Alexandros (Brettspiel)
| Alexandros | |
|---|---|
| Daten zum Spiel | |
| Autor | Leo Colovini |
| Grafik | Grafik Studio Krüger, Düsseldorf |
| Verlag | Winning Moves |
| Erscheinungsjahr | 2003 |
| Art | Strategiespiel, Area control |
| Spieler | 2 bis 4 |
| Dauer | 45 Minuten |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Übersetzungen |
de, en, it |
| Ausgaben | 2003 Winning Moves, 2005 Rio Grande Games |
| Auszeichnungen | |
|
Games Magazine: Best New Family Strategy Game 2005 | |
Alexandros ist ein Brettspiel vom Typ eines Strategiespiels nach dem Area-Control-Prinzip von Spieleautor Leo Colovini, das 2003 im Verlag Winning Moves erschienen ist. Es gewann 2005 im Games Magazine den Preis für das beste neue Strategiespiel für Familien.[1]
Idee und Ausstattung
Leo Colovini, hauptberuflich Geschichtsprofessor, entwickelte Alexandros aus einer persönlichen und thematischen Motivation heraus. Der Name Alexander spielt für ihn eine besondere Rolle: Es ist nicht nur der Name seines Sohnes, sondern auch der Vorname seines Mentors Alex Randolph, den Colovini als "den wahren Alexander der Große der Spielewelt" bezeichnet. Bereits während der Arbeit an Carolus Magnus entstand bei ihm die Idee einer Spieleserie über bedeutende historische Persönlichkeiten.
Im Gegensatz zu seiner üblichen Vorgehensweise, bei der zunächst ein Spielmechanismus entwickelt und später ein passendes Thema gesucht wird, begann Colovini bei Alexandros mit der historischen Figur. Beim Studium mehrerer Bücher über Alexander den Großen fiel ihm auf, dass alle Werke Karten enthielten, auf denen der Feldzug Alexanders als Linie dargestellt war. Diese grafische Darstellung wurde zur zentralen Inspirationsquelle für das Spiel: Alexander sollte sich über das Spielfeld bewegen und dabei Spuren seines Feldzugs hinterlassen. Daraus entstand die Idee, dass seine Bewegung das Spielbrett in Regionen unterteilt, die von den Spielern verwaltet werden können.
Die Umsetzung dieser Idee erforderte einen ungewöhnlich intensiven Entwicklungsprozess. Colovini entwarf über 70 verschiedene Spielbretter und testete das Spiel rund 200-mal. Nach einer Vereinfachung und Verkürzung der Spieldauer wurde Alexandros in die Reihe Spielvergnügen im Quadrat aufgenommen. Trotz dieser Anpassungen blieb die ursprüngliche Idee erhalten: ein strategisches Spiel über Opportunismus, Verwaltung und Einflussnahme im Schatten einer dominanten historischen Figur.[2]
Das Spiel kommt mit einem als Karte des vorderen Orients und Persien aufgemachten Spielbrett. Die Landflächen sind in Dreiecke unterteilt, in den Farben: hellbraun (freies Feld) oder als Symbolfelder: gelb mit Pferd (Transport), grün mit Amphore (Ernährung), rot mit Leier (Kultur) oder blau mit Hoplit (Sicherheit), lila mit Tempel (Verwaltung). Um das Spielbrett herum verläuft die Punkteleiste.
Dazu passend gibt es insgesamt 55 Karten eingeteilt in 5 Gruppen je 11 Karten. Es gibt eine Amphore auf grünen Grund - stellvertretend für den Sektor Ernährung, einen Tempel auf lila Grund für die Verwaltung, ein Pferd auf gelben Grund für Transport, eine Leier auf rotem Grund für Kultur, einen Hoplit auf hellblauen Grund für Sicherheit.
Es gibt eine gelbe, große Alexander Figur darstellt.
Zusätzlich hat jeder Spieler in seiner Farbe (gelb, rot, grün oder blau/schwarz) einen runden Punktezähler und je 4 Statthalter in der Form von einem Phrygischen Helm.
Zuletzt gibt es noch 65 schwarze Holzstäbchen und 10 rote, welche als Begrenzungsmauern fungieren.[3]
Spielablauf
Gespielt wird reihum und jeder Spielzug besteht zunächst aus der Bewegung der Alexandros Figur und anschließend aus zwei wählbaren Aktionen.
- Bewegung der Alexandros-Figur
Alexandros wird immer auf die Ecken der Dreieckigen Spielfelder gezogen, er kann in alle Richtungen bewegt werden. Es liegen jederzeit zwei Karten offen, von welchen eine gewählt werden kann. Nun wird Alexandros auf das Feld mit dem entsprechenden Symbol gezogen, welches zum alten Standort am nächsten ist und noch „frei“ ist. Die Figur kann dann auf eine beliebige Ecke des Feldes gezogen werden. Der Spieler bekommt dann die entsprechende Karte auf seine Hand. Auf der Strecke vom alten zum neuen Standort werden Mauern gelegt.
Sind keine der beiden Optionen zielführend, gibt es die Möglichkeit eine Handkarte zu spielen um zu einem anderen Feld zu ziehen, in diesem Fall erhält man jedoch keine Karte.
- Aktionen
Es folgen zwei Aktionen, welche frei aus 4 Möglichkeiten gewählt werden können:
- Eine Karte ziehen
- Eine freie Provinz besetzen oder eine besetzte übernehmen
- Steuern erheben
- einen eigenen Statthalter zurücknehmen
Eine Provinz ist ein Bereich der mit Mauern umgeben ist, wobei der Rand des Spielfelds wie eine Mauer zählt. Zum Besetzen einer Provinz setzt man einen Statthalterfigur auf eines der farbigen Felder darin. Das übernehmen einer fremden Provinz kostet zwei entsprechende Karten. Beim erheben von Steuern erhalten alle Spieler steuern für alle ihre Provinzen. Die Höhe der Steuern (Siegpunkte) entspricht dabei der Anzahl der leeren Spielfelder. Bestehende Provinzen können auch in mehrere zerschnitten werden.
Das Spiel endet wenn alle schwarzen Mauersteine verbaut sind oder ein Spieler 100 Punkte erreicht.
Zielgruppe und Spielprinzip
Das Spiel wird als taktisch anspruchsvoll angesehen, insbesondere die Knappheit der Statthalter ist ein limitierender Faktor, umso mehr wenn man mit weniger als vier Personen spielt.[4] Rezensenten bemängeln, dass durch Kartenglück führende Spielspielende nur durch die Übernahme von Provinzen kaum eingeholt werden können, weil dabei der ehemalige Besitzer vergleichsweise hoch entschädigt wird.[5] Dafür wird die Teilung bestehender, insbesondere wertvoller Provinzen als wirksames Mittel gesehen, um Führende zu bremsen. Das allerdings kann zu Frustration führen, insbesondere wenn in die ehemals große Provinz bereits investiert wurde.[6]. Und dafür ist nötig, dass Alexander auch noch in die bereits aufgeteilten Bereiche des Spielbretts geführt werden kann.[7] Ist Alexander bereits weit entfernt von einer lukrativen Provinz, gibt es nur noch wenige Optionen.[8]
Die Empfehlungen sind sehr unterschiedlich, von 3 von 6 Punkten und „gefiel überhaupt nicht“[5] bis 5,57 von 6[9] und reichen bei Beschreibungen von „einem deutlich überdurchschnittlichen strategischen Potential, gut ausbalanciert mit Spielbarkeit und Anreizen für eine breite Zielgruppe“[10] bis „eine Menge Spaß“ und „ein erfrischend neue Spielmechanismus, der auf mich faszinierend, aber eben auch noch unausgereizt wirkt. […] Das Innovationspotential ist mit Alexandros sicher vorhanden. So ist das Spiel ein Rohdiamant – ein Edelstein zweifelsohne, aber eben noch mit etwas zu vielen Ecken und Kanten.“[7]
Auch die Empfehlungen zur Zahl der Mitspielenden gehen weit auseinander: Eine Rezension auf BoardGameGeek nennt es ausdrücklich als Zwei-Personen-Spiel, weil die direkte Reaktion und der schnellere Ablauf von Vorteil sind,[11] während die meisten Beschreibungen davon ausgehen, dass ein Vorsprung beim Spiel zu zweit kaum eingeholt werden kann und zu wenige Statthalter zur Verfügung stehen[7][4] oder alle möglichen Besetzungen von 2 bis 4 Mitspielenden vielfältige Optionen bieten.[12] Die Altersempfehlung wird als zu vorsichtig empfunden und das Spiel bereits ab zehn Jahren empfohlen.[12]
Weblinks
- Rio Grande Games: Alexandros (Offizielle Website der amerikanischen Ausgabe)
- Alexandros in der Spieledatenbank Luding
- Winning Moves: Überarbeitete Spielanleitung, Stand Januar 2004 (Version aus dem Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Board Game Geek: 2005 Games Magazine Best New Family Strategy Game Winner, abgerufen am 21. Oktober 2025
- ↑ Info about Alexandros. In: www.luding.org. 26. April 2012, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ alexandros winning moves regole de.pdf
- ↑ a b Pöppelkiste: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ a b Spielphase: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ Spieletest.at: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ a b c Hall9000: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ reich der Spiele: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ Westpark-Gamer: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ Kulkmann's Gamebox: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ Gabriel Kuriata: A creative, unusual, abstract and troublesome mechanism by Leo Colovini, Board Game Geek, 11. November 2012, abgerufen am 31. Oktober 2025
- ↑ a b Topolino: Alexandros, abgerufen am 31. Oktober 2025