Altes Amtsgericht (Darmstadt)
| Altes Amtsgericht | |
|---|---|
Altes Amtsgericht Darmstadt | |
| Daten | |
| Ort | Darmstadt, Mathildenplatz 12 |
| Architekten | Karl Hofmann, Wilhelm Thaler |
| Baujahr | 1903–1905 |
| Koordinaten | 49° 52′ 32,9″ N, 8° 39′ 3,6″ O |
| Besonderheiten | |
| unter Denkmalschutz | |
Das Alte Amtsgericht ist ein 1903–1905 errichtetes Bauwerk in Darmstadt, das aus architektonischen und stadtgeschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz steht.
Architektur und Geschichte
Das Gebäude wurde für rund 610.000 Mark[1] nach Plänen der Architekten und großherzoglich hessischen Baubeamten Karl Hofmann und Wilhelm Thaler für das Amtsgericht Darmstadt erbaut. Anfangs wurde es Neues Gerichtsgebäude genannt. Es umschließt zwei kleine Innenhöfe. Einer der beiden ist mit einem Glasdach überdeckt und bildet das dreigeschossige Vestibül. Von dem Vestibül aus werden die Räume in den beiden oberen Geschossen mit umlaufenden Rundbogen-Arkaden erschlossen. Die Treppenstufen und die Geländer des Vestibüls bestehen aus hellem Werkstein; ebenso die zwei Figuren über dem ersten Treppenpodest. Über dem Rundbogen zum Eingangsportal hin befindet sich eine Uhr mit neobarocker Umrahmung. In die südliche Arkadenwand wurde ein Wandbrunnen aus Marmor eingelassen.
Die Fassaden sind teilweise verputzt, die architektonischen Gliederungen wie Lisenen, Pilaster, Fenstergewände, Verdachungen und Kranzgesims sind ebenso wie der gesamte Mittelrisalit auf der Nordseite in rotem Sandstein ausgeführt. Auch bei der zum gegenüberliegenden Landgerichtsgebäude führenden geschlossenen Brücke über die Straße wurde zur Gliederung roter Sandstein verwendet. An der Ausstattung mit figürlichem Schmuck war der zur Bauzeit in Darmstadt tätige Bildhauer Ludwig Habich beteiligt.
Bei einem Luftangriff im Jahr 1944 wurde das Bauwerk stark beschädigt und in der Nachkriegszeit in seinen wesentlichen Teilen originalgetreu wiederaufgebaut. Allerdings erhielt das Amtsgericht anstelle des ursprünglichen hohen Mansarddachs eine eingeschossige Aufstockung, über deren Kranzgesims das Gebäude ein flach geneigtes Schieferdach trägt. Auch der Turm wurde nicht wiederaufgebaut.
Bildergalerie
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Das Alte Amtsgericht mit Turm, damals Neues Gerichtsgebäude genannt (1910)
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Altes Amtsgericht mit Brücke (2015)
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Altes Amtsgericht, Haupteingang (2015)
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Foyer (2024)
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Treppe im Foyer (2024)
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Allegorie auf das Strafrecht von Ludwig Habich (2014)
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Allegorie auf das Zivilrecht von Ludwig Habich (2014)
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Auf diesem Luftbild ist das Alte Amtsgericht mit ursprünglichem Dach und Turm zu sehen (1936)
Literatur
- Günter Fries et al. (Bearb.): Stadt Darmstadt. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen.) Vieweg, Braunschweig / Wiesbaden 1994, ISBN 3-528-06249-5, S. 141.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Deutsche Bauzeitung, 41. Jahrgang 1907, Nr. 45 (vom 5. Juni 1907), S. 320.