Alexander Friedrich Christoph von der Schulenburg

Alexander Friedrich Christoph von der Schulenburg, seit 1753 Graf von der Schulenburg (* 5. August 1720 in Schricke; † 13. September 1801 in Angern) war ein kaiserlicher Oberst der Kavallerie und Rittergutbesitzer, der von König Friedrich II. von Preußen in den Grafenstand erhoben worden ist.

Leben

Er entstammte einer in Preußen und Kursachsen weitverbreiteten Familie und gehörte der Linie Burgscheidungen und Kirchscheidungen an. Geboren wurde er 1720 auf dem Schloss Schricke[1], das nach Wolmirstedt eingepfarrt gewesen ist, und starb im Jahre 1801 an einem Schlaganfall.[2] Seine Eltern waren der Hauptmann auf Angern, Heinrich Hartwig von der Schulenburg und Katharina Sophia von Tresckow aus dem Hause Schlagenthin, er war deren jüngster Sohn. Seine älteren Geschwister waren u. a. Hans Hartwig von der Schulenburg, Levin Friedrich, Johann Christoph Daniel, Christoph Daniel und Daniel Joachim Friedrich von der Schulenburg. Nur er wurde in den Grafenstand erhoben, wobei er es zunächst verabsäumt hatte, dieses Diplom gegen eine nicht unbeträchtliche Gebühr auszulösen. Erst nach längeren Verhandlungen in Magdeburg erreichte er zwischen 1769 und 1771 die Ausstellung eines derartigen Grafendiploms.

Wie damals bei den führenden brandenburg-preußischen und kursächsischen Adelsfamilien üblich, schlug Schulenburg die militärische Laufbahn ein. Er ging in kaiserliche Dienste und wurde 1753 zunächst Rittmeister. Als solcher erfolgte seine Erhebung in den preußischen Grafenstand. Die Beförderung zum Major ist für das Jahr 1758 belegt. Im darauffolgenden Jahr ist er zum Oberst der Kavallerie in der Armee des Kaisers ernannt worden.

Familie

Aus seiner Ehe mit Louisa Eleonora (1743–1803) geborene von Bismarck-Briest gingen elf Kinder hervor, welche genealogisch zu der Weißen Linie des brandenburgisch-preußischen Adelsgeschlechts derer von der Schulenburg gehörten. Von den Kindern bekanntgeworden sind u. a. der Politiker Friedrich Graf von der Schulenburg und der Generalleutnant Joseph Ferdinand Adolf Achaz von der Schulenburg (1776–1831). Nach Angaben des Familienchronisten Danneil starb die zweitjüngste Tochter Charlotte Caroline Dorothee Ulrike, geboren am 26. März 1782, unvermählt zu Berlin am 20. März 1843. Nachweislich ist aber, dass sie eine Liaison mit dem Ökonom Sommer aus Ziesar bei Brandenburg hatte, und der nat. Sohn dieser Beziehung nach späteren Jahren den briefadeligen Namen von Sommer, resp. von Schulenburg-Sommer-dann juristisch festgelegt auf von Schulenburg, tragen durfte.[3] Ihr Enkel Wilibald von Schulenburg wurde Schriftsteller.

Literatur

  • Johann Friedrich Danneil: Das Geschlecht der von der Schulenburg. Band 2, J. D. Schmidt, Salzwedel 1847, S. 601 f. (Vorfahren), S. 639 ff. Nr. 361. (Vita). Digitalisat
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser 1952 A (Uradel). 1952. Band I, Band 2 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1952. ISSN 0435-2408, S. 388–389.
  • Dietrich Werner Graf von der Schulenburg, Hans Wätjen: Geschichte des Geschlechts von der Schulenburg 1237–1983. Niedersachsen-Druck und Verlag Günter Hempel, Wolfsburg 1984, ISBN 3-87327-000-5. Nr. 1065. S. 263, 266, 269, 487. u. Tafel 21 u. 23.

Einzelnachweise

  1. Das Gutsarchiv Schicke wird heute im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt, siehe H 213 Gutsarchiv Schricke, 1737-1855 (Bestand)
  2. Walter von Hueck. Et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Gräfliche Häuser. A (Uradel). Band XV, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1979, S. 436.
  3. Stephan Kekule von Stradonitz: Über Eintragungen der Taufen unehelicher Kinder aus höheren Ständen in den Kirchenbüchern älterer Zeiten unter Berücksichtigung preußischer Verhältnisse. In: Ed. Gaston Graf Pöttickh von Pettenegg: Jahrbuch der K. K. Heraldischen Gesellschaft "Adler". Neue Folge, Band 15, Karl Gerolds Sohn-Selbstverlag, Wien 1905, S. 197–210. Insb. S. 206.