Alexander von Falkenhausen (Rennfahrer)
Alexander Freiherr von Falkenhausen (* 22. Mai 1907 in München; † 28. Mai 1989 ebenda) war ein deutscher Rennfahrer und Diplom-Ingenieur. Er prägte wesentlich die Entwicklung bei BMW.
Leben
Alexander ist der ältere von zwei Söhnen des Wilhelm Freiherr von Falkenhausen und seiner Frau Gräfin Juliana von der Mühle-Eckart († 1943), Tochter des Grafen Heinrich von der Mühle-Eckart und der Katharina Spranger.[1] Nachdem der Vater, er war Mitbesitzer vom Gut Wald und Gut Laufenbürg, 1918 als kgl. bayr. Hauptmann fiel heiratete die Mutter 1920 in zweiter Ehe den Offizier Ludwig Freiherr von Malsen († 1951).
Alexander schloss die Schule 1928 mit dem Abitur ab und studierte Maschinenbau an der TU München unter Willy Messerschmitt, in dessen Unternehmen er hätte eintreten können. Da er 1935 bereits mit einem privaten BMW Wartburg und BMW 315/1 Erfahrungen im Automobilrennsport sammelte, wurde er jedoch Geländewerksfahrer in der Motorradabteilung bei BMW und dort auch Konstrukteur. 1936 und 1937 konnte er auf einer BMW R 5, die mit einer von ihm konstruierten Hinterradfederung ausgerüstet war, jeweils eine Goldmedaille bei der Internationalen Sechstagefahrt gewinnen. Diese Hinterradfederung wurde mit der BMW R 51 in die Serie übernommen. Er nahm dann kurzzeitig an Berg- und Rundstreckenrennen in einem Rennwagen teil und trat in das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps ein.[2]
1934 heiratete Falkenhausen in München Gräfin Katharina von der Mühle-Eckart, Tochter der Freiin Gabriele von Gise und des Grafen von der Mühle-Eckart, der Gutsbesitzer in Leonberg in der Oberpfalz war. Katharina und Alexander von Falkenhausen haben drei Töchter, die auf Wunsch des Vaters katholisch erzogen wurden. Die Töchter wurden von 1937 bis 1945 in München und Bayrischzell geboren. Die Grafen von der Mühle-Eckart aus der jüngeren Generation hatten in den 1930er Jahren auch eine Rennsporttradition aufgebaut.[3]
Während des Zweiten Weltkriegs war er unter anderem an der Erprobung der BMW R 75 beteiligt. Nach dem Krieg setzte er zunächst seine Automobilrennfahrerkarriere mit einem privaten BMW 328 fort, machte sich dann aber mit seinem Unternehmen AFM selbstständig. 1948 konnte er mit einem Prototyp die Deutsche Sportwagen-Meisterschaft für sich entscheiden. 1954 kehrte er zu BMW zurück und übernahm dort die Rennsportabteilung. Ab dem 1. Mai 1957 war er verantwortlich für die Motorenentwicklung. Unter seiner Leitung entwickelte Ludwig Apfelbeck einen Motor für den BMW 700, mit dem von Falkenhausen zahlreiche Siege bei Bergrennen und Rallyes errang.
Nach der Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach Einführung der „Neuen Klasse“ steuerte von Falkenhausen 1964 noch einen BMW 1800 TI/SA zu mehreren Siegen. Seine letzten Sieg errang er am 16. August 1964 in einem BMW RS 850 Spider beim Flugplatzrennen in Neubiberg.
1966 war der neue DOHC-16V-2-Liter-Motor mit Apfelbeck-Zylinderkopf fertig und wurde von Falkenhausen für Weltrekorde über 500 Meter und die Viertelmeile verwendet.[4]
1968 schlug er die Verwendung eines Turboladers bei der Tourenwagenmeisterschaft vor, der 1972 als BMW 2002 turbo in Serie ging.
Von Falkenhausen blieb bis 1976 bei BMW tätig und übergab dann die Leitung der Rennsportabteilung an Paul Rosche. Seine Ehefrau nahm ebenfalls aktiv am Rennsport teil.
Statistik
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft
| Saison | Team | Rennwagen | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1963 | BMW | Martini | DAY | SEB | SEB | TAR | SPA | MAI | NÜR | CON | ROS | LEM | MON | WIS | TAV | FRE | CCE | RTT | OVI | NÜR | MON | MON | TDF | BRI |
| 41 | ||||||||||||||||||||||||
| 1964 | Alex von Falkenhausen | BMW 700 | DAY | SEB | TAR | MON | SPA | CON | NÜR | ROS | LEM | REI | FRE | CCE | RTT | SIM | NÜR | MON | TDF | BRI | BRI | PAR | ||
| 26 |
Literatur
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. B (Briefadel). 1957. Band II, Band 16 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1957, ISSN 0435-2408, S. 107–108.
- Siegfried Rauch; Frank Rönicke: Männer und Motorräder – ein Jahrhundert deutscher Motorradentwicklung. Motorbuch-Verlag Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02947-7, S. 32–41.
Weblinks
- Alexander von Falkenhausen. Kurzbiografie mit Bild. bmw-motorsport.com, archiviert vom am 10. April 2009; abgerufen am 25. November 2012.
- Pressetext BMW: Alexander von Falkenhausen: Der weißblaue Lord. prova Magazin, 23. Juni 2007, abgerufen am 25. November 2012.
- Alex von Falkenhausen im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft, B (Briefadel) 1941. 114. Jg. Justus Perthes, Gotha 1940, S. 331 f.
- ↑ Hamburger Stadtparkrennen ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)
- ↑ Foto-Willy Pragher-22. Mai 1938-Berlin-In: Deutsche-Digitale-Bibliothek: Avus-Rennen: Graf v. d. Mühle-Eckart; Portrait im Auto. - Landesarchiv Baden-Württemberg - Abt. Staatsarchiv Freiburg, W 134 Nr. 013992.
- ↑ Rainer Roßbach: BMW-Formelrennwagen: Neueinstieg in den Sechzigern. prova Magazin, 15. November 2004, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. Februar 2014; abgerufen am 25. November 2012.