Amanda Zurawski

Amanda Zurawski (* 1987) ist eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin für reproduktive Rechte, deren beinahe tödlich verlaufene Sepsis nach einem nicht behandelten Schwangerschaftsabbruch im Jahr 2022 Aufmerksamkeit erregte.[1] Als Namensklägerin in der Musterklage Zurawski v. Texas wurde sie zu einer zentralen Figur der Auseinandersetzung um die medizinischen Ausnahmen des texanischen Abtreibungsverbots, welches der Oberste Gerichtshof von Texas am 31. Mai 2024 bestätigte.[2] 2025 wurde sie von TIME als Women of the Year ausgezeichnet; ihre Geschichte steht zudem im Mittelpunkt des 2024 erschienenen Dokumentarfilms Zurawski v Texas.[3][4]

Leben

Zurawski wuchs in Indiana auf, lernte ihren späteren Ehemann Josh bereits im Vorschulalter kennen und lebt als Beschäftigte der Tech-Branche in Austin (Texas).[1] Nach eineinhalb Jahren Fertilitätsbehandlung wurde sie 2022 schwanger.[1] In der 18. Schwangerschaftswoche kam es zu einem vorzeitigen Blasensprung (PPROM); obschon der Fötus nicht überlebensfähig war, verweigerten ihre Ärzte wegen der damaligen Rechtslage einen Abbruch, solange noch Herzaktionen feststellbar waren.[1] Drei Tage später entwickelte sie hohes Fieber und Sepsis; erst nach der lebensbedrohlichen Verschlechterung beendeten die Ärzte die Schwangerschaft und sie wurde auf der Intensivstation behandelt.[1] Durch die Infektion erlitt sie Narbenbildungen an der Gebärmutter, die ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.[1]

Wirken

Am 7. Februar 2023 war Zurawski als Gast der First Lady beim State of the Union im Besucherinnen-Logenbereich anwesend und wurde damit zu einem prominenten Beispiel der Auswirkungen der texanischen Abtreibungsgesetze auf die medizinische Versorgung.[5] Am 26. April 2023 sagte sie vor dem Justizausschuss des US-Senats über ihre Erfahrungen aus, wodurch ihr Fall landesweit zusätzliche Beachtung fand.[6] Gemeinsam mit dem Center for Reproductive Rights reichte sie am 6. März 2023 die Klage Zurawski v. State of Texas ein, die als erste Patientinnen-Klage nach Dobbs gezielt die medizinischen Ausnahmen eines bundesstaatlichen Abtreibungsverbots angriff.[7] Im August 2023 erließ ein Bezirksgericht in Travis County eine einstweilige Verfügung, die bei „redlicher ärztlicher Beurteilung“ Abbrüche in Notlagen zuließ; der Bundesstaat legte sogleich Berufung ein.[2] Am 31. Mai 2024 hob der Oberste Gerichtshof von Texas die Verfügung auf und bestätigte die Verbotsgesetze, wobei er ausführte, das Recht lasse lebensrettende Abbrüche im Rahmen „angemessenen ärztlichen Ermessens“ ohnehin zu.[8] Ihre Geschichte bildet den Kern des 2024 uraufgeführten Dokumentarfilms Zurawski v Texas, welcher die persönlichen Folgen der texanischen Gesetze und den Prozessverlauf nachzeichnet.[4] 2025 zeichnete TIME Zurawski als eine der Women of the Year aus.[3]

Commons: Amanda Zurawski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Texas woman almost dies because she couldn’t get an abortion. In: CNN. 20. Juni 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  2. a b Texas Supreme Court rejects challenge to abortion laws. In: The Texas Tribune. 31. Mai 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b Amanda Zurawski Won’t Give Up the Fight for Reproductive Rights. In: TIME. 20. Februar 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  4. a b ‘We just have to keep fighting’: a shocking new film on the danger of US abortion laws. In: The Guardian. 27. Oktober 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  5. Republicans heckle Biden over border remarks during State of the Union. In: The Texas Tribune. 7. Februar 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  6. Durbin Questions Witnesses During Senate Judiciary Committee Hearing on the Devastating Fallout Since the Supreme Court Overruled Roe v. Wade. In: United States Senate Committee on the Judiciary. 26. April 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  7. The Plaintiffs and Their Stories: Zurawski v. State of Texas. In: Center for Reproductive Rights. 14. November 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  8. State v. Zurawski (Opinion). In: Justia. 31. Mai 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).