Alfred Laubereau
Alfred Laubereau (* 25. Februar 1942; † 25. Februar 2025)[1] war ein deutscher Experimentalphysiker und Pionier der Laserspektroskopie.
Leben
Alfred Laubereau studierte in den 1960er-Jahren an der Technischen Hochschule München und promovierte 1970 bei Wolfgang Kaiser mit einer Arbeit über die Erzeugung und Komprimierung ultrakurzer Laserpulse. Nach der Habilitation wurde er 1978 als Professor für Experimentalphysik an die Universität Bayreuth berufen. Gastprofessuren führten ihn in den 1980er-Jahren an das Laboratoire d´Optique Quantique du CNRS in Palaiseau. 1993 kehrte er nach München zurück und übernahm einen Lehrstuhl für Experimentalphysik an der TU München, wo er bis zur Emeritierung 2012 tätig war. Von 1999 bis 2009 war er Dekan der Fakultät für Physik.[2][3]
Wirken
Alfred Laubereau widmete sich der Erforschung ultraschneller physikalischer Phänomene durch die Entwicklung kurzpulsiger Laserquellen. So konnte er in den 1970er-Jahren gemeinsam mit seinem Doktorvater erstmals Einblicke in die Dynamik lokaler Strukturen in Festkörpern und Flüssigkeiten aufzeigen. In den 1980er-Jahren entwickelte er Femtosekundenlaser und widmete sich der stimulierten Raman-Spektroskopie. Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete er weiter zur ultraschnellen optischen Spektroskopie an Festkörpern und Flüssigkeiten.[2] Dabei konnte er mit seinem Team zeigen, dass ein kurzzeitiges Erhitzen von Eis weit über den Gefrierpunkt hinaus möglich ist.[4][5] Nach seiner Emeritierung stellte er ein auf Messungen basierendes Modell zum Treibhauseffekt von Kohlendioxid und Methan auf.[2]
Auszeichnungen
- 1974: Nernst-Haber-Bodenstein-Preis der Deutschen Bunsengesellschaft[6]
- 1997: Ehrendoktor der Universität Vilnius[7]
Einzelnachweise
- ↑ Traueranzeigen von Alfred Laubereau. In: SZ-Gedenken.de. Archiviert vom am 10. April 2025; abgerufen am 27. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ a b c Reinhard Kienberger: Prof. Alfred Laubereau. 22. August 2025, abgerufen am 27. Dezember 2025.
- ↑ Alfred Leitenstorfer, Hristo Iglev, Wolfgang Zinth, Reinhard Kienberger: Alfred Laubereau. In: Physics Today. Band 2025, Nr. 08, 22. August 2025, doi:10.1063/pt.bywm.irnk (aip.org [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
- ↑ H. Iglev, M. Schmeisser, K. Simeonidis, A. Thaller, A. Laubereau: Ultrafast superheating and melting of bulk ice. In: Nature. Band 439, Nr. 7073, Januar 2006, ISSN 0028-0836, S. 183–186, doi:10.1038/nature04415 (nature.com [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
- ↑ Thorsten Naeser: Eiskristalle bei plus 20 Grad. In: Focus. 15. Dezember 2005, abgerufen am 27. Dezember 2025.
- ↑ Nernst-Haber-Bodenstein-Preis. In: Deutsche Bunsen-Gesellschaft für physikalische Chemie. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
- ↑ Honorary Doctors. In: Vilnius University. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).