Alemayehu Gelagay

Alemayehu Gelagay (* 1967 in Addis Abeba) ist ein äthiopischer Schriftsteller und Essayist, dessen Werke vor allem marginalisierte Lebenswelten in der amharischen Gegenwartsliteratur sichtbar machen.[1] Er wurde mit Romanen wie Werrisa und Be Fikir Sim bekannt, wobei Letzterer 2018 den Hohe Literary Award in der Kategorie Langfiktion erhielt.[1][2]

Leben

Gelagay wuchs im dicht besiedelten Viertel Basha Wolde hinter Arat Kilo in Addis Abeba auf.[1] Vor seiner literarischen Laufbahn arbeitete er als Printjournalist.[1] Als Mentor prägte ihn der Autor Sebhat Gebre-Egziabher; Gelagays erstes Buch war dessen Biografie, die 2007 erschien und neun Jahre später erneut aufgelegt wurde.[1] Bis 2018 veröffentlichte er innerhalb von zehn Jahren elf Bücher.[1]

Wirken

Gelagays Romane richten den Blick auf wenig sichtbare Gruppen – etwa Arme, Ältere oder Kleinkriminelle – und thematisieren soziale Erosion sowie ungerechte Herrschaftsverhältnisse.[1] Werrisa arbeitet mit parodistischen Verfahren, um Geschichte, Religion und Macht aus dem Blickwinkel gesellschaftlicher Randfiguren zu spiegeln.[1] Be Fikir Sim wurde 2018 mit dem Hohe-Literaturpreis als bestes Langwerk ausgezeichnet.[2] Mit Meleyayet Mot New rückte Gelagay stärker Werte wie Einheit, Liebe und Gerechtigkeit in den Vordergrund und wandte sich an ein nationales Publikum.[1] Öffentlich kritisierte er die stark gestiegenen Papier- und Druckkosten, die Veröffentlichungen erschweren und Buchpreise erhöhen.[3] Zur Nationalbibliothek Abrehot mahnte er 2023 eine bessere Organisation, eine konsequente Anschaffungspolitik und die Bekämpfung von Diebstählen an.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Alemayehu Gelagay – a writer echoing the lives of the marginalized. In: Ethiopian Business Review. 16. März 2018, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b Hohe honors literary excellence. In: The Reporter Ethiopia. 18. August 2018, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  3. Between words and wallets. In: The Reporter Ethiopia. 30. Dezember 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  4. Addis’ new landmark of knowledge. In: The Reporter Ethiopia. 7. Oktober 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).