Alessandro degli Abbati
Alessandro degli Abbati (auch Abati; * 30. Juli 1681 in Rom; † 30. April 1748 in Viterbo) war ein italienischer Geistlicher und von 1731 bis 1748 Bischof von Viterbo.
Leben
Alessandro degli Abbati war ein Sohn des zu einer Adelsfamilie aus Pesaro gehörigen Sigismondo degli Abbati und der Giulia Albani. Dem Beispiel seines Onkels, des Kardinals Fabio Olivieri, folgend schlug er eine kirchliche Laufbahn ein, studierte an der Universität La Sapienza in Rom und wurde 1699 Doktor beider Rechte. Er war Kanoniker und Präbendar der Basilika Santa Maria Maggiore sowie u. a. Referendar der Apostolischen Signatur. 1714 ließ er in San Marcello das Grabmal für seinen Onkel mütterlicherseits, den Marchese Carlo Vitelli, errichten. 1728 wurde er von Papst Benedikt XIII. zum Titularbischof von Philadelphia (heute Amman, Jordanien) ernannt und am 27. Dezember 1728 geweiht. Damals veröffentlichte er seine Schrift Sentimenti sacri e morali (Rom 1728). Im nächsten Jahr wurde er Sekretär der Konzilskongregation.
Am 21. Mai 1731 übergab Papst Clemens XII. Abbati die Leitung des Bistums Viterbo. In seiner Ernennungsurkunde versprach er, den Bischofspalast zu renovieren und in Toscanella (heute Tuscania) ein Pfandleihgeschäft zu gründen, das indessen nur kurzzeitig tätig war. Jedenfalls restaurierte er das Seminar von Viterbo und wandelte das Kloster Santa Maria della Palanzana in eine bischöfliche Ferienresidenz um. Nach dem ersten Pastoralbesuch in seiner Diözese im Dezember 1731 führte er weitere Visiten in den Jahren 1734, 1740 und 1744 durch. Besonderes Augenmerk richtete er dabei auf die Erfassung der Zeiten und Arten der gefeierten Messen und die ordnungsgemäße Verwaltung der Bruderschaften. Er bemühte sich, den kircheninternen Dissens abzubauen und erließ für die Kleriker strengere Bekleidungsvorschriften, u. a. ein Verbot des Tragens von Perücken. Im November 1741 ernannte er einen Sondervikar zur Überwachung aller Klöster seines Bistums. Im nächsten Jahr gebot er den Pfarrern, sich stärker der Katechese der Laien zu widmen.
1734 wurde das Bistum Viterbo von spanischen, zwei Jahre später von deutschen Truppen besetzt. Auch wurde es von Überschwemmungen und Heuschreckenplagen heimgesucht. Vom 11. bis zum 13. November 1742 tagte eine von Abbati einberufene Synode, die u. a. strengere Maßnahmen während der Fastenzeit sowie eine Strafmilderung bestimmter Kirchenverbote beschloss. Am 15. September 1745 hielt Abbati in der Dreifaltigkeitskirche von Viterbo eines Dankespredigt für das Ende der ausländischen Militärpräsenz in der Stadt. Er ordnete ferner den Neubau der Kirche Santa Maria in Gradi in Viterbo an. Am 30. August 1746 wurden in der Kirche Sant’Angelo in Spatha in Viterbo einige Reliquien des heiligen Sabinus und anderer heiliggesprochener Märtyrer wiederentdeckt, die auf Anordnung des Papstes Eugen III. anlässlich der Weihung dieses Gotteshauses dorthin gebracht und danach unter zwei Säulen verborgen worden waren. Abbati ließ die Reliquien in einer Prozession durch die Stadt tragen und in die Kirche San Leonardo überführen.
Im Oktober 1746 nahm Abbati an den Feierlichkeiten anlässlich der Überführung des Bildnisses der Madonna Liberatrice in die Kapelle der neuerrichteten Dreifaltigkeitskirche in Viterbo teil. 1747 reiste er nach Civitavecchia, um Papst Benedikt XIV. seine Aufwartung zu machen. Am 30. April 1748 starb er im Alter von 66 Jahren in Viterbo an einem Schlaganfall und wurde auf Veranlassung seines Neffen, des früheren Mönchs Carlo Abbate, im Chor der Kathedrale San Lorenzo beigesetzt. Er hinterließ der Kirche Santa Dorotea in Trastevere, Rom, ein Vermächtnis.
Literatur
- Feliciano Bussi: Istoria della città di Viterbo. Rom 1742, S. 354 f. und 382 f.
- J. Fraikin: Abati (Alessandro). In: Dictionnaire d’histoire et de géographie ecclésiastiques. Bd. 1 (1912), Sp. 16.
- B. Scanziani: Abbati in Regione Lazio. In: Dizionario storico biografico del Lazio. Bd. 1, Rom 2009, S. 4.
- Giuseppe Signorelli: Viterbo nella storia della Chiesa. Bd. III/1, Viterbo 1964, S. 183–194.
Weblinks
- Isabella Lamantia-Cersal, Luciano Osbat-Cersal: Degli Abbati (Abbati Olivieri) Alessandro. In: Gente di Tuscia.