Amelie Schoenenwald

Amelie Karin Josephine Schoenenwald (* 5. Oktober 1989[1] in Landau an der Isar) ist eine deutsche Biochemikerin, Biotechnologin und eine der elf Reserve-Astronauten der ESA.

Ausbildung

Sie absolvierte zwischen 2009 und 2015 an der Technischen Universität München (TUM) ein Bachelorstudium in Molekularer Biotechnologie sowie ein Masterstudium in Industrieller Biotechnologie und ein Masterstudium in Biochemie. 2014 wurde sie mit dem TUM Deutschlandstipendium gefördert. Danach folgte ein vierjähriges Promotionsstudium in Integrativer Strukturbiologie an der Medizinischen Universität Wien. 2020 schloss sie ihre Forschungsarbeit in Strukturbiologie, Virologie und Immunologie unter Betreuung von Timothy Skern mit der Arbeit „Engineering specific antibodies for Usutu virus“ ab.[2] 2021 folgte ein Masterabschluss in Management, Leadership und Entrepreneurship (MBA) am Collège des ingénieurs in München, Paris und Turin.

Neben Deutsch spricht Amelie fließend Englisch, Französisch und Spanisch und sie verfügt über Grundkenntnisse in Norwegisch, Hebräisch und Portugiesisch.

Berufliche Tätigkeiten

Während ihres Promotionsstudiums in Wien war sie wissenschaftliche Projektleiterin in den Max Perutz Labs Vienna, Singapur und Israel. Ihre Forschungsarbeit führten sie in die USA, Mozambique und weitere europäische Länder. 2020 arbeitete sie als Proteinwissenschaftlerin bei einem Biotech-Startup und als externe Beraterin an einer österreichisch-deutschen Privatuniversität. Sie arbeitet zurzeit als wissenschaftliche Projektleiterin auf dem Gebiet der seltenen immunologischen Erkrankungen bei GlaxoSmithKline (GSK). In ihrer Freizeit wirkt sie bei namhaften Veranstaltungen und Paneldiskussion mit (z. B. Keynote beim InnoNation Festival 2024).[3]

Auswahl als Astronautin

2016 kam sie unter die finalen 30 von anfänglich etwa 450 Kandidatinnen in dem privaten Raumflugprogramm Die Astronautin, mit dem damals beabsichtigt war, eine erste deutsche Astronautin zur Internationalen Raumstation zu senden. Am 23. November 2022 wurde sie aus einem Bewerberpool von 22.500 Kandidaten als Reserve-Mitglied des Astronautenkorps der Europäischen Weltraumorganisation ausgewählt.[4][5][6] Im Oktober 2024 begann sie ihr erstes von drei Zweimonats-Astronauten-Reserve-Trainingsprogrammen im European Astronaut Center (EAC) der ESA in Köln, mit dem sie darauf vorbereitet wird, wissenschaftliche Experimente im Weltraum unter der Bedingung der Schwerelosigkeit durchzuführen.[7] Auf dem ESA-Ministerrat 2025 in Bremen wurde beschlossen, dass ein deutscher Astronaut als erster Europäer mit dem Artemis-Programm zum Mond fliegen soll. Schoenenwald hat daher eine gewisse Chance für diese Mission.[8] Aktuell sieht Schoenenwald ihre Chance für eine Mondmission allerdings als sehr gering an, da man für eine Mondmission erhebliche Erfahrung im Weltraum mitbringen müsse, sie aber erst für einen allerersten ISS-Aufenthalt trainieren würde.[9]

Commons: Amelie Schoenenwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Biographien der ESA Reserve-Astronauten: Schoenenwald Amelie Karin Sophie, auf spacefacts.de, abgerufen am 20. Januar 2025.
  2. Schoenenwald, Amelie Karin Josephine: Engineering specific antibodies for Usutu virus. 2020 (meduniwien.ac.at [abgerufen am 18. Oktober 2025]).
  3. Dr. Amelie Schoenenwald – Keynote beim InnoNation Festival 2024., auf youtube.com
  4. Claudia Rothammer: Gegen 22.500 Bewerber durchgesetzt: Landauerin (33) ist in neuer Astronauten-Klasse der ESA., Passauer Neue Presse vom 9. Dezember 2022.
  5. Marlene Weiß: Esa wählt neue Astronautenklasse aus., Süddeutsche Zeitung vom 23. November 2022.
  6. Stefan Brändle: ESA: Stärkere Präsenz im All. Frankfurter Rundschau vom 23. November 2022.
  7. Wie läuft das Astronautinnen-Training von Amelie Schoenenwald? German Space Agency at DLR., youtube.com
  8. tagesschau: tagesschau 20:00 Uhr, 15.12.2025. 27. November 2025, abgerufen am 28. November 2025.
  9. BR: Reserve-Astronautin aus Bayern: Der Traum, zum Mond zu fliegen 16:43 Uhr, 30.11.2025. 30. November 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.