Amtsgericht Königswinter
Königswinter ist Sitz des Amtsgerichtes Königswinter, das für die Städte Bad Honnef und Königswinter im rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises zuständig ist. In dem 124 km² großen Gerichtsbezirk leben rund 66.000 Menschen.
Geschichte
In Königswinter bestand von 1820 bis 1879 das preußische Friedensgericht Königswinter. Das königlich preußische Amtsgericht Königswinter wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 1879 als eines von sieben Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichtes Bonn im Bezirk des Oberlandesgerichtes Köln gebildet. Der Sitz des Gerichtes war Königswinter. Sein Gerichtsbezirk umfasste aus dem Siegkreis die Bürgermeistereien Honnef, Königswinter und Oberkassel.[1] Am Gericht bestand 1880 eine Richterstelle. Das Amtsgericht war damit ein kleines Amtsgericht im Landgerichtsbezirk. Das Amtsgericht Königswinter war Rheinschifffahrtsgericht für die Bezirke der Amtsgerichte Königswinter, Hennef und Siegburg und für den rechtsrheinischen Teil des Bezirkes des Amtsgerichtes Bonn.[2]
1880 darauf bezog es ein neues Gebäude in der Drachenfelsstraße (Architekt: Franz Bachem).[3] 1890 kam ein zweigeschossiges Gefängnisgebäude hinzu. Im Zweiten Weltkrieg in der zweiten Jahreshälfte 1944 wurde das Kölner Sondergericht I in das Amtsgericht Königswinter verlegt und bei den Verhandlungen in den letzten Kriegsmonaten hier mutmaßlich auch Todesurteile ausgesprochen.[4] 1954 wurde das Gefängnisgebäude zum Bürogebäude umgebaut und zur Nutzung als Hintergebäude mit dem vorderen Amtsgerichtsgebäude verbunden.[5] Beide Ursprungsgebäude des Amtsgerichts, die 2002 durch einen Erweiterungsbau zur Wilhelmstraße hin ergänzt wurden, sind Backsteinbauten und stehen als Baudenkmal unter Denkmalschutz, da sie eine typische Lösung für die in kleineren Gemeinden errichteten preußischen Amtsgerichte darstellen.[6]
Übergeordnete Gerichte
Das dem Amtsgericht Königswinter übergeordnete Landgericht ist das Landgericht Bonn, das wiederum dem Oberlandesgericht Köln untersteht.
Siehe auch
Literatur
- Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.) Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 129.
- Elmar Heinen: „Das Gute und das Rechte“: Rechtsprechung im preußischen Rheinland. In: Siebengebirgsmuseum (Hrsg.): Preußenadler über dem Rhein: eine Spurensuche rund um den Drachenfels [Ausstellungskatalog]. Bouvier Verlag, Bonn 2015, ISBN 978-3-416-03386-2, S. 48–55. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 555, Digitalisat
- ↑ Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 412 online
- ↑ Die Geschichte des Siebengebirgsraumes im Überblick, Heimatverein Siebengebirge e. V.
- ↑ Ansgar Sebastian Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge. Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-915-8, S. 602 (zugleich Dissertation Universität Bonn, 2007).
- ↑ Chronik des Gerichts. Amtsgericht Königswinter, abgerufen am 20. Januar 2016.
- ↑ Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 4
Koordinaten: 50° 40′ 28,1″ N, 7° 11′ 47,2″ O