Alfred L. Copley
Alfred Lewin Copley (* 19. Juni 1910 in Dresden; † 28. Januar 1992 in Manhattan) war ein deutsch-US-amerikanischer Maler und Mediziner.
Leben
Alfred L. Copley floh 1935 aus Nazideutschland und verlor viele jüdische Verwandte im Holocaust. Er erhielt seinen ersten Doktortitel in Medizin von der Dresdner Akademie und zog in die Schweiz, wo er seine Interessen für Wissenschaft und Kunst in Einklang brachte. 1939 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. Copley wurde Arzt und Forscher und veröffentlichte zahlreiche Artikel, insbesondere über Hämorheologie – die Lehre vom Blutfluss – und Biorheologie, die er für alle biologischen Flüssigkeiten mitentwickelte.[1]
Copley erwarb medizinische Abschlüsse in Deutschland und der Schweiz und arbeitete mit Institutionen wie dem Veterans Administration Hospital und der University of Virginia zusammen. Er gründete und redigierte drei wissenschaftliche Zeitschriften: Thrombosis Research, Hemorheology und Biorheology. Er wurde zweimal von Kollegen für den Nobelpreis nominiert und widmete sich unter dem Namen „L. Alcopley“ auch der Kunst. Nach seinem Umzug nach New York im Jahr 1937 studierte er Kunst und Kunstgeschichte an der Columbia University und wurde 1943 US-amerikanischer Staatsbürger. Er nahm Unterricht in Druckgrafik bei Stanley William Hayter im Atelier 17.[1]
1949 war er eines der Gründungsmitglieder von „The Club“, einer Gruppe von Künstlern, darunter namhafte Vertreter des Abstrakten Expressionismus. Der Club befand sich in der 39 East 8th Street und bestand bis zum 23. April 1950. Copley war auch an der Gründung von Le Club in Paris beteiligt und war Mitherausgeber der internationalen Zeitschrift Leonardo. 1949 heiratete er die isländische Künstlerin Nína Tryggvadóttir, die jedoch aufgrund des Verdachts auf Kommunismus mit Reisebeschränkungen konfrontiert war. Copley folgte ihr nach Paris, wo sie mit ihrer 1951 geborenen Tochter lebten, bevor sie 1959 nach New York City zurückkehrten.[1]
Copleys Kunstwerke sind Teil der Sammlungen mehrerer renommierter Museen, darunter das Museum of Modern Art in Manhattan und das Art Institute of Chicago. Er verstarb am 28. Januar 1992 im Lenox Hill Hospital in Manhattan im Alter von 81 Jahren.[1]
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Hrsg.: Pawlak Herrsching. 1986, ISBN 978-3-88199-300-5.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Alfred Lewin Copley - Alcopley Biography. Annex Galleries Fine Prints, abgerufen am 23. Dezember 2025.