Alles klar auf der Andrea Doria

Alles klar auf der Andrea Doria
Studioalbum von Udo Lindenberg & das Panik-Orchester

Veröffent-
lichung

15. Dezember 1973

Aufnahme

Juli 1973[1]

Label(s) Telefunken/Teldec

Format(e)

CD, LP, MC

Genre(s)

Deutschrock

Titel (Anzahl)

10 (+ Bonustitel)

Länge

33:10 (+ Bonustitel)

Besetzung

siehe Mitwirkende

Produktion

Thomas Kukuck, Udo Lindenberg

Studio(s)

Teldec-Studio, Hamburg

Chronologie
Daumen im Wind
(1972)
Alles klar auf der Andrea Doria Ball Pompös
(1974)

Alles klar auf der Andrea Doria ist das dritte Studioalbum des deutschen Rocksängers Udo Lindenberg, das im Dezember 1973 erschien und mit dem neugegründeten Panik-Orchester eingespielt wurde. Es avancierte zum ersten kommerziellen Erfolg Lindenbergs.

Entstehung und Veröffentlichung

Die Erstveröffentlichung von Alles klar auf der Andrea Doria erfolgte am 15. Dezember 1973 bei Telefunken. Das Album erschien in seiner Originalausführung als LP mit zehn Titeln (Katalognummer: SLE 14719-P). Im September 1987 erschien es in seiner Originalausführung erstmals als CD bei Teldec (Katalognummer: 8.21138). Diese wurde im Oktober 2002 neu bei Telefunken aufgelegt, mit den beiden Bonustiteln Tief im Süden und Rock ‘n’ Roll Band (Katalognummer: 0927-45292-2).[2]

Geschrieben wurden alle Lieder vom Interpreten selbst, während Thomas Kukuck weitgehend alleine für die Produktion verantwortlich war. Bei dem Titelgeber Alles klar auf der Andrea Doria und Cello unterstützte Lindenberg die Produktion.[2]

Albumtitel

Der Albumtitel bezieht sich auf das untergegangene italienische Passagierschiff Andrea Doria, das nach dem Zusammenstoß mit dem schwedischen Passagierschiff Stockholm am 26. Juli 1956 vor der Küste der Vereinigten Staaten gesunken ist. Die anschließende Rettungsaktion, bei der 1660 der 1706 Passagiere und Besatzungsmitglieder gerettet werden konnten, war die größte Rettungsaktion in der Geschichte der zivilen Seefahrt. Der gereimte Ausspruch „Alles klar auf der Andrea Doria“ behauptet, dass alles in Ordnung geht, und ist daher sarkastisch gemeint. In der englischen Version heißt es: „No panic on the Titanic.“[3]

Gestaltung

Für das Design der Schallplattenhülle und die abgedruckten Fotos war J. Arthur Cartens verantwortlich. Das Frontcover zeigt Lindenberg an Bord eines Fahrgastschiffes, neben dem Steuermann sitzend und eine Zeitung lesend. Mit der linken Hand gießt er sich aus einer grünen Flasche ein Glas Sekt ein, in der rechten Hand hält er eine angezündete Zigarre und eine Ausgabe der russischen Правда-Zeitung (deutsch: „Wahrheit“, das Propagandaorgan der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und eigentlich ein Lügenblatt). Hinter ihm sitzen Teile der Band als Passagiere.[1]

Titelliste

# Titel Autor(en)[2] Produzent(en)[2] Länge
Seite 1
1. Alles klar auf der Andrea Doria Udo Lindenberg Thomas Kuckuck, Udo Lindenberg 3:48
2. Boogie-Woogie-Mädchen Udo Lindenberg Thomas Kuckuck 3:21
3. Nichts haut einen Seemann um Udo Lindenberg Thomas Kuckuck 5:06
4. Ganz egal Udo Lindenberg, Karl Allaut Thomas Kuckuck 4:18
Seite 2
5. Du heißt jetzt Jeremias Udo Lindenberg Thomas Kuckuck 2:53
6. Wir wollen doch einfach nur zusammen sein (Mädchen aus Ost-Berlin) Udo Lindenberg Thomas Kuckuck 3:06
7. Dr. Chicago Udo Lindenberg, Gottfried Böttger Thomas Kuckuck 3:00
8. Cello Udo Lindenberg Thomas Kuckuck, Udo Lindenberg 2:59
9. Er wollte nach London Udo Lindenberg Thomas Kuckuck 3:56
10. Die größte Liebe Udo Lindenberg Thomas Kuckuck 0:48

Mitwirkende

Rezeption

Frank Eisenhuth bezeichnete das Album auf Allmusic als einen „Klassiker der deutschen Rockmusik“ und verglich es in seiner Bedeutung für die deutsche Musikszene mit Meisterwerken wie Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles und Pet Sounds von den Beach Boys. Lindenbergs witzige und an Wortspielen reiche Texte spiegelten den Zeitgeist der jungen Generation der 1970er-Jahre, und das Panik-Orchester setzte diese Ideen gekonnt in Musik um.[3]

Noah Schneider schreibt in seiner Lindenberg-Biografie, das Album ist „die Geburtsurkunde eines neuen, selbstbewussten deutschen Rock-Genres.“ Lindenberg besetzte damit eine „Lücke zwischen dem oft sperrigen, avantgardistischen Krautrock auf der einen und dem seichten, formelhaften Schlager auf der anderen Seite.“[4]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[5]23 (25 Wo.)25

Auszeichnungen für Musikverkäufe

In Deutschland verleiht der BVMI seit 1975 Schallplattenauszeichnungen nach einem festen Regelwerk. Lindenberg bekam für über 100.000 verkaufte Einheiten von Alles klar auf der Andrea Doria zuvor eine Silberne Schallplatte von seinem Label überreicht.[6] Das Album sprengte alle Erwartungen und hielt sich monatelang in den Charts. Infolgedessen bekam Lindenberg einen Millionen-Plattenvertrag von seiner Plattenfirma.[7]

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Deutschland (BVMI)[6] Silber100.000
Insgesamt 1× Silber
100.000

Einzelnachweise

  1. a b c Alles klar auf der Andrea Doria bei Discogs
  2. a b c d Udo Lindenberg & das Panik-Orchester – Alles klar auf der Andrea Doria. In: austriancharts.at. Hung Medien, abgerufen am 15. Januar 2026.
  3. a b Alles klar auf der Andrea Doria bei AllMusic (englisch)
  4. Noah Schneider: Unkaputtbar. Die Biografie über Udo Lindenberg. FlipFlop, 2025, ISBN 978-3-759186669, S. 1972.
  5. Udo Lindenberg & das Panik-Orchester – Alles klar auf der Andrea Doria. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, abgerufen am 15. Januar 2026.
  6. a b Auszeichnungen. In: udo-lindenberg.de. Udo Lindenberg, abgerufen am 20. August 2025.
  7. Noah Schneider: Unkaputtbar. Die Biografie über Udo Lindenberg. FlipFlop, 2025, ISBN 978-3-759186669, S. 1972.