Alexander Iwanowitsch Baranow

Alexander Iwanowitsch Baranow (russisch Александр Иванович Баранов; * 13. Mai 1946 in Kegejli, Karakalpakische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik; † 12. März 2025 in Samara, Russland) war ein russischer Armeegeneral. Er diente im Zweiten Tschetschenienkrieg und wurde im Jahr 2000 mit dem Titel Held der Russischen Föderation ausgezeichnet.

Werdegang

(Quelle: warheroes.ru[1])

Baranow schloss die Sekundarstufe der Schule ab, leistete ab 1963 seinen Wehrdienst in der Sowjetarmee und absolvierte 1967 die höhere Militärkommandoschule in Taschkent. Im Transkaukasischen Militärbezirk kommandierte er eine Aufklärungsgruppe, einen Zug, eine Kompanie und ein Bataillon. 1977 schloss er die Frunse-Militärakademie mit Auszeichnung ab und wurde zur Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte nach Deutschland versetzt, wo er zunächst als stellvertretender Kommandeur, dann als Regimentskommandeur und schließlich als Stabschef und stellvertretender Divisionskommandeur diente.

1984 übernahm er das Kommando über die 24. Division im Karpaten-Militärbezirk und 1987 das Kommando über die 9. Panzerarmee im selben Bezirk. 1991 schloss er die Militärakademie des Generalstabs der Streitkräfte der UdSSR mit Auszeichnung ab und wurde Stabschef und stellvertretender Kommandeur der 22. Armee im Moskauer Militärbezirk.

Von Dezember 1994 bis Dezember 1996 kommandierte er die 2. Gardepanzerarmee im Wolga-Militärbezirk. Von Dezember 1996 bis September 1999 war er Stabschef und 1. Stellvertretender Kommandeur des Wolga-Militärbezirks, anschließend 1. Stellvertretender Kommandeur des Nordkaukasus-Militärbezirks.

In dieser Funktion nahm er am Zweiten Tschetschenienkrieg teil, wurde Stabschef der Kombinierten Gruppe der Russischen Streitkräfte im Nordkaukasus und leitete persönlich zahlreiche Militäroperationen. Ab Dezember 1999 bekleidete er den Rang eines Generaloberst. Im Februar 2000 wurde er zum Kommandeur des Ural-Militärbezirks ernannt, blieb aber bis April des Jahres 2000 im Nordkaukasus und leitete als amtierender Kommandeur der Kombinierten Gruppe der Streitkräfte die operativen Tätigkeiten der russischen Truppen in Tschetschenien.

Im Juli des Jahres 2000 wurden die Wolga- und Ural-Militärbezirke zum Wolga-Ural-Militärbezirk zusammengelegt, dessen Kommandeur Baranow wurde. Am 12. Juni 2004 wurde er zum General befördert. Von Juli 2004 bis Mai 2008 kommandierte er den Militärbezirk Nordkaukasus, anschließend wurde er altersbedingt vom Wehrdienst befreit. Er lebte in Samara.

Der Fall Jandijew

Im Juli 2006 befand der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die russische Regierung der unterlassenen Hilfeleistung und der Verletzung des Rechts auf Leben des mutmaßlichen tschetschenischen Rebellenkämpfers Chadschi-Murat Jandijew für schuldig. Laut Gerichtsakten waren Videoaufnahmen eines Reporters von ntv und CNN ein zentrales Beweismittel dafür, dass ein Armeeoffizier, der später als Alexander Baranow identifiziert wurde, im Januar 2000 Soldaten nach einem Streit mit Jandijew befahl, ihn zu „erledigen“ und zu „erschießen“. Jandijew wurde daraufhin von den anderen Gefangenen getrennt und ist seither verschwunden.[2]

Baranow, der zweimal zu dem Fall befragt wurde, bestritt, Jandijew in den Tod geschickt zu haben. Er argumentierte, sein „Eingreifen“ habe lediglich dazu gedient, Jandijew zu beruhigen, und die Soldaten seien nicht seine direkten Untergebenen gewesen und hätten daher keine Befehle von ihm erhalten können.[2]

Quelle

Commons: Alexander Iwanowitsch Baranow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Alexander Iwanowitsch Baranow. Held der Russischen Föderation. In: warheroes.ru. Abgerufen am 13. Januar 2026 (russisch).
  2. a b Russia loses its first case in Strasbourg over disappearances in Chechnya. In: Kharkiv Human Rights Protection Group. 27. Juni 2006, abgerufen am 13. Januar 2026 (englisch).