Ambrosius I Francken
Ambrosius Francken I (* 1544 zu Herentals; † 16. Oktober 1618 zu Antwerpen) war ein flämischer Maler.
Leben
Ambrosius I Francken war der Sohn von Nicolaes Francken und hatte seinen Ausbildung bei Frans Floris, wurde jedoch mehr durch Marten de Vos beeinflusst. Es wird angenommen, dass er in seiner Jugend Italien besucht hat. 1569 arbeitete er in Tournai für den Bischof und 1570 ist er in Fontainebleau nachgewiesen. 1573 wurde er Meister in Antwerpen und 1577 Bürger der Stadt. Er trat häufig in den Aufzeichnungen der Lukasgilde auf, war 1581/82 und 1588 deren Dekan und gehört seit 1588 der Violierengesellschaft an. In den 1590er Jahren meldete er drei Lehrlinge an, darunter seinen Neffen Hieronymus Francken II, der 1605 als Lehrling zu ihm kam.
Francken war zweimal verheiratet. 1577 heiratete er die Witwe Barbara Reyns, nach ihrem Tod 1582 heiratete er 1583 Clara Pickarts, ebenfalls Witwe. Da er keine eigenen Kinder hatte, adoptierte er Jan und Antonia, die Kinder seines Bruders Cornelis. Mit der Ehefrau Barbara war Francken wohlhabend, da sie ein Geschäft für Steine und Kalk mit in die Ehe brachte, das große Aufträge für Baumaterialien lieferte. 1585 war er Wijkmeister in Antwerpen.
Keine Jugendwerke von Francken konnten bislang sicher nachgewiesen werden. Das früheste erhaltene Bild lässt sich nicht vor 1580 datieren, wobei der Einfluss von Frans Floris kaum erkennbar ist. Stärker ist der Einfluss von Marten de Vos, besonders in seinen Arbeiten der 1590er Jahre, die sich durch harte Zeichnung und kühle Farben auszeichnen. Als früheste bestätigte Arbeit gilt das „Abendmahl“ in Antwerpen, und die „Vermehrung der Brote“ von 1598 zeigt deutlich den Einfluss von de Vos. Mit der Zeit wurde Francken lebhafter in der Komposition und wärmer in den Farben.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Flügelaltar mit dem Martyrium der Heiligen Crispin und Crispinian, das „Kreuztragung Christi“ von 1610 und die „Erweckung des Jair“ in der Jakobskirche von 1611. Weitere zuschreibbare Arbeiten sind Flügelstücke mit Geschichten aus dem Leben des Heiligen Georg und des Heiligen Sebastian sowie das „Heilige Sippe“ in der Andreaskirche.
Francken lieferte auch Vorlagen für mehrere Antwerpener Stecher, wobei einige seiner früheren Drucke wie „S'menschen val“ von 1578 und „Christus als Sieger über den Tod“ von 1579 bemerkenswert sind. Ein Holzschnitt mit dem Titel „Christus vor Pilatus“ wird ebenfalls erwähnt.
Werke (Auswahl)
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Sapphiras Tod, um 1590, Phoenix Art Museum
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Das letzte Abendmahl, um 1590, Königliches Museum der Schönen Künste, Antwerpen
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Vermehrung der Brote, 1598, Königliches Museum der Schönen Künste, Antwerpen
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Jesus segnet die Kinder, um 1600, Bonnefantenmuseum, Maastricht
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Pawlak, Herrsching 1986, ISBN 3-88199-300-2.
- Franck(en), Ambrosius I. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 12: Fiori–Fyt. E. A. Seemann, Leipzig 1916, S. 337–338 (Textarchiv – Internet Archive).