Alexander Grigorjewitsch Tyschler

Alexander Grigorjewitsch Tyschler (russisch Александр Григорьевич Тышлер; geboren am 14. Julijul. / 26. Juli 1898greg. in Melitopol; gestorben am 16. August 1980 in Moskau)[1] war ein russischer und sowjetischer Maler, Grafiker und Bühnenbildner.[2]

Leben

Tyschler wurde als achtes Kind einer jüdischen Zimmermannsfamilie geboren. Von 1912 bis 1917 besuchte er eine Kunstschule in Kiew. Während der Russischen Revolution arbeitete er an der Gestaltung von Massenfesten und revolutionärer Propaganda. 1919 meldete er sich als Freiwilliger zur Roten Armee und befasste sich vor allem mit Agitation und Propaganda. Nach der Demobilisierung kehrte er nach Kiew zurück und gestaltete Rosta-Fenster nach dem Vorbild von Wladimir Majakowski.[2]

1921 zog Tyschler nach Moskau und trat in die WChUTEMAS ein, arbeitete in der Werkstatt von Wladimir Faworski und gehörte zum Kreis um Wladimir Majakowski und Sergej Jessenin, Robert Falk, Nathan Altman, Boris Ioganson, Wsewolod Meyerhold, und Anna Achmatowa.[2]

1927 ging Tyschler nach Minsk und arbeitete dort am Staatlichen Jüdischen Theater, aber auch für andere Theater in Minsk und in Leningrad sowie als Buchillustrator. Seine Werke wurden vielfach ausgestellt, 1926 auch in Dresden, 1928 in Venedig und 1929 in Riga.[2] 1930 war er in der Berliner Secession in der Tiergartenstraße 21 auf der Ausstellung sowjetrussischer Malerei der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußland vertreten.[3]

1941 wurde Tyschler mit dem Moskauer Jüdischen Theater nach Taschkent evakuiert, wo er den Titel »Verdienter Künstler Usbekistans« erhielt. 1945 erhielt er den Staatspreis der UdSSR.[2]

Bis 1961 arbeitete Tyschler vor allem für Theater in Moskau und Leningrad, danach vor allem an Gemälden, Grafiken und Skulpturen.[2]

Beispiel für Buchillustrationen

Wladimir Majakowski: Ein Tropfen Teer. Reden und Aufsätze. Insel-Verlag, Leipzig, 1980 (Insel-Bücherei 1041)

Weitere Ausstellungen (unvollständig)

  • 1980: Altenburg/Thür., Staatliches Lindenau-Museum, und Halle, Staatliche Galerie Moritzburg („Alexander Tyschler, UdSSR. Malerei, Grafik, Plastik“)
  • 1984: Mainz, Mittelrheinisches Landesmuseum („Russische Kunst des 20. Jahrhunderts. Sammlung Semjonow.“)
  • 1986: Köln, Kunsthalle Köln („Russische Avantgarde 1910 – 1930. Sammlung Ludwig, Köln.“)

Literatur

  • Juri Molok: Alexander Tyschler als Buchkünstler. In: Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. Berlin, Fünfundvierzigstes Heft, 1972, S. 28–35
  • Aleksandr Abramovič Kamenskij: Unwiederholbare Wiederholungen. Zum Schaffen von Alexander Tyschler. In: Bildende Kunst, Berlin, 1975, S. 286–289
  • Tyschler Alexander Grigorjewitsch. In: Künstler der Sowjetunion. Dresden: VEB Verlag der Kunst, 1987; S. 170.

Fußnoten

  1. Künstler der Sowjetunion, S. 170.
  2. a b c d e f Michel 2023.
  3. Durus: Ausstellung der „Gesellschaft der Freunde des neuen Rußland“. In: Die Rote Fahne, Berlin, Beilage der Nummer 58 vom 10. Juli 1930