Altenwohnanlage St. Pauli Stift

Das St. Pauli Stift in Bremen-Neustadt, St.-Pauli-Deich 1 / Friedrich-Ebert-Straße, ist eine Seniorenwohnanlage mit 30 betreuten Eigentumswohnungen.[1]

Geschichte

Der Vorgängerbau der alten St.-Pauli-Kirche in der Bremer Neustadt war eine einfache Saalkirche mit Dachreiter von 1679/82, die im Zweiten Weltkrieg am 6. Oktober 1944 durch einen Bombenangriff vollständig zerstört wurde.[2] Bis zur Zerstörung war die alte St.-Pauli-Kirche ein Baudenkmal in Bremen.[3] Da der Wiederaufbau des Kirchengebäudes durch den leicht versetzten Neubau der heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke nicht an gleicher Stelle erfolgen konnte, wurde die neue St.-Pauli-Kirche auf einem Bauplatz rund hundert Meter weiter westlich errichtet.[2]

Auf dem vorhandenen Kirchengrundstück des abgegangenen Baudenkmals, der alten St.-Pauli-Kirche, wurde ein Neubau für betreutes Wohnen und angeschlossenen Gewerbeeinheiten für den Verein St. Pauli-Stift gebaut.[4] Die vier- und siebengeschossige Altenwohnanlage wurde im Jahr 1997 mit 30 Altenwohnungen und Läden im Erdgeschoss nach Plänen der Bremer Architekten Manfred Schomers und Rainer Schürmann an der Straßenkreuzung von St.-Pauli-Deich mit der Friedrich-Ebert-Straße errichtet.[5]

Gebäudebeschreibung

Das Ensemble in der Nähe zu Kleine Weser und Werdersee besteht aus vier Elementen: Der zentrale „Turm“ mit einer Sonnenterrasse mit Rundumblick, zwei viergeschossige Flügelbauten und die innen liegenden, zu den Wohnungen führenden Laubengänge mit einer viergeschossigen, mit Glas überdachten Halle.

Gebäudenutzung

Das betreute Wohnen im Stift unterstützt die Bremische Schwesternschaft vom Roten Kreuz.[6] Die überdachte Halle ist Treffpunkt und Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen und gemeinsame Aktivitäten.[5]

Auszeichnung

Das Haus erhielt bei der Vergabe des Deutschen Bauherrenpreises 2004 eine von acht „besonderen Anerkennungen“. Die Jury lobte, dass das Objekt an einem „städtebaulich schwierigen und für den Wohnungsbau problematischen Standort“ eine „nicht nur […] architektonisch gelungene, sondern auch städtebaulich überzeugende Lösung“ darstelle und dass die Baukosten in einem günstigen Verhältnis zur erreichten Qualität stünden.[7]

Der architekturführer bremen schreibt zum Neubau: „… ein aufgeständerter Turm in die Höhe, der ein stadteräumlich wirksames Zeichen darstellt. Es entsteht ein Ort, der die Gemeinschaft der Bewohner - vielleicht mit etwas zu viel Pathos – architektonisch zum Ausdruck bringt“.[8]

Literatur

  • Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Band V., Nordwestdeutschland. 1. Auflage. Wasmuth, Berlin 1912, S. 76.

Einzelnachweise

  1. Gerd Svoboda, Ilse Wehrmann: 25 Jahre St. Pauli Stift, 7. Oktober 2022, Festschrift, 1997 bis 2022: Erinnerungen - Rückblick (PDF; 7,66 MB). In: ilse-wehrmann.de. St. Pauli Stift e.V. Oktober 2022
  2. a b Ev. St. Pauli-Kirche. In: Beschreibung, Denkmaldatenbank. Landesamt für Denkmalpflege, Bremen, 2022;.
  3. Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Band V., Nordwestdeutschland. 1. Auflage. Wasmuth, Berlin 1912, S. 76.
  4. St. Pauli-Stift. In: Kurzinformation der Baubetreuung. Dr. Hübotter Gruppe;.
  5. a b ST.PAULI STIFT. In: Kurzbeschreibung. St.Pauli-Stift e. V.;.
  6. ST.PAULI STIFT – Service. In: Kurzbeschreibung. St.Pauli-Stift e. V.;.
  7. Bauherrenpreis 2004. Architektur Verlag Nord, Hamburg und Berlin 2004, S. 43 (gdw.de [PDF; 3,3 MB; abgerufen am 11. Oktober 2025]).
  8. architekturführer bremen: Altenwohnanlage St. Pauli Stift

Koordinaten: 53° 4′ 16,6″ N, 8° 48′ 6,4″ O