung der Arbeiten an der Medicikapelle.

Ferrucci schuf auch die Statue des hl. Andreas und das Grabmal Marsilio Ficinos im Kuppelraum des Doms. Für die Kirche San Salvatore al Monte fertigte er 1522 ein Kenotaph, und zwei Jahre später entwarf er ein Grabmal für Antonio Strozzis in Santa Maria Novella, das teilweise von seinen Gehilfen ausgeführt wurde. Er arbeitete auch an Statuen für die Compagnia dello Scalzo. Ein Holzkruzifix aus seiner Hand ist in Santa Felicità zu finden, und ein weiteres ähnliches Werk befindet sich in Santa Maria Primarana in Fiesole.

Für den Dom seiner Heimatstadt schuf er einen größeren Ziboriumaltar sowie ein kleineres Hostientabernakel, die beide heute im Victoria and Albert Museum in London sind. Zudem arbeitete er für den Dom in Volterra und schuf zwei Engel-Statuen. Andreas größere Werke für Ungarn umfassen einen Marmor-Altar für den Dom von Gran, dessen figürlicher Schmuck jedoch erst Jahre später geliefert wurde und mittlerweile verloren ging.

Werke (Auswahl)

Andrea war Zeitgenosse von Michelangelo. Seine Werke zeigen keine Monumentalität im höchsten Sinne, sondern sind wertvoll wegen ihrer dekorativen Gestaltung. Er verwendete oft das Triumphbogenmotiv für seine Altäre, was bedeutet, dass er eine große Mittelnische mit kleineren flankierenden Nischen gestaltete, die auf einer hohen, architektonisch gegliederten Basis lagerten. Seine sorgfältige Handwerkskunst brachte ihm Anerkennung seiner Zeitgenossen ein.

Literatur

Commons: Andrea Ferrucci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise