Alessandro Fei (Maler)
Alessandro Fei, auch del Barbiere genannt (* 1543 in Florenz; † 28. Dezember 1592) war ein italienischer Maler.
Leben
Alessandro Fei erhielt seinen ersten Unterricht im Haus des Ridolfo del Ghirlandajo und wurde dann von Pier Francia sowie Tommaso da San Friano in Florenz weitergebildet. Sein erstes eigenes Werk war eine Darstellung der Vermählung der hl. Katharina, die jedoch verloren ging. Die künstlerische Entwicklung Feis zeigt sich darin, dass er in seinen frühen Jahren stark an der plastischen Formgestaltung interessiert war und sich an den damals einflussreichen Manieristen wie Giorgio Vasari orientierte. Später, beeinflusst von Cigoli, überwand er teilweise den Manierismus und verbesserte seine Farbgebung.
Vasari erwähnte Fei als Mitglied der Accademia del Disegno ab 1564 und nannte ihn einen Gehilfen bei den Arbeiten im Vatikan. Feis bekanntestes Werk ist die Geißelung Christi in der Cappella Corsi in S. Croce, gemalt im Jahr 1566. In einem Brief von Vasari wird Feis Mitwirkung an verschiedenen Projekten erwähnt, allerdings sind nachweisbare Arbeiten von ihm selten. Eine signierte Madonna von ihm in der Kirche S. Girolamo delle Poverine wird erwähnt sowie kleinere Bilder, die er für das Studierzimmer von Francesco de Medici im Palazzo Vecchio malte.
Eine Liste von Feis Werken basiert auf Informationen von Borghini, Bocchi-Cinelli, Baldinucci und Richa. In Chiusuri malte er für die Pieve der Montolivetaner Christus als Weltenrichter, und in Brolio dekorierte er Kapellen mit Fresken für die Familie Ricasoli. Für die Pieve di S. Pancrazio lieferte er ein Tafelbild der Madonna mit Heiligen. In Messina schickte er mehrere Werke, darunter eine Madonna mit Engeln und die Anbetung der Könige. Nach Frankreich sandte er ein Porträt des Antonio del Bene sowie eine Darstellung von Florenz.
Borghini, der Feis Schaffen ausführlich beschrieb, nannte auch seine Werke in seiner Villa, wie Perspektiven und Deckenmalereien. Weitere Werke in Florenz umfassen Tafelbilder der Verkündigung, des Gekreuzigten in der Compagnia di S. Brigida sowie eine Auferstehung im Kloster der Crocetta. Sein bedeutendstes Werk ist in S. Croce, wo er Christus an der Säule malte. In der großen Kreuzgang von S. Maria Novella sind Werke von ihm zwischen anderen Künstlern zu finden, darunter Bildnisse des Großherzogs Francesco I. und seiner Frau Bianca Cappello.
In Pistoia finden sich in der Cappella dell’Annunziata Werke, die ihm zugeschrieben werden, jedoch Unterschiede in Stil und Ausführung aufweisen. Ein Tafelbild der Empfängnis Maria in Vernio wird ebenfalls erwähnt. Fei hat mit vielen Figuren gearbeitet und in seinen Kompositionen große Kreativität gezeigt. Trotz seiner Produktivität sind viele seiner Werke nicht mehr vorhanden oder lassen sich nicht eindeutig ihm zuordnen.
Werke (Auswahl)
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Verkündigung
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Geißelung Christi, 1566
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Maria mit dem Jesuskind und zwei Engeln, 1568
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Papst Clemens XI. spendet die Kommunion, zwischen 1570 und 1590
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Verkündigung, um 1580
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Pawlak, Herrsching 1986, ISBN 978-3-88199-300-5, S. 223.
- Fei, Alessandro. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 12: Fiori–Fyt. E. A. Seemann, Leipzig 1916, S. 348–350 (Textarchiv – Internet Archive).