André Georges Corap

André Georges Corap (* 11. Januar 1878 in Pont-Audemer, Département Eure; † 15. August 1953 in Fontainebleau, Département Seine-et-Marne) war ein französischer Offizier des Heeres und zuletzt General, der unter anderem im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1940 Kommandeur der 9. Armee war.

Leben

André Georges Corap, Sohn eines Schneiders, absolvierte als Angehöriger der Promotion N°81 Première des Grandes Manœuvres eine Offiziersausbildung an der Militärschule Saint-Cyr und wurde nach deren Abschluss am 1. Oktober 1898 als Leutnant (Sous-lieutenant) der Kolonialinfanterie (Turkos) des Heeres übernommen. Er fand zahlreiche Verwendungen als Offizier sowie Stabsoffizier und wurde am 1. Oktober 1900 zum Oberleutnant (Lieutenant) sowie nach dem Besuch der École Supérieure de Guerre (1905) am 23. März 1910 zum Hauptmann (Capitaine) befördert. Am 10. Juli 1913 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt sowie während des Ersten Weltkrieges am 3. September 1915 Major (Chef de bataillon) befördert. Während er zwischen dem 5. September 1918 und dem 21. Februar 1919 Stabsoffizier im 3. Büro des Oberkommandierenden Nord und Nordost war, erfolgte am 24. September 1918 seine Beförderung zum Oberstleutnant (Lieutenant-colonel). Er war daraufhin vom 21. Februar 1919 bis zum 1. April 1924 Stabsoffizier im 3. Büro des Generalstabes des Heeres und wurde am 11. Juli 1920 auch Offizier der Ehrenlegion. Er befand sich zwischen dem 1. November 1924 und dem 19. Januar 1925 zur besonderen Verfügung von Marschall Hubert Lyautey,[1] dem Generalresidenten für Marokko, und wurde als solcher am 15. Dezember 1924 zum Oberst (Colonel) befördert. Er wurde während des Rifkrieges (8. Juni 1921 bis 27. Mai 1927) am 19. Januar 1925 Kommandeur der 8. Marokkanischen Brigade und am 10. Juni 1926 zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt, woraufhin er von 1928 bis zum 1. September 1928 Stabsoffizier der Provinz Taza in Französisch-Marokko war und dann dem 5. Infanterieregiment (5e régiment d’infanterie) zugeordnet wurde.

Nach seiner Beförderung zum Brigadegeneral (Général de brigade) am 28. April 1929 war Corap zwischen dem 1. August 1929 und dem 24. Februar 1931 in Personalunion stellvertretender Kommandeur der Marineregion und Kommandeur der Unterdivision Toulon. Danach war er vom 24. Februar 1931 bis zum 26. April 1934 Chef des Stabes des Vizepräsidenten des Obersten Kriegsrates, (Conseil supérieur de la guerre) General Maxime Weygand,[2] und übernahm zugleich zwischen dem 26. April 1933 und seiner Ablösung durch General Émile Laure[3] am 20. April 1935 den Posten als Kommandeur der Division d’Alger in Französisch-Algerien, wobei er am 6. September 1933 zum Generalmajor (Général de division) befördert wurde. Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant (Général de corps d'armée) war er zwischen dem 30. April 1935 und dem 15. Oktober 1936 erst Oberkommandierender sowie im Anschluss vom 15. Oktober bis zum 1. Dezember 1936 stellvertretender Oberkommandierender der Truppen in Französisch-Marokko. Nach seiner Rückkehr übernahm er vom 1. Dezember 1936 bis zum 2. September 1939 den Posten als Kommandeur der 2. Militärregion in Amiens und wurde für seine Verdienste am 39. Juni 1937 zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war André Georges Corap zwischen dem 2. September und dem 15. Oktober 1939 kurzzeitig Kommandeur der Armeeabteilung Ardennen und nach seiner Ernennung zum kommissarischen General (Général d’armée) vom 15. Oktober 1939 bis zum 15. Mai 1940 Kommandeur der 9. Armee (9e armée), die aus der Détachement d’armée des Ardennes gebildet wurde. Er wurde zwar am 15. Januar 1940 in den Ruhestand versetzt, blieb aber Kommandeur in dieser Verwendung, ehe er zwischen dem 15. und seiner Ablösung durch General Aubert Frère[4] 17. Mai 1940 für zwei Tage als Kommandeur der 7. Armee (7e armée) fungierte. Am 17. Mai 1940 wurde er in die Reserve versetzt und am 19. Mai 1940 zum Generalleutnant zurückgestuft. Er befand sich zwischen dem 1. und 12. Juni 1940 zur besonderen Verfügung und danach wieder in der Reserve, woraufhin er nach dem Waffenstillstand von Compiègne am 22. Juni 1940 aus dem aktiven Militärdienst ausschied und am 1. Juni 1940 in den Ruhestand trat.

Literatur

  • Max Schiavon: Corap. Bouc émissaire de la défaite de 1940, Perrin, Paris 2017, ISBN 978-2-26204-1-564
Commons: André Georges Corap – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. LYAUTEY Louis Hubert Gonzalve. Archives nationales, abgerufen am 3. Dezember 2025 (französisch).
  2. Weygand, Maxime. The Generals of WWII (generals.dk), abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  3. Laure, Auguste-Marie-Émile. The Generals of WWII (generals.dk), abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
  4. Frère, Aubert-Achille-Jules. The Generals of WWII (generals.dk), abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).