Alexander Fjodorowitsch Roediger
Alexander Fjodorowitsch Roediger (Alternativname: Rediger; russisch Александр Фёдорович Редигер; * 31. 1853jul. / 12. Januar 1854greg. in Nowgorod, Gouvernement Nowgorod, Russisches Kaiserreich; † 26. Januar 1920 in Sewastopol, Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Krim, Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) war ein Offizier und zuletzt General der Infanterie der Kaiserlich Russischen Armee, der unter anderem 1883 Kriegsminister des Fürstentums Bulgarien sowie von 1905 bis 1909 Kriegsminister des Russischen Kaiserreiches war.
Leben
Alexander Fjodorowitsch Roediger war 1872 Absolvent des Russischen Pagenkorps sowie 1876 der Nikolaus-Generalstabsakademie. Er nahm am Russisch-Osmanischen Krieg (24. April 1877 bis 3. März 1878) teil, der mit einem russischen Sieg endete und zum Frieden von San Stefano führte. Im Anschluss fand er Verwendungen als Stabsoffizier und lehrte ab 1880 gleichzeitig als Dozent für Militärverwaltung an der Nikolaus-Generalstabsakademie. Während er von 1882 bis 1883 in der bulgarischen Armee diente, war er zunächst stellvertretender Kriegsminister und als Nachfolger von Alexander von Kaulbars vom 19. September 1883 bis zu seiner Ablösung durch Wiktor Kotelnikow am 26. Oktober 1883 Kriegsminister des Fürstentums Bulgarien.
Nach seiner Rückkehr war Roediger von 1884 bis 1905 in der Kanzlei des Kriegsministeriums tätig und zuletzt ab 1898 als Kanzleichef. 1905 wurde er Mitglied des Staatsrates, bis 1906 die höchste gesetzesberatende Körperschaft sowie von 1906 bis 1917 die Erste Kammer des Parlaments. Am 4. Juli 1905 wurde er als Nachfolger von Wiktor Wiktorowitsch Sacharow[1] zum Kriegsminister ernannt und bekleidete dieses Ministeramt in den Regierungen der Ministerpräsidenten Sergei Juljewitsch Witte (6. November 1905 bis 5. Mai 1906),[2] Iwan Logginowitsch Goremykin (5. Mai bis 21. Juli 1906)[3] und Pjotr Arkadjewitsch Stolypin (21. Juli 1906 bis 18. September 1911)[4] bis zu seiner Ablösung durch Wladimir Alexandrowitsch Suchomlinow[5] am 24. März 1909. Als Kriegsminister entwarf er einen Plan und begann mit der Umsetzung von Militärreformen von 1905 bis 1912.[6] 1907 wurde er zum General der Infanterie befördert. Im Juni 1907 vereitelte die Polizei einen Anschlag auf Roediger, woraufhin mehrere Mitglieder der Sozialrevolutionären Partei verhaftet wurden.
Veröffentlichungen
- Учебныя записки по военной администрации, („Studiennotizen zur Militärverwaltung“), 1888
- Устройство полевого управления в нашей армии, („Die Struktur der Feldverwaltung in unserer Armee“), St. Petersburg, 1890
- История моей жизни („Die Geschichte meines Lebens“), 1907
- Комплектование и устройство вооруженной силы („Rekrutierung und Organisation der Streitkräfte“), 4. Aufl., Teil 1–2, St. Petersburg, 1913–1914.
Weblinks
- Artikel Wladimir Nikolajewitsch Nowikow in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
- Rediger, Aleksandr (Fyodorovich). In: rulers.org. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- Alexander Roediger. In: Prabook. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Sakharov, Viktor (Viktorovich). In: rulers.org. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Vitte, Graf (Count) Sergey (Yulyevich). In: rulers.org. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Goremykin, Ivan (Logginovich). In: rulers.org. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Stolypin, Pyotr (Arkadyevich). In: rulers.org. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Sukhomlinov, Vladimir (Aleksandrovich). In: rulers.org. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Artikel Militärreformen von 1905–1912 in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)