Alluttoq (Insel)

Alluttoq

Das verlassene Ataa an der Ostküste der Insel (2007)
Gewässer Diskobucht, Baffin Bay, Atlantischer Ozean
Geographische Lage 69° 44′ N, 51° 9′ W
Länge 67 km
Breite 22 km
Fläche 628 km²
Einwohner unbewohnt

Alluttoq (nach alter Rechtschreibung Agdlugtoĸ, „die hinter den Wolken erscheinende“; dänisch Arveprinsen Ejland „Erbprinzen-Eiland“) ist eine grönländische Insel im Distrikt Ilulissat in der Avannaata Kommunia.

Lage

Alluttoq liegt im Nordosten der Diskobucht östlich der Diskoinsel und ist nach dieser die größte Insel der Gegend, aber auch insgesamt die drittgrößte Insel Westgrönlands mit einer Fläche von 628 km², etwas kleiner als Menorca und etwas größer als Ibiza. Der längliche südliche Teil der Insel ist bergig mit Höhen von über 800 Metern und zahlreichen Bergseen. Im Norden trennt der Fjord Kangerluk die Insel beinahe vollständig in zwei Teile. Ein nur knapp 140 Meter breiter Sund im Nordwesten trennt Alluttoq von der großen Nebeninsel Oqaatsut. Im Westen liegen die kleineren Nebeninseln Avannarleq, Appat und Uigorleq. Im Osten trennt der Sund Ikerasak die Insel vom Festland. Im Nordosten befinden sich weitere Inseln, von denen die größten Illuluarsuit Nunataat und Qeqertakassak sind.[1]

Geschichte

Alluttoq war schon vor der Kolonialzeit bewohnt, wobei die Bewohner Handel mit holländischen Walfängern betrieben. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Insel eines der Zentren des dänischen Kolonialhandels. An der Südküste der Insel errichtete Carl Dalager 1775 ein Wohnhaus, von wo aus er zeitweise Walfang betrieb. 1781 wurde die Loge Ritenbenk von Saqqaq nach Appat direkt vor der Westküste von Alluttoq verlegt und somit Hauptort des Kolonialdistrikts Ritenbenk. 1783 wurde südlich von Appat eine Anlage in Illutsiaq gegründet. 1784 ließ sich Carl Dalager dauerhaft in Alluttoq nieder, wo er die Loge Klokkerhuk/Arveprinsen Ejland gründete, die zum Hauptort des selbstständigen Kolonialdistrikt Arveprinsens Ejland wurde. Ritenbenk wurde 1790 zur Kolonie hochgestuft, während Klokkerhuk mit dem Tod Dalagers 1799 in den Kolonialdistrikt Ritenbenk eingegliedert wurde. Illutsiaq war im Jahr zuvor aufgegeben worden. Die Loge in Alluttoq verlor im 19. Jahrhundert an Bedeutung und wurde 1854 zum Udsted herabgestuft und kurz darauf aufgegeben. An der Ostküste der Insel wurde 1852 ein Udsted in Ataa gegründet, der zum Kolonialdistrikt Jakobshavn gehörte. Dazu gehörte noch der nordöstlich gelegene Wohnplatz Arsivik.[2][3] 1918 lebten 149 Menschen in Appat, 64 in Ataa und 31 in Arsivik.[4] Die Kolonie Ritenbenk war wirtschaftlich wenig erfolgreich und verlor in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen großen Teil ihrer Bevölkerung. 1942 wurde die Kolonie zum Udsted herabgestuft und in den Kolonialdistrikt Julianehaab eingegliedert. 1949 wurde Arsivik aufgegeben. 1950 wurde die Insel verwaltungsmäßig aufgespalten, wobei die westliche Hälfte mit Appat zur Gemeinde Vaigat gehörte und die östliche Hälfte mit Ataa zur Gemeinde Ilulissat. Appat verlor 1955 den Udstedsstatus und wurde 1958 aufgegeben. Ataa wurde 1960 aufgegeben. Seither ist die Insel Alluttoq unbewohnt.[5]

Einzelnachweise

  1. Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen (Vergleiche Kartenlayer Forvaltningskort oder Nykortlægning 2022). Oqaasileriffik.
  2. Morten P. Porsild, Hother Ostermann: Beskrivelse af Distrikterne i Nordgrønland: Ritenbenk Distrikt. In: Georg Carl Amdrup, Louis Bobé, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): Grønland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om Grønland. Band 60–61). Band 1. C. A. Reitzel Boghandel, Kopenhagen 1921, S. 209–271 (Digitalisat im Internet Archive).
  3. Morten P. Porsild, Hother Ostermann, Johan Madsen Krogh: Beskrivelse af Distrikterne i Nordgrønland: Jakobshavn Distrikt. In: Georg Carl Amdrup, Louis Bobé, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): Grønland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om Grønland. Band 60–61). Band 1. C. A. Reitzel Boghandel, Kopenhagen 1921, S. 151–208 (Digitalisat im Internet Archive).
  4. Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 234 f.
  5. Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 138–153.