Alt Rosenthal

Alt Rosenthal
Gemeinde Vierlinden
Koordinaten: 52° 33′ N, 14° 17′ O
Höhe: 35 m
Fläche: 10,78 km²
Einwohner: 93 (2008)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1962
Eingemeindet nach: Worin
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 03346
Lage von Alt Rosenthal in Brandenburg

Alt Rosenthal ist ein Ort im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und gehört seit dem 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Vierlinden. Alt Rosenthal besteht aus den bewohnten Gemeindeteilen Alt Rosenthal und Alt Rosenthal Vorwerk. Zusammengeschlossen mit vier weiteren Gemeinden werden die Amtsgeschäfte durch das Amt Seelow-Land getätigt. Alt Rosenthal liegt an der Bahnstrecke Berlin–Küstrin-Kietz Grenze.

Geschichte

1325 wird der Ort als Rosintal erstmals urkundlich erwähnt. Es galt 1800 als kurbrandenburgisches adeliches Kirchdorf[1] im Lebuser Kreis, in der Mittelmark. 1860 hatte die Ortschaft 187 Einwohner.[2]

Ende des 19. Jahrhunderts bestand am Ort ein Rittergut. Dieses war schon lange als Nebengut[3] Teil der Standesherrschaft Neu Hardenberg, welches seit 1820 als Familienfideikommiss der Grafen von Hardenberg geführt wurde, verbunden mit einem erblichen Sitz im Preußischen Herrenhaus. Eigentümer war damals Graf Carl Friedrich Toussaint von Hardenberg-Neu Hardenberg. Die Gutsfläche betrug 936 ha. Davon waren 380 ha Forsten. Zum Gut gehörte eine Brennerei. Als Pächter agierte Ober-Amtmann Wagner.[4] 1914 war der Oberregierungsrat Graf Kuno von Hardenberg (1855–1921) Eigentümer der Herrschaft Neu-Hardenberg, also somit auch vom 992 ha-Gut in Alt Rosenthal.[5]

Bekannt wurde, das zeitgleich der Landwirt aus Alt-Rosenthal, Rittmeister der Landwehr a. D. Johannes Maximilian Wurl, das benachbarte Rittergut Nieder-Görlsdorf bewirtschaftete.[6]

Von 1922 bis 1944 war Carl-Hans Graf von Hardenberg als Standesherr Besitzer der Güter um Schloss Neuhardenberg und auch vom Rittergut Altrosenthal (dam. Schreibweise). Das Gut war 1928 etwa 1199 ha groß, Verwalter Oberinspektor Pirsch.[7] Wegen seiner Kontakte zum Widerstand wurde Graf Hardenberg inhaftiert und vom NS-Regime de facto sofort enteignet.

Am 1. Januar 1962 wurde Alt Rosenthal nach Worin eingemeindet.[8] Worin gehört zusammen mit Alt Rosenthal und Görlsdorf seit dem 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Vierlinden.[9]

Einwohnerentwicklung

Anzahl Einwohner[10]
Jahr 1875189019101925193319462006
Einwohner 17517518923418635897

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Vierlinden stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale des Ortes Alt Rosenthal. Dazu gehören:

Persönlichkeiten

In Alt Rosenthal-Vorwerk bewohnte der Schriftsteller Ulrich Plenzdorf (1934–2007) bis zu seinem Tod während eines Teils des Jahres ein Landhaus.[11] Ebenso wohnt dessen langjähriger Freund, der aus Thüringen stammende Schriftsteller Martin Stade, in Alt Rosenthal. Auch der Schriftsteller Klaus Schlesinger (1937–2001) hatte dort gemeinsam mit seiner damaligen Frau Bettina Wegner ein Haus.

Commons: Alt Rosenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. P. A. Winkopp: Neuestes Staats-Zeitungs-Reise-Post- und Handlungs-Lexikon oder geographisch-historisch-statistisches Handbuch. Band 1,1, Verlag Kleefeld, Leipzig 1804, S. 183.
  2. F. H. Ungewitter: Die Preußische Monarchie nach den zuverlässigsten Quellen geographisch, statistisch, topographisch und historisch. Ein Handbuch für Staats- und Communalbehörden, so wie zum Privatgebrauch. Nicolaische Verlagsbuchhandlung (G. Parthey), Berlin 1859, S. 723.
  3. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1912. Fünfundachtzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 377.
  4. Vgl. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 58–59, doi:10.18452/377 (Digitalisat). Reprint: ISBN 3-226-00787-4.
  5. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Hundertfünfzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 245 f.
  6. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. [1914]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 296–299.
  7. Vgl. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 240.
  8. Statistisches Bundesamt-Wiesbaden (StBA) (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  9. StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.
  10. Alt Rosenthal im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  11. Märkische Oderzeitung: Schriftsteller Ulrich Plenzdorf in Alt Rosenthal beigesetzt (Memento vom 5. Juli 2015 im Internet Archive) vom 23. August 2007.