Andrés Eloy Blanco

Andrés Eloy Blanco Meaño (* 6. August 1897 in Cumaná/Bundesstaat Sucre; † 21. Mai 1955 in Mexiko-Stadt, Mexiko) war ein venezolanischer Schriftsteller, Journalist und Politiker.

Leben

Eloy Blanco verbrachte seine Kindheit auf Isla Margarita. 1908 kam er nach Caracas, wo er das von Luis Ezpelosín geleitete Colegio Nacional besuchte. Er studierte Jura an der Universidad Central de Venezuela und arbeitete nach dem Abschluss 1919 als Anwalt in Apure. Sein literarisches Talent zeigte sich früh: Seine ersten Gedichte erschienen 1911, und er wurde 1913 Mitglied des Círculo de Bellas Artes. 1914 kam er in Haft, da er sich an Studentenprotesten gegen Felipe Guevara Rojas und dessen Pläne, die Universität zu schließen, beteiligt hatte. Mit Salvador de la Plaza, Pedro Zuloaga und Pedro Brito leitete er 1916 die Revista Universitaria de los estudiantes de Derecho.

Bei den Juegos Florales de Venezuela gewann er 1918 den Ersten Preis mit dem Gedicht Canto a la espiga y el arado, und im gleichen Jahr veröffentlichte er das allegorische Versdrama El huerto de la epopeya. Wegen seiner Beteiligung an Studentenprotesten war er erneut in Haft. Er gewann in den folgenden Jahren weitere Literaturpreise und wurde 1924 korrespondierendes Mitglied der Real Academia Sevillana de Buenas Letras.

1928 beteiligte er sich an den Erhebungen der Studenten gegen die Diktatur von Juan Vicente Gómez und gab die illegale Zeitung El Imparcial heraus. Er kam in das Gefängnis La Rotunda in Caracas, später in das Castillo Libertador in Puerto Cabello und war bis 1935 in Haft. Trotz schwerer Haftbedingungen und Krankheit verfasste er in dieser Zeit mehrere Werke, darunter Baedeker 2000, Barco de Piedra und Malvina recobrada. Nach dem Tod von Gómez 1935 wurde er von Eleazar López Contreras zum Leiter des Kabinettsdienstes des Ministeriums für öffentliche Angelegenheiten ernannt, aber bereits im Folgejahr des Amtes enthoben und in die Konsulatsinspektion versetzt. In dieser Funktion reiste er nach Kuba, in die USA und nach Kanada. Daneben gab er mit Rómulo Betancourt, Miguel Acosta Saines und Leonardo Ruiz Pineda die Zeitschrift La Voz del Estudiante heraus.

Als Mitglied des Partido Democrático Nacional (PDN) wurde er 1937 zum Abgeordneten, später zum Präsidenten des Gemeinderates von Caracas gewählt. 1939 wurde er Abgeordneter im Nationalkongress. 1941 war er Gründungsmitglied der Acción Democrática (AD) und wurde deren Vizepräsident. Im selben Jahr war er Mitbegründer der Satirezeitschrift El Morrocoy Azul, für die er bis 1944 Beiträge schrieb. Ab 1943 schrieb er für die Zeitung El Nacional die Kolumne Reloj de Arena, ab 1944 für El Universal die Kolumne Puerta sin llave und für El País Campanadas.

1946 wurde er zum Präsidenten der verfassungsgebenden Versammlung gewählt. Unter Präsident Rómulo Gallegos war er 1948 Außenminister und Vertreter Kolumbiens bei der Versammlung der Vereinten Nationen. Nach dem Sturz von Gallegos ging er ins Exil nach Mexiko, wo er 1955 bei einem Autounfall ums Leben kam. 1973 veröffentlichte der Nationalkongress eine Ausgabe seines Gesamtwerks in zehn Bänden, von denen fünf sein journalistisches Werk, darunter Chroniken und kurze Essays, vereinen. Seine sterblichen Überreste wurden 1981 in das Panteón Nacional de Venezuela überführt.

Werke

lyrische Werke
  • El huerto de la epopeya (1918)
  • Tierras que me oyeron (1921)
  • Los claveles de la puerta (1922)
  • El amor no fue a los toros (1924)
  • Poda (1934)
  • La aeroplana clueca (1935)
  • Barco de piedra (1937)
  • Baedeker 2000 (1938)
  • Liberación y Siembra (1938)
  • A un año de tu luz (1951)
  • La Hilandera (1954)
  • El poeta y el pueblo (1954)
  • Giraluna (1955)
  • La Juanbimbada (1959)
Bühnenwerke
  • El Cristo de las violetas (1925)
  • El pie de la Virgen (1937)
  • Malvina recobrada (1937)
  • Abigaíl (1937)
  • Los muertos las prefieren negras (1950)
Essay
  • Navegación de altura (1942)
  • Vargas, albacea de la angustia (1947)

Quellen