Allium basalticum

Allium basalticum

Allium basalticum

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch (Allium)
Art: Allium basalticum
Wissenschaftlicher Name
Allium basalticum
Fragman & R.M.Fritsch

Allium basalticum ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium) in der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae) innerhalb der Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Diese ostmediterrane Lauchart wird gelegentlich als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Allium basalticum ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 60 Zentimetern. Die Zwiebel ist bei einer Länge von 2 bis 3 Zentimetern sowie einen Durchmesser von bis zu 4 Zentimetern breit-eiförmig und von einer grauen Hülle umgeben.[1]

Die drei bis fünf grundständigen, kahlen Laubblätter sind anfangs ziemlich steif aufrecht, später mehr oder weniger zurückgebogen. Das Laubblatt ist bei einer Länge von 30 bis 50 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 5 Zentimetern lanzettlich mit langem, schmal-dreieckigem oberen Ende.[1]

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt im April und Mai. Der aufrechte, bei einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimetern zylindrische Blütenstandsschaft erreicht Wuchshöhen von 25 bis 60 Zentimetern. Der dichte, doldige Blütenstand ist mit einem Durchmesser von 6 bis 10 Zentimetern breit-schirmförmige bis halbkugelige und hat ein sehr kurz geschnäbeltes Doldenhüllblatt, das sich mehr oder weniger sternförmig in drei bis fünf Klappen teilt. Die Blütenstiele sind gerade, ziemlich dick und grün.[1]

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig, becherförmig und sternförmig. Die weißen bis blass-rosafarbenen, oft mit auffallend grünem Mittelnerv Blütenhüllblätter bei einer Länge von 6 bis 8 Millimetern sowie einer Breite von 4,5 bis 6 Millimetern elliptisch bis verkehrt-eiförmig. Die Staubblätter sind schmal dreieckig, halb bis zwei Drittel so lang wie die Blütenhüllblätter, am Grund farben bis karminrot, zur Spitze hin verblassend und mit hell-gelben, länglichen Staubbeuteln besetzt. Die drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, abgeflachten, rundlichen, bis etwa 5 Millimeter breiten, glänzenden Fruchtknoten verwachsen, der drei breite und drei schmale Furchen aufweist. Der Fruchtknoten ist anfangs schwärzlich-purpurfarben, später grün. Der 2 bis 4 Millimeter lange, schmal-kegelförmige, rosafarbene Griffel endet in einer weißliche Narbe.[1]

Die glänzende Kapselfrucht ist etwa 8 Millimeter dick und teilspaltig.[1]

Vorkommen und Gefährdung

Allium basalticum kommt nur im Libanon, in Israel und Syrien vor.[2] Vorkommen wurden in Nordisrael, im Südlibanon, auf den Golanhöhen und im Westjordanland in Höhenlagen von 200 bis 950 Metern vor allem auf vulkanischen Basaltböden nachgewiesen.[3] Allium basalticum besiedelt Wiesen und Äcker auf tiefgründigen, lehmigen Böden, die oft im Winter überschwemmt werden und im Sommer austrocknen.

Aufgrund moderner landwirtschaftlicher Praktiken (tiefes Pflügen und Einsatz von Pestiziden) gehen die natürlichen Vorkommen stark zurück und sind selten geworden.[1] Auf den Golanhöhen wird ein weiterer Rückgang durch die Erschließung von Ölvorkommen erwartet. So wird Allium basalticum auf der weltweiten Roten Liste als „stark gefährdet“ („endangered“) eingestuft. Weniger als 10 Prozent der Vorkommen liegen in Naturschutzgebieten. Der Botanische Garten in Jerusalem trägt zum Erhalt dieser Art bei.[3]

Systematik

Die Erstbeschreibung von Allium basalticum erfolgte 2011 durch Ori Fragman-Sapir und Reinhard Michael Fritsch in Herbertia, Band 65, S. 34, durch Ausgliederung aus Allium nigrum L.[1] Das Artepitheton basalticum bedeutet „basaltisch“ und bezieht sich hier auf das natürliche Vorkommen dieser Art auf Basaltböden.

Allium basalticum gehört zusammen mit Allium nigrum L. und Allium atropurpureum Waldst. & Kit. zur Sektion Melanocrommyum Webb & Berth aus der Untergattung Melanocrommyum (Webb & Berth.) Rouy der Gattung Allium.

Verwendung

Allium basalticum wird weit verbreitet als Zierpflanze verwendet. Sie wurde in Israel als Schnittblume kultiviert und nach Holland exportiert, wo sie angebaut wird.[3] Allium basalticum harmoniert farblich gut mit Allium nigrum und Allium atropurpureum und passt gut in mediterrane Pflanzungen mit niedrigen Halbsträuchern, silberlaubigen Artemisia-Arten und Ziergräsern. Allium basalticum bevorzugt vollsonnige, nährstoffreiche Standorte und ist auf gut durchlässigen Sand- und Schotterböden in Mitteleuropa ausreichend winterhart. Im Handel wird meist die zartrosa blühende Sorte ‘Silver Spring’ angeboten.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Ori Fragman-Sapir, Reinhard M. Fritsch: New species of Allium sect. Melanocrommyum from the eastern Mediterranean. In: Herbertia. Band 65, 2011, S. 31–50, (archiviertes PDF).
  2. Datenblatt Allium basalticum Fragman & R.M.Fritsch bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  3. a b c Allium basalticum in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025. Eingestellt von: Ori Fragman-Sapir, 2016. Abgerufen am 2026-01-173.