Alois Friedrich Rogenhofer

Alois Friedrich Rogenhofer (* 22. Dezember 1831 in Wien; † 15. Januar 1897 ebenda) war ein österreichischer Entomologe. Er war Kurator am Naturhistorischen Museum in Wien und war dort mit der Schmetterlingssammlung befasst. Sein Hauptinteresse galt den Schmetterlingen und den Hautflüglern (Hymenoptera).

1869 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.[1]

Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[2] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Alois F. Rogenhofer und der Bezeichnung Erster Secretair der k. k. zool. botan. Gesellschaft wurde er auf Blatt 7 (Wien II) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[3]

Nach ihm sind einige Schmetterlinge und Insekten benannt. Sein Nachfolger in Wien wurde Hans Rebel.

Ihm zur Seite stand der leidenschaftliche Sammler Josef Mann (1804–1889), der mit seinen Sammlungen immer wieder für Nachschub im Museum sorgte. Mann beschrieb selbst viele Spezies von Schmetterlingen und war besonders auf Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) spezialisiert.

Rogenhofer wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Veröffentlichungen

  • mit Cajetan Freiherr von Felder und Rudolf Felder: Reise Fregatte Novara. Lepidoptera. 3 Bände (1865–1867).
  • Afrikanische Schmetterlinge des К. К. naturhistor. Hofmuseums, in Ann. Wien. Hofm., IV et VI.
  • Ueber die taschenförmigen Hinterleibsanhänge der weiblichen Schmetterlinge der Acraeiden, in Verhandlungen Zoologisch-Botanischer Verein 42, 1892, S. 579–582 (zobodat.at [PDF]).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Mitgliedseintrag von Alois Friedrich Rogenhofer bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 23. Juni 2016.
  2. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  3. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)