Alexander Grüter

Alexander Grüter (* 14. August 1907 in Bottrop; † 7. Dezember 1989 in München) war ein deutscher Filmproduzent und Verbandsfunktionär.

Leben und Wirken

Grüter begann im Sommer 1927 an der Universität Rostock Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren.[1] 1928 wurde er im Corps Visigothia Rostock aktiv.[2] Zum 1. April 1932 trat er der NSDAP (Mitgliedsnummer 1.053.249)[3] und im selben Jahr der SA bei.[4] An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen wurde er 1936 zum Dr. iur. promoviert.[5] Danach war er bis 1939 als Rechtsanwalt im schlesischen Liegnitz tätig, bevor er zum Syndikus in der schlesischen Beton- und Zementindustrie berufen wurde.

Nach seinem Kriegsdienst und kurzer Gefangenschaft wechselte Grüter in die Filmbranche. 1946 war er einer der Gründer der in Hamburg ansässigen Camerafilm GmbH, die sich an der Finanzierung wichtiger Kinoproduktionen (darunter Helmut Käutners In jenen Tagen und Rudolf Jugerts Film ohne Titel) beteiligte. 1949 gründete er, zusammen mit Rudolf Oetker und Julius de Crignis, die Filmfinanzierungs GmbH.

1951 wurde Grüter Chef der Produktionsfirma Corona. Als Produzent bzw. Herstellungsleiter zeichnete er für eine Reihe von zum Teil ambitionierten Unterhaltungsfilmen verantwortlich, darunter auch einige handwerklich sauber gearbeitete und feierliche, wenngleich kaum originelle Biografien (Sauerbruch – Das war mein Leben, Anastasia, die letzte Zarentochter, Made in Germany). 1960/61 stellte er auch mehrere wenig ambitionierte Lustspiele mit Willy Millowitsch her. Seit den frühen 60er Jahren konzentrierte er sich mit der Corona auf die Beteiligung an internationalen, zum Teil hochkarätig besetzten Filmproduktionen.

Neben seiner aktiven Arbeit als Produzent war Grüter seit 1964 Vorsitzender des Verbandes deutscher Spielfilmproduzenten und gehörte ab 1966 dem dreiköpfigen Präsidium der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) an. 1985 erhielt er die Ehrenmedaille der SPIO, die ihm 2025 posthum aufgrund seiner NS-Vergangenheit aberkannt wurde.[6] Außerdem wirkte er als stellvertretender Vorsitzender und war zeitweilig Mitglied des Präsidiums[7] der Filmförderungsanstalt.

Filmografie

Literatur

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 425.

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Rostocker Matrikelportal
  2. Kösener Corpslisten 1960, 120, 152
  3. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12310523
  4. https://www.spio.de/wp-content/uploads/PM-19.11.2025.pdf S. 27
  5. Dissertation: Wirkung und Beseitigung einer zweiten, das gleiche Recht betreffenden Auflassungsvormerkung.
  6. SPIO arbeitet NS-Vergangenheit auf: Ehrenmedaillen von 14 Personen aberkannt. In: spio.de. 19. November 2025, abgerufen am 20. November 2025.
  7. Festschrift "20 Jahre FFA", Berlin, 1988