Alexandra Lwowna Sokolowskaja
Alexandra Lwowna Sokolowskaja (russisch Александра Львовна Соколовская; * 1872 in Werchnjodniprowsk; † vermutlich 1938) war eine russische marxistische Revolutionärin. Sie kam im Großen Terror ums Leben.
Leben
Sokolowskaja heiratete im Frühjahr 1900 Lew Dawidowitsch Bronstein, den späteren Revolutionsführer Leo Trotzki. Sie begleitete ihn in die Verbannung nach Sibirien. Ihre gemeinsamen Töchter waren Sinaida Lwowna Wolkowa (1901–1933) und Nina Nevelson (1902–1928). Da ihre Eltern sich intensiv politisch engagierten, wuchsen die Töchter hauptsächlich bei den Großeltern, David und Anna Bronstein, auf. Nachdem Trotzki 1902 in Paris Natalia Sedowa getroffen hatte, zerfiel seine Ehe mit Sokolowskaja. Trotzdem unterhielten die beiden bis zum Ende eine freundschaftliche Beziehung. Im Jahr 1903 heirateten Trotzki und Sedowa.
Sokolowskaja soll sich um ihre Enkelin Alexandra gekümmert haben, nachdem ihre ebenfalls als Revolutionärin aktive Tochter Sinaida 1931 die Sowjetunion verlassen hatte. Sinaida wurde ebenso wie Leo Trotzki und weitere Familienmitglieder ermordet.
Im April 1935 schrieb Trotzki, dass er die Nachricht erhalten habe, dass seine erste Ehefrau, die zu jener Zeit in Leningrad ansässig war, gemeinsam mit den Enkelkindern nach Sibirien verbannt worden sei. Er habe von ihr eine Postkarte aus Tobolsk erhalten, wo sie auf der Reise Zwischenstation gemacht habe. Er erwähnt auch seinen Sohn Serjoscha (Sergei Lwowitsch Sedow), der als Professor am Technologischen Institut in Moskau gewirkt habe. Trotzki vermutete, dass auch sein Sohn verbannt worden sei. Sokolowskaja wurde unter anderem ein schädigender Einfluss auf eine Gruppe von Studenten im Jahr 1931 zur Last gelegt.[1] Sie soll 1936 in ein Lager in Kolyma deportiert worden sein. Ihre Enkelin Aleksandra Sacharowna schrieb, dass ihre Großmutter eng mit Lenins Frau Nadeschda Konstantinowna Krupskaja befreundet war.[2]
Literatur
- Leon Trotsky: Trotsky’s diary in exile, 1935. Harvard University Press, Cambridge 1958, S. 171 (Textarchiv – Internet Archive).
- Wadim Sacharowitsch Rogowin: 1937 : Jahr des Terrors. Arbeiterpresse-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88634-071-6.
- Ted Gottfried: Trotzki the early years. In: The road to Communism. Twenty-First Century Books, Brookfield, Conn. 2002, ISBN 978-0-7613-2557-4, S. 59–61 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Einzelnachweise
- ↑ Leo Trotzki: Tagebucheintrag – 2. April. In: Tagebuch in Exil. Köln / Berlin 1958, S. 84–87.
- ↑ Trotzky’s Grandson in Moscow. A conversation with Esteban Volkov. In: Workers Vanguard. Band 20, 468–192, hier Nr. 474. Spartacist Publishing, New York 31. März 1989, S. 6 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).