Alsino und der Condor

Film
Titel Alsino und der Condor
Originaltitel Alsino y el cóndor
Produktionsland Nicaragua
Originalsprache Spanisch, Englisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 89 Minuten
Produktions­unternehmen Filmproduktionsunternehmen IMCINE (Mexiko)
  • ICAIC (Instituto Cubano del Arte e Industrias Cinematográficos)
  • Nicaraguanisches Filminstituts (NFI)
Stab
Regie Miguel Littin
Drehbuch Isidora Aguirre
  • Miguel Littin
  • Tomás Pérez Turrent
Produktion Hernán Littin
Musik Leo Brouwer
Kamera Jorge Herrera
  • Pablo Martínez
Besetzung
  • Dean Stockwell: Frank
  • Alan Esquivel: Alsino
  • Carmen Bunster: Mamabuela
  • Alejandro Parodi: Garin
  • Delia Casanova: Rosario
  • Marta Lorena Pérez: Lucia
  • Reynaldo Miravalles: Der Vogelmann
  • Marcelo Gaete: Der Löwenwächter
  • Jan Kees de Rooy: Rohm
  • Rogelio Blain: Manuel
  • Raúl Eguren: Der Meister
  • Carlos Aguirre Calero: Das Meerschweinchen
  • Luz Amparo Gutiérrez: Die Prostituierte
  • Gustavo Alberto Saballos: Sergeant Gonzalez
  • Ivan Turcios: Etiope
  • Jose Uriel Duarte: Freund des Meerschweinchens

Alsino und der Condor (Originaltitel: Alsino y el cóndor) ist ein 1982 entstandener nicaraguanischer Kriegsfilm von Miguel Littin, der 62 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Romans Alsino des chilenischen Schriftstellers Pedro Prado[1] aus dem Jahr 1920 entstand. Der Film war als fremdsprachiger Beitrag bei der Oscarverleihung 1983 für den Oscar in der Kategorie Bester internationaler Film nominiert. Der Film entstand in lateinamerikanischer Koproduktion zwischen vier mittel- und südamerikanischen Ländern: Costa Rica, Kuba, Mexiko sowie Nicaragua und war der erste fiktionale Spielfilm, der in Nicaragua nach der Sandinistischen Revolution produziert wurde. Die Filmmusik stammt von dem kubanischen Dirigenten, Gitarristen, Percussionisten, Komponisten, Arrangeur und Musikpädagogen Leo Brouwer, einer der wichtigsten südamerikanischen Gitarrenkomponisten der Gegenwart.

Handlung

Alsino, ein Junge von etwa elf Jahren, lebt mit seiner Großmutter in einem abgelegenen Gebiet Nicaraguas. Er gerät mitten in den Krieg zwischen Rebellen und Regierungstruppen, als ein US-Berater der Armee befiehlt, in der Nähe seines Dorfes einen Sammelpunkt einzurichten. Alsino versucht, einfach Kind zu sein: Er klettert mit einem Mädchen auf Bäume, durchstöbert die Erinnerungsstücke seines Großvaters und wagt Flugversuche. Er geht in die Stadt, um einen Sattel zu verkaufen, trinkt zum ersten Mal Alkohol und wird in ein Bordell gebracht. Doch der Krieg lässt ihn nicht los. Der US-Berater nimmt Alsino mit auf einen Hubschrauberflug, doch dieser ist wenig beeindruckt. Die Grausamkeiten der Soldaten wecken in Alsino Sympathien für die Rebellen, und nachdem ein Armeeangriff fehlschlägt, wird der Junge vollends in den Konflikt hineingezogen. Der Film verwendete zudem nicaraguanische Volkserzählungen als Handlungselemente.

Auszeichnungen

Der Film war als fremdsprachiger Beitrag bei der Oscarverleihung 1983 für den Oscar in der Kategorie Bester internationaler Film nominiert.[2] Die lateinamerikanische Koproduktion war der erste Film, der für Costa Rica, Kuba und Nicaragua für einen Oscar nominiert wurde, obwohl er gemäß den Academy-Regeln als nicaraguanischer Spielfilm galt. Er war die zweite Oscar-Nominierung für Regisseur Miguel Littín. Die erste erhielt er für Aufzeichnungen aus Marusia (1975). Beim Internationalen Filmfestival Moskau gewann der Film zudem die Goldmedaille.[3]

Trivia

Alsino und der Condor war der letzte Film des kubanischen Kameramanns Jorge Herrera, der während der Dreharbeiten an einer Hirnblutung starb, sowie der erste und einzige Filmauftritt von Alan Esquivel, der die Titelrolle des Alsino spielte.

Der Film gehörte zu den in der DDR gezeigten außereuropäischen Filmen und hatte dort am 22. Januar 1984 Premiere.

Kritik

Das Lexikon des internationalen Films urteilte, der Film sei „bildgewaltig[...]“ und stelle die „Ereignisse einseitig“ dar, verzerre sie aber nicht und sei um „eine allgemeingültige Aussage bemüht.“[4]

Einzelnachweise

  1. Pedro Prado. Biografías y Vidas, abgerufen am 2. Januar 2026 (spanisch).
  2. The 55th Academy Awards: 1983. Academy Awards, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
  3. Moscow Film Festival 1983. Moscow Film Festival, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
  4. Alsino und der Condor. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 3. Januar 2025.