Anaïs Duplan

Anaïs Duplan ist ein haitianisch-US-amerikanischer Lyriker, Essayist, Kurator und Hochschullehrer am Bennington College.[1] Er wurde mit den Büchern Take This Stallion (2016), Blackspace: On the Poetics of an Afrofuture (2020) und I NEED MUSIC (2021) bekannt.[1] Er gründete im Jahr 2016 in Iowa City das Center for Afrofuturist Studies.[2] Duplan erhielt 2022 einen Whiting Award.[3] Für Blackspace wurde er 2021 mit dem Queer Art Prize ausgezeichnet.[4] 2022 zählte er zudem zu den Black-Visionaries-Preisträgern von Instagram und dem Brooklyn Museum.[5]

Leben

Duplan wurde in Jacmel, Haiti, geboren und lebte später im Nordosten der USA sowie in Kuba.[6] Er erwarb einen Bachelor am Bennington College und einen Master am Iowa Writers’ Workshop der University of Iowa.[7] Seit Herbst 2022 gehört er als Professor für postkoloniale Literatur zur Fakultät des Bennington College.[1] Zuvor lehrte er an der University of Iowa, der Columbia University, dem Sarah Lawrence College und dem St. Joseph’s College.[1] Von 2017 bis 2019 war er als Joint Public Programs Fellow am Museum of Modern Art und am Studio Museum in Harlem tätig.[1] Im Juni 2021 kuratierte er die Reihe Poem-a-Day der Academy of American Poets.[2]

Wirken

Im Jahr 2016 gründete Duplan das Center for Afrofuturist Studies in Iowa City, ein Residenzprogramm der Organisation Public Space One.[2] Er veröffentlichte die Gedichtsammlung Take This Stallion (2016), die Essays und Interviews umfassende Monografie Blackspace: On the Poetics of an Afrofuture (2020), das Chapbook Mount Carmel and the Blood of Parnassus (2017) sowie den Gedichtband I NEED MUSIC (2021).[1] Blackspace umfasst lyrische Essays, Gespräche und ekphrastische Passagen und thematisiert Strategien schwarzer Avantgarden seit den 1960er-Jahren unter dem Vorzeichen von Befreiung und Afrofuturismus. I NEED MUSIC erschien im Oktober 2021 bei Action Books. Seine kuratorische Arbeit wurde 2021 durch ein Curatorial Research Fellowship der Marian Goodman Gallery Initiative von Independent Curators International gefördert.[8] Als Künstler wurden seine Videoarbeiten von Flux Factory, Daata Editions und auf der 13. Baltic Triennial präsentiert.[1] Take This Stallion erschien in der Erstausgabe 2016 bei Brooklyn Arts Press.

Im November 2023 beendete das Museum Folkwang in Essen die Zusammenarbeit mit Duplan im Zusammenhang mit der Ausstellung Wir ist Zukunft. Visionen neuer Gemeinschaften, für die er ein Kapitel zum Afrofuturismus kuratieren sollte.[9] Als Begründung verwies das Museum auf Duplans öffentliche Unterstützung der BDS-Kampagne über Instagram sowie auf eine Resolution des Deutschen Bundestages, welche das Netzwerk als antisemitisch einstuft.[9] Duplan kritisierte die Entscheidung und monierte in einem Gespräch mit dem US-Magazin Hyperallergic einen mangelnden Dialog über Antisemitismus sowie den Zeitpunkt der Kündigung kurz vor der Eröffnung am 24. November 2023.[9]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Anaïs Duplan. In: Bennington College. Abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  2. a b c The Academy of American Poets Announces Twelve New Poem-a-Day Guest Editors for 2021. In: Poets.org. 16. Dezember 2020, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  3. Introducing the Winners of the 2022 Whiting Awards. In: The Paris Review. 6. April 2022, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  4. A Night to Remember: Recapping the 2021 Queer. In: QUEER-ART. 20. Dezember 2021, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  5. The Brooklyn Museum and Instagram Announce Recipients of the 2022 #BlackVisionaries Grants. In: Brooklyn Museum. 18. November 2022, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  6. Anaïs Duplan – NYC Trans Oral History Project (Transcript). In: New York Public Library / NYC Trans Oral History Project. 18. Juni 2019, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  7. Anaïs Duplan — Contributor Bio. In: Bennington Review. Abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  8. 2021 Marian Goodman Gallery Initiative Fellowships. In: Independent Curators International. 13. Juni 2021, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  9. a b c Antisemitismus-Vorwurf: Folkwang beendet Kooperation mit Kurator. In: Deutschlandfunk Kultur. 22. November 2023, abgerufen am 6. November 2025.