Alois von Funke

Alois Funke, ab 1909 Edler von Elbstadt oder kurz von Funke (* 5. Jänner 1834 in Leitmeritz, Böhmen; † 24. Jänner 1911 ebendort), war ein böhmisch-österreichischer Politiker der Deutschen Fortschrittspartei. Er war von 1880 bis 1911 Mitglied des böhmischen Landtages und von 1894 bis zu seinem Tod Abgeordneter zum österreichischen Reichsrat. Von 1893 bis 1911 war er Bürgermeister von Leitmeritz.

Leben und Wirken

Er war der Sohn des Getreidehändlers Franz Funke († 1867). Nach der Hauptschule besuchte er das Gymnasium in Leitmeritz, studierte von 1852 bis 1857 an den Universitäten Wien und Prag, wo er 1861 zum JUDr. promoviert wurde.[1] Nach Jahren als Advokaturskonzipient eröffnete er 1869 eine eigene Kanzlei als Advokat in Leitmeritz. Er war 1862 Mitgründer und fast 40 Jahre Obmann des Deutschen Turnvereins in Leitmeritz. 1864 wurde er in die Gemeindevertretung seiner Heimatstadt gewählt. Im 1880 gegründeten Deutschen Schulverein wirkte Funke bis 1911 als Obmann der Ortsgruppe Leitmeritz.

Von 1880 bis 1911 gehörte er – mit zwei kurzen Unterbrechungen – dem böhmischen Landtag an; von 1883 bis 1911 zudem der Bezirksvertretung Leitmeritz, deren Obmann-Stellvertreter er ab 1892 war. Er wurde 1893 zum Bürgermeister der Stadt Leitmeritz ernannt und blieb dies 18 Jahre lang bis zu seinem Tod.

Bei einer Nachwahl nach Tod von Anton Meissler wurde Funke 1894 erstmals als Vertreter der böhmischen Kurie der Städte 14 (Leitmeritz, Lobositz, Theresienstadt, Böhmisch-Leipa u. a.) ins Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrats gewählt. Diesem gehörte er von der VIII. bis XI. Legislaturperiode an. Er schloss sich dort zunächst dem altliberalen Klub der Vereinigten deutschen Linken an, gehörte aber zu den Abgeordneten, die sich 1896 als Freier Verband deutscher Abgeordneter abspaltete und im Jahr darauf die Deutsche Fortschrittspartei bildete, deren Vorstand Funke angehörte.

Nach Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts und dem Neuzuschnitt der Wahlkreise wurde Funke 1907 für den Wahlkreis Böhmen 80 (Städte Leitmeritz, Theresienstadt, Lobositz u. a.) und die Deutsche Fortschrittspartei erneut ins Abgeordnetenhaus gewählt und war dort dessen Alterspräsident. Zudem war er Klubobmann der Deutschfortschrittlichen Vereinigung, die sich 1908 dem Nationalverband der deutschfreiheitlichen Abgeordneten anschloss, aus welchem 1910 der Deutsche Nationalverband hervorging. Der Kaiser erhob Funke 1909 als „Edler von Elbstadt“ in den Adelsstand. Außerdem war er Komtur des Franz-Joseph-Ordens.

Der Salzburger Maler, Kunsterzieher und Museumsdirektor Rigobert Funke-Elbstadt war sein Enkel.

Literatur

  • Juristische Blätter 40 (1911) Nr. 5, S. 55 f.

Einzelnachweise

  1. Jahres-Bericht des K.K. Ober-Gymnasiums zu Leitmeritz. 1887, S. 5.